Examensarbeit, 2010
201 Seiten
1 Einleitung
I. Theoretische Grundlagen
2 Soziale Aspekte der Ernährung
2.1 Schichtzugehörigkeit und Förderschulbesuch
2.1.1 Definition soziale Schicht
2.1.2 Merkmale von Unterschichtzugehörigkeit
2.1.3 Schichtzugehörigkeit und Besuch der Förderschule mit Schwerpunkt Lernen
2.2 Einfluss des sozioökonomischen Status auf Gesundheit und Ernährung
2.2.1 Schichtspezifische Ernährung
2.2.2 Schichtspezifisches Gesundheitsverhalten
2.2.3 Ursachen schichtspezifischer Ernährung
2.2.4 Gutes Essen eine Frage des Geldes?
2.3 Relevanz des Themas Ernährung für die Förderschule
3 Essverhalten, -gewohnheiten und -präferenzen
3.1 Entstehung von Essverhalten und -präferenzen bei Säuglingen und Kleinkindern
3.1.1 Primär- und Sekundärbedürfnisse
3.1.2 Geschmackspräferenzen
3.1.3 Gewöhnungseffekt
3.1.4 Grenzen rationaler Ernährungserziehung
3.2 Essverhalten und -gewohnheiten
3.2.1 Drei-Komponenten-Modell
3.2.2 Verhaltenskontinuität
3.2.3 Einflüsse der Familie auf das Ernährungsverhalten
3.3 Nahrungspräferenzen
3.3.1 Allgemeine Prinzipien
3.3.2 Motive der Lebensmittelwahl
4 Essalltag in Familien
4.1 Mahlzeiten
4.1.1 Die soziale Institution Mahlzeit
4.1.2 Stellenwert des Essens
4.1.3 Gemeinsame Mahlzeiten vs. entstrukturierte Tagesabläufe
4.1.4 Frühstück
4.1.5 Mittagessen
4.1.6 Abendessen
4.1.7 Zwischenmahlzeiten
4.1.8 Außerhäuslicher Verzehr
4.2 Ernährungsarbeit
4.2.1 Vor- und Zubereitung
4.2.2 Vorratshaltung
4.2.3 Einkaufen
4.3 Ernährungskompetenzen und –wissen
4.3.1 Ernährungskompetenzen
4.3.2 Ernährungswissen
4.3.3 Vermittlung von Ernährungskompetenzen und –wissen
5 Konsum
5.1 Käuferverhalten allgemein
5.1.1 Kaufprozesse
5.1.2 Externe Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten
5.1.3 Das Kind als Konsument
5.1.4 Einfluss von Fernsehen und Werbung
5.2 Trends beim Konsum
5.2.1 Der Billligtrend
5.2.2 Der Preis ist nicht alles
5.2.3 Markenprodukte vs. Eigenmarken
5.2.4 Die Probleme des Überflusses
5.3 Trends hinsichtlich Lebensmittelgruppen
5.3.1 Regionale Produkte
5.3.2 Bio-Lebensmittel
5.3.3 Functional Food
5.3.4 Convenience Produkte
5.3.5 Fleisch
6 Auswirkungen des soziodemographischen Wandels auf Essgewohnheiten und Konsumverhalten
6.1 Alterung der Gesellschaft
6.2 Steigende Frauenerwerbstätigkeit
6.3 Pluralismus der Haushalts- und Familienformen
6.4 Zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich
II. Empirische Untersuchung
7 Fragestellung
7.1 Ziel
7.2 Hypothesen
8 Methodisches Vorgehen
8.1 Verwendete Tests
8.1.1 Interview
8.1.2 Tagesprotokoll über meine Essgewohnheiten
8.1.3 Beobachtungsbogen
8.2 Stichprobenbeschreibung
8.2.1 Schulen
8.2.2 Klassenstufe
8.2.3 Befragte Familien
8.3 Mögliche Probleme
8.4 Untersuchungsdurchführung
9 Ergebnisse
9.1 Aufgetretene Probleme
9.2 Tagesprotokoll über meine Essgewohnheiten
9.2.1 Frühstück vor der Schule
9.2.2 Frühstück in der Schule
9.2.3 Mittagessen
9.2.4 Zwischenmahlzeit
9.2.5 Abendessen
9.2.6 Nach dem Abendessen
9.2.7 Warme Mahlzeiten
9.2.8 Zusammenhang zwischen den Speisen und den dabei anwesenden Personen
9.2.9 Frühstück vor der Schule und in der Schule
9.2.10 Mahlzeitenrhythmus
9.2.11 Vergleich zwischen Lauterecken und Landau
9.3 Beobachtungsbogen
9.4 Überprüfung der Hypothesen
10 Interpretation
10.1 Mahlzeiten
10.2 Beköstigungspraktiken und familiäre Prägung
10.3 Einkauf und Konsum
III. Schlussfolgerung
11 Fördermöglichkeiten
11.1 ... in der Schule allgemein
11.1.1 Frühstück
11.1.2 Verpflegungsangebot in der Schule
11.1.3 Das Fach Arbeitslehre
11.1.4 Verbraucherbildung
11.2 ... in der Ganztagsschule
11.3 ... durch Elternarbeit
12 Grenzen der schulischen Ernährungsbildung
13 Zusammenfassung
Diese wissenschaftliche Prüfungsarbeit verfolgt das Ziel, das Konsumverhalten und die Essgewohnheiten von Schülern an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu analysieren. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss sozioökonomische Bedingungen, familiäre Strukturen und moderne Konsumtrends auf das Ernährungsverhalten haben, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die schulische Ernährungsbildung abzuleiten.
2.1.2 Merkmale von Unterschichtzugehörigkeit
Ausgehend von dem Schichtbegriff kann eine soziokulturelle Benachteiligung aus Unterschichtzugehörigkeit sowie aus verschiedenen sozialen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Merkmalen resultieren. Dazu zählen u.a. eine niedrige berufliche Position des Vaters sowie der Bildungsgrad der Mutter, eine überdurchschnittliche Kinderzahl, geringeres verfügbares Einkommen, beengte Wohnverhältnisse sowie das seltene Wahrnehmen medizinischer Angebote und daraus folgend eine unzureichender Gesundheitszustand (vgl. SCHRÖDER, 2000: 143f.). „Auch die Ernährungsgewohnheiten lassen wenig Gesundheitsbewusstsein erkennen (…).“ (ebd.: 145) Außerdem kennzeichnet ein Mangel an Selbstbewusstsein oft das Selbstbild. Ihr Verhalten wird als passivistisch, gegenwartsorientiert und familistisch charakterisiert (vgl. ebd.: 146). „Jedoch üben viele der aufgelisteten Merkmale nicht unbedingt eine direkte benachteiligende Wirkung aus, sie tun dies vielmehr zu einem beträchtlichen Teil erst vermittelt durch gesellschaftliche Reaktion darauf.“ (ebd.: 148) Demzufolge sind nicht die Merkmale isoliert als Ursache für eine Zuordnung zur Unterschicht zu betrachten, sondern viel mehr im Kontext der Gesellschaft.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Stellenwert der Ernährung und den Einfluss gesellschaftlicher Umstände, insbesondere bei sozial benachteiligten Kindern.
2 Soziale Aspekte der Ernährung: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Schichtzugehörigkeit, sozioökonomischem Status und den daraus resultierenden Auswirkungen auf Gesundheit und Ernährung.
3 Essverhalten, -gewohnheiten und -präferenzen: Hier werden die Entstehung von Essverhalten, grundlegende psychologische Modelle und die Entwicklung von Vorlieben bei Kindern thematisiert.
4 Essalltag in Familien: Das Kapitel analysiert die Bedeutung von Mahlzeiten, den Einfluss der Familie sowie Aspekte der Ernährungsarbeit und des Einkaufens.
5 Konsum: Hier liegt der Fokus auf Käuferverhalten, modernen Konsumtrends und der Rolle von Kindern als aktive Konsumenten in einer von Werbung geprägten Welt.
6 Auswirkungen des soziodemographischen Wandels auf Essgewohnheiten und Konsumverhalten: Dieses Kapitel betrachtet, wie demografische Veränderungen wie eine alternde Gesellschaft oder die steigende Frauenerwerbstätigkeit das Ess- und Konsumverhalten beeinflussen.
7 Fragestellung: Das Kapitel definiert das Ziel der empirischen Untersuchung und formuliert die grundlegenden Forschungsfragen.
8 Methodisches Vorgehen: Hier werden die eingesetzten Forschungsmethoden wie Interviews und Protokolle sowie die Auswahl der Stichprobe detailliert beschrieben.
9 Ergebnisse: Die gewonnenen Daten aus der Untersuchung werden hier dargestellt, inklusive der Mahlzeitenrhythmen und Beobachtungen beim Einkauf.
10 Interpretation: Dieses Kapitel verknüpft die empirischen Ergebnisse mit den theoretischen Grundlagen und diskutiert die gefundenen Zusammenhänge.
11 Fördermöglichkeiten: Hier werden konkrete schulische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsbildung, wie Schulfrühstück und Arbeitslehre, vorgestellt.
12 Grenzen der schulischen Ernährungsbildung: Die Möglichkeiten und Limitationen der Schule als Sozialisationsinstanz im Bereich der Ernährungsbildung werden kritisch reflektiert.
13 Zusammenfassung: Das letzte Kapitel bietet eine Synthese der zentralen Erkenntnisse der Arbeit und zieht ein Fazit zu den untersuchten Fragestellungen.
Ernährungserziehung, Konsumverhalten, Förderschule, Soziale Schicht, Gesundheit, Ernährungsverhalten, Mahlzeiten, Familienalltag, Ernährungsbildung, Sozioökonomischer Status, Kinder als Konsumenten, Esskultur, Arbeitslehre, Präferenzen, Schulentwicklung.
Die Arbeit analysiert das Ernährungsverhalten und Konsumverhalten von Kindern und Familien an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, um den Einfluss soziokultureller Faktoren zu verstehen.
Zentrale Themen sind die soziale Schichtzugehörigkeit, der Essalltag in Familien, moderne Konsumtrends und die schulischen Möglichkeiten zur Ernährungsbildung.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen familiärer Situation und Essverhalten zu ermitteln, um daraus pädagogische Maßnahmen für eine bessere Ernährungssituation an Förderschulen abzuleiten.
Die Verfasserin nutzt eine empirische Untersuchung, die halbstrukturierte Interviews mit Eltern und Kindern sowie Tagesprotokolle und Beobachtungsbögen beim Einkauf umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Ernährung und Konsum sowie eine empirische Untersuchung, die den Alltag der befragten Familien beleuchtet.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ernährungsbildung, sozioökonomischer Status, soziale Institution Mahlzeit, Convenience-Produkte und Unterschichtzugehörigkeit.
Die Ganztagsschule wird als Chance gesehen, durch geregelte Mahlzeiten und ein soziales Lernumfeld die Ernährungssituation von Schülern zu verbessern, besonders dort, wo das Elternhaus diese Rolle weniger wahrnimmt.
Es wird deutlich, dass ein höherer Bildungsgrad oft mit einem fundierteren Ernährungswissen und bewussteren Kaufentscheidungen einhergeht, während in Haushalten mit niedrigem Bildungsgrad häufig pragmatische, preisorientierte Lösungen dominieren.
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