Diplomarbeit, 2003
84 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1 Phänomen Schattenwirtschaft
1.1 Definitions- und Abgrenzungsproblematik
1.2 Zu den Wohlfahrtseffekten der Schattenwirtschaft
1.3 Modell zur Ermittlung des optimalen Umfang der Bekämpfung
1.3.1 Die individuelle Betrachtung
1.3.2 Gesellschaftliche Wohlfahrt
1.3.3 Optimale Höhe der Geldstrafe
1.3.4 Optimale Dauer der Haftstrafe
1.3.5 Optimale Kombination aus Geld- und Haftstrafe
1.3.6 Einige Modellerweiterungen
1.4 Methoden der Erfassung
1.4.1 Direkte Methoden
1.4.2 Indirekte Methoden
2 Sozialistisches und privates Wirtschaften in der Sowjetunion
2.1 Vorbemerkungen zur Schattenwirtschaft im Sozialismus
2.2 Die Ausgestaltung der Budgeteinnahmen des sowjetischen Staates
2.2.1 Budgeteinnahmen aus dem sozialistischen Sektor
2.2.2 Budgeteinnahmen von der Bevölkerung
2.2.3 Budgeteinnahmen von ausländischen natürlichen sowie juristischen Personen, Joint Ventures und Erlösen sowjetischer Betriebe aus Exporten
2.3 Zur Bedeutung sowjetischer Steuern für die Schattenwirtschaft
2.4 Einige Besonderheiten des sowjetischen Schattensektors
2.4.1 Preisbildung
2.4.2 Produktion
2.4.3 Legale Privatwirtschaft
2.4.4 Landwirtschaft
2.5 Sowjetische Forschung
2.5.1 Historischer Abriss
2.5.2 Konzept der “farbigen Märkte”
3 Schattenwirtschaft im Transformationsprozess
3.1 Ursachen und Erklärungsansätze
3.2 Besonderheiten russischer Schattenwirtschaft
3.3 Korruption
3.4 Enwicklungen im russischen Steuersystem
3.5 Probleme der Erfassung der Schattenwirtschaft
4 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, die Problematik der Schattenwirtschaft im postsowjetischen Russland zu beleuchten. Dabei wird untersucht, wie ökonomische Modelle und gesetzliche Rahmenbedingungen die Entstehung und Entwicklung inoffizieller Wirtschaftsaktivitäten beeinflussen und welche Möglichkeiten der Bekämpfung bestehen.
1.1 Definitions- und Abgrenzungsproblematik
Um die Schattenwirtschaft im postsowjetischen Russland quantifizieren, analysieren und eventuell bekämpfen zu können, ist zuerst eine Begriffsklärung notwendig.
Die Frage “Was ist Schattenwirtschaft?” wird in beinahe jeder Untersuchung dieses Phänomens aufs neue gestellt. Mehrere unterschiedliche Aktivitäten werden dazu gezählt oder aus dem Begriff ausgeschlossen, je nach Wahl der Definitionskriterien. Auch das Wort “Schattenwirtschaft” selbst wird häufig entsprechend der Auffassung des jeweiligen Autors durch Ausdrücke wie “zweite Wirtschaft”, “Parallelwirtschaft”, “Ausweichwirtschaft”, “Untergrundwirtschaft”, “informelle” oder “inoffizielle Wirtschaft” ersetzt.
Ulybin (1991, S. 7) weist zwar auf spezifische Eigenschaften und Ausprägungen russischer Schattenökonomie hin, sieht aber als Voraussetzung für ihr Verständnis die Kenntnis bereits existierender Theorien und Untersuchungen westlicher Ökonomen. Also werden hier zunächst, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige Abgrenzungen und Definitionen der Schattenwirtschaft vorgestellt, und anschließend die Notwendigkeit der Bekämpfung des Phänomens angesprochen.
Phänomen Schattenwirtschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Schattenwirtschaft, untersucht deren Wohlfahrtseffekte und stellt ein ökonomisches Modell zur Ermittlung des optimalen Bekämpfungsumfangs vor.
Sozialistisches und privates Wirtschaften in der Sowjetunion: Der Abschnitt befasst sich mit der systembedingten Entstehung der Schattenwirtschaft in der Sowjetunion sowie den Besonderheiten des dortigen Steuer- und Abgabensystems.
Schattenwirtschaft im Transformationsprozess: Hier werden die Ursachen der Schattenwirtschaft im modernen Russland, insbesondere im Kontext von Korruption und Steuerreformen, analysiert.
Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit westlicher Modelle auf den russischen Kontext.
Schattenwirtschaft, Russland, Sowjetunion, Transformationsprozess, Korruption, Steuerbelastung, Wohlfahrtseffekte, ökonomische Modelle, informelle Wirtschaft, Schwarzarbeit, Spekulation, Steuersystem, Gesetzgebung, Wirtschaftsplanung, inoffizielle Aktivitäten.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Schattenwirtschaft in Russland, sowohl während der sowjetischen Ära als auch im Transformationsprozess nach dem Zerfall der UdSSR.
Zentrale Themen sind die Definition der Schattenwirtschaft, ökonomische Modelle zur Bekämpfung, die Auswirkungen des Steuersystems sowie der Einfluss von Korruption.
Ziel ist es, Licht in die Problematik der russischen Schattenwirtschaft zu bringen und zu evaluieren, wie staatliche Maßnahmen und ökonomische Faktoren deren Ausmaß beeinflussen.
Die Autorin nutzt theoretische ökonomische Ansätze, insbesondere Modelle zur optimalen Strafbemessung und Bekämpfung von Gesetzesverstößen, sowie Literaturanalysen und empirische Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine Analyse des sowjetischen Systems und eine spezifische Untersuchung der Gegebenheiten im heutigen Russland.
Schlüsselbegriffe sind Schattenökonomie, Transformation, Korruption, fiskalische Belastung und die zweigeteilte Volkswirtschaft.
Die Arbeit zeigt, dass Korruption in den Sicherheitsbehörden ein wesentliches Hindernis für eine effektive Bekämpfung der Schattenwirtschaft darstellt und die Kalkulation der Akteure bezüglich Strafmaßnahmen verzerrt.
Während die Schattenwirtschaft in der Sowjetunion primär als Ausweichreaktion auf den Mangel an Konsumgütern und staatliche Reglementierung entstand, ist sie im modernen Russland stärker durch das Streben nach kostengünstigen Produktionsverfahren unter marktwirtschaftlichen Bedingungen geprägt.
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