Wissenschaftlicher Aufsatz, 2003
12 Seiten
1. HINWEISE AUF EIN DOPPELTES DEFIZIT
2. GESELLSCHAFTLICHE NORMEN UND INDIVIDUELLE KREATIVITÄT
3. ZWEI BIS FÜNF PROZENT
4. BEGABTENFÖRDERUNG ALS SUBJEKTÖKONOMIE
5. REFLEXIVE MODERNISIERUNG UND ERWEITERTE LERNKULTUR
6. ´VERGNÜGEN AM EIGENEN TUN´
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Begabungsförderung im deutschen Bildungssystem, wobei das Hauptziel darin besteht, die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Anforderungen an eine Wissensgesellschaft und der tatsächlichen Praxis der Begabtenförderung aufzudecken sowie neue Perspektiven für eine zukunftsorientierte Bildungskultur zu entwickeln.
BEGABTENFÖRDERUNG ALS SUBJEKTÖKONOMIE
Selbstverständlich ist, wenn und insofern (Hoch-) Begabungen immer besondere, außeralltägliche mögliche Fähigkeiten und Fertigkeiten darstellen, die individuell als Talente vorhanden und gesellschaftlich zu fördern sind, jede Förderung eines Potentials von 2-5 Prozent von statistisch "normalverteilten" Begabungen pro grundschulischer Kohorte zunächst eine Minderheitenangelegenheit, die in der empirischen Häufigkeit etwa dem gesamten gleichgeschlechtlichen (Homo- und Lesben-) Anteil in der deutschen Gesamtbevölkerung entsprechen dürfte. Bezog sich die gesetzliche Neuregelung zur amtlichen Verpartnerung (ab August 2001) auf jene - so gibt es für diese jedoch bis heute keine vergleichbare Förderung; was umso erstaunlicher ist, weil Begabtenförderung weder ideologische Gleichstellungspolitik noch nachholende Anpassung an bürgerliches Recht ist, sondern zukunftsbezogene Notwendigkeit nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung des "subjektiven Faktors" jeder Ökonomie.
Begabtenförderung im hier verstandenen Sinn ist wohl Subjektökonomie, hat aber mit der Förderung allgemeiner "soft skills", von denen gegenwärtig oft die Rede ist, zunächst nichts zu tun. Begabtenförderung, die diesen Namen verdient, bezielt also nicht jene zahlreichen persönlichen Eigenschaften, Kompetenzen und "Schlüsselqualifikationen", die über fachliche Kenntnisse und Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten hinausgehen (diese nach wie vor vorausgesetzt): allgemeine Sozialkompetenzen (wie Umgangserfahrungen und Beurteilungssmaßstäbe), persönliche Empathie (Einfühlungsvermögen), Team-, Kooperations-, Kommunikations-, Moderations- und Innovationsorientierungen.
HINWEISE AUF EIN DOPPELTES DEFIZIT: Der Autor thematisiert das Versagen des Bildungssystems bei der Förderung sowohl leistungsschwächerer als auch hochbegabter Schüler und hinterfragt den kulturellen Sinn aktueller Bildungsdiskurse.
GESELLSCHAFTLICHE NORMEN UND INDIVIDUELLE KREATIVITÄT: Dieses Kapitel analysiert anhand sozialphilosophischer Ansätze das Spannungsfeld zwischen der notwendigen Normierung durch Gesellschaft und der Unterdrückung individueller kreativer Potenziale.
ZWEI BIS FÜNF PROZENT: Es wird die historische und aktuelle Vernachlässigung der hochbegabten Minderheit innerhalb des deutschen Bildungssystems kritisiert und die Diskrepanz zwischen normativen Ansprüchen und der empirischen Realität aufgezeigt.
BEGABTENFÖRDERUNG ALS SUBJEKTÖKONOMIE: Begabtenförderung wird hier als zukunftsrelevante Investition in den "subjektiven Faktor" einer Ökonomie definiert, die über allgemeine Kompetenztrainings weit hinausgeht.
REFLEXIVE MODERNISIERUNG UND ERWEITERTE LERNKULTUR: Der Autor fordert einen Richtungswechsel in der Bildungskultur hin zu aktiver Toleranz und Entkonformisierung, um nachhaltige Begabungsentwicklung zu ermöglichen.
´VERGNÜGEN AM EIGENEN TUN´: Zum Abschluss wird die Bedeutung von Freude, Selbstbewusstsein und intrinsischer Motivation als notwendige Voraussetzungen für erfolgreiche Lernprozesse und zukunftsfähige Bildung unterstrichen.
Begabungsforschung, Begabtenförderung, Subjektökonomie, Bildungskultur, Kreativität, Hochbegabung, Soziale Konformität, Reflexive Modernisierung, Innovationsorientierung, Bildungsressourcen, Schulentwicklung, Talententwicklung, Wissensgesellschaft, Individuelles Potenzial.
Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Situation und die Defizite der Begabtenförderung im deutschen Bildungssystem aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive.
Die zentralen Themen umfassen das Spannungsfeld zwischen sozialer Normierung und individueller Kreativität, die wirtschaftliche Bedeutung der Begabtenförderung sowie die Notwendigkeit einer neuen Lernkultur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Förderung hochbegabter Potenziale keine bloße Minderheitenangelegenheit ist, sondern eine existenzielle Notwendigkeit für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft.
Der Autor nutzt eine sozialwissenschaftliche Problemanalyse, die soziologische Theorien und bildungspolitische Reflexionen miteinander verknüpft.
Der Hauptteil behandelt die kritische Auseinandersetzung mit dem "mainstream" des Bildungssystems, die ökonomische Dimension von Talentförderung und die Bedingungen für eine reflexive Modernisierung der Lernumgebungen.
Schlüsselbegriffe sind Begabtenförderung, Subjektökonomie, gesellschaftliche Normierung, kreative Entäußerung und Wissensgesellschaft.
Das Defizit besteht darin, dass sowohl die Förderung leistungsschwacher Schüler als auch die Förderung besonders begabter Talente systematisch vernachlässigt wird, was zu einer qualitativen Absenkung des allgemeinen Bildungsniveaus führt.
Dieser Begriff, abgeleitet von Ralf Dahrendorf, beschreibt eine notwendige Komponente erfolgreichen Lernens, die über bloßen Fleiß und Disziplin hinausgeht und schöpferische Freiheit sowie Freude am Erkenntnisprozess einfordert.
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