Diplomarbeit, 2008
103 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Geschichte und Gegenwart der tiergestützten Interventionen
3 Theoretische Annäherung
3.1 Erklärungsansätze und Modelle der Mensch-Tier-Beziehung
3.1.1 Die Biophilie-Hypothese
3.1.2 Das Konzept der Du-Evidenz
3.1.2 Hinweise aus der Bindungstheorie
3.2 Die Mensch-Hund-Beziehung
3.2.1 Die Entstehung der Mensch-Hund-Beziehung
3.2.2 Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund
3.2.3 Gemeinsamkeiten und Unterscheide zwischen Menschen und Hunden im Kontext der tiergestützten Interventionen
3.2.4 Besondere Charakteristika im Vergleich zu anderen Tierarten
3.3 Zusammenfassung und Diskussion
4 Forschungsergebnisse: Auswirkungen von Hunden auf den Menschen
4.1 Untersuchungen über das Zusammenleben von Mensch und Hund
4.2 Untersuchungen mit psychisch kranken Menschen
4.3 Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit von Herzinfarktpatienten
4.4 Auswirkungen auf Puls und Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen
4.5 Auswirkungen auf verhaltensauffällige Schüler
4.6 Zusammenfassung und Diskussion
5 Ziele, Methoden und Einsatzbereiche der tiergestützten Interventionen
5.1 Formen tiergestützter Interventionen
5.2 Methodische Grundlagen
5.2.1 Interaktionsformen in der tiergestützten Intervention
5.2.2 Funktionsformen in der Interaktion
5.2.3 Die Grundmethoden der tiergestützten Interventionen
5.2.3.1 Die Methode der freien Begegnung
5.2.3.2 Die Hort-Methode
5.2.3.3 Die Brücken-Methode
5.2.3.4 Die Präsenz-Methode
5.2.3.5 Die Methode der Integration
5.3 Der Einsatz von Hunden in unterschiedlichen Praxisfeldern
5.4 Konzepte und Praxisbeispiele von tiergestützten Interventionen mit Hunden
5.4.1 Das Konzept der Canepädagogik
5.4.2 Das Konzept der hundgestützten offene Jugendarbeit
5.4.3 Das Konzept der tiergestützten Heilpädagogik mit Hunden
5.4.4 Das Konzept der hundgestützten Sozialpädagogik mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen
5.4.5 Der Einsatz von Hunden im tiergestützten Besuchsdienst
5.4.6 Der Einsatz von Hunden in Justizvollzugsanstalten
5.5 Zusammenfassung und Diskussion
6 Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zu tiergestützten Interventionen mit Hunden, um deren wissenschaftliches Fundament zu überprüfen und einen Überblick über Theorie und Praxis zu geben.
3.1.1 Die Biophilie-Hypothese
Der Soziobiologe WILSON (1984, 76ff.) geht davon aus, dass eine vererbte emotionale Affinität des Menschen zu anderen lebenden Organismen besteht, die er als Biophilie bezeichnet. Die Biophilie könne spezifisch sehr individuell sein, da sie nicht einen einzelnen Instinkt, sondern ein komplexes Regelsystem darstelle. Diese Hypothese wird von KELLERT & WILSON (1993, 5 ff.) aufgrund von Erfahrungen, Beobachtungen sowie einiger Feldexperimente bestätigt.
Auch OLBRICH (2003, 184) ist der Ansicht, dass die Biophilie existiert. Diese lasse sich bei Babys beobachten. So interessierten sich diese für ihre Umwelt, ohne sie Neugier oder Interesse gelehrt werden müssten. Dieses Fasziniertsein von der Natur und die daraus erwachsende Beschäftigung, beschreibt für ihn die Biophilie. Er charakterisiert sie zudem als Liebe zum Lebenden. Ein weiterer Aspekt, der die Biophilie verdeutliche, sei, dass für sehr viele Menschen Tiere zum Leben dazugehörten. So mache für viele Menschen erst ein Tier die Familie vollständig.
OLBRICH (2007, 5 f.) führt die Biophilie darauf zurück, dass unsere Vorfahren während mehr als 99 Prozent der Menschheitsgeschichte in Jäger-Sammler Horden mit Tieren und Pflanzen eng verbunden in der Natur gelebt haben. In dieser Zeit seien sie aus den verschiedensten Gründen auf Interaktionen mit ihren Mitlebewesen angewiesen gewesen, wie beispielsweise zum eigenem Schutz, zur Jagd und Nahrungsbeschaffung, zu den vielen Formen der Nutzung der Fähigkeiten von Tieren sowie der Gestaltung des Zusammenlebens mit ihnen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Beweggründe für die Themenwahl und definiert das Ziel der Arbeit, den Forschungsstand zur Theorie und Praxis tiergestützter Interventionen mit Hunden systematisch auszuwerten.
2 Geschichte und Gegenwart der tiergestützten Interventionen: Dieses Kapitel gibt einen geschichtlichen Abriss über den Einsatz von Tieren zu therapeutischen Zwecken und beleuchtet die wissenschaftliche Entwicklung seit den Anfängen durch Levinson.
3 Theoretische Annäherung: Hier werden theoretische Paradigmen, Erklärungsansätze wie die Biophilie-Hypothese, das Konzept der Du-Evidenz sowie die Bindungstheorie auf die Mensch-Tier-Beziehung übertragen und diskutiert.
4 Forschungsergebnisse: Auswirkungen von Hunden auf den Menschen: Dieses Kapitel wertet empirische Studien über die Einflüsse von Hunden auf verschiedene Zielgruppen wie Hundebesitzer, psychisch Kranke, demenzkranke Menschen und Schüler aus.
5 Ziele, Methoden und Einsatzbereiche der tiergestützten Interventionen: Der Hauptteil beschreibt verschiedene Interventionsformen, grundlegende Methoden sowie spezifische Konzepte und Praxisfelder für den Einsatz von Hunden.
6 Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert kritisch die Studienlage und formuliert Anforderungen für die zukünftige Forschung und Praxis.
Tiergestützte Interventionen, Mensch-Hund-Beziehung, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, Bindungstheorie, Canepädagogik, Heilpädagogik, Sozialpädagogik, Therapiebegleithunde, Resozialisierung, Forschungsstand, Evaluation, Interaktionsformen, Wirkung, Praxisbeispiele.
Die Arbeit bietet eine umfassende Literaturübersicht zum theoretischen Hintergrund und der praktischen Anwendung von tiergestützten Interventionen mit Hunden.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Basis der Mensch-Tier-Beziehung, die Kommunikation zwischen Mensch und Hund sowie verschiedene Einsatzbereiche und Konzepte, wie die Canepädagogik oder der Einsatz in Justizvollzugsanstalten.
Das Ziel ist es, den Forschungsstand zur tiergestützten Arbeit mit Hunden aufzuarbeiten und zu prüfen, ob die positiven Annahmen über diese Arbeit durch wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert sind.
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturübersicht und -auswertung, die verschiedene Quellen aus Psychologie, Pädagogik und Soziobiologie heranzieht und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Annäherung, die Darstellung empirischer Forschungsergebnisse zu Auswirkungen auf den Menschen sowie die detaillierte Beschreibung methodischer Grundlagen und konkreter Praxiskonzepte.
Zentrale Begriffe sind neben den verschiedenen Interventionsformen (z.B. TG A, TG P, TG T) die theoretischen Modelle Biophilie, Du-Evidenz und Bindungstheorie sowie die kritische Reflexion über den Forschungsstand.
Die Canepädagogik ist ein sehr spezifisches Konzept, das den Hund als zentrales Medium und "idealen Erzieher" nutzt, um bei schwer verhaltensauffälligen Kindern ein positives Selbstkonzept durch eine direkte pädagogische Begleitung aufzubauen.
Die Arbeit mit Tierheimhunden soll Kindern ermöglichen, selbst aktiv an der Erziehung eines Tieres teilzunehmen, was deren Eigenwirksamkeit stärkt und gleichzeitig die Vermittlungschancen der Hunde durch positive Sozialisierung verbessert.
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