Diplomarbeit, 2010
139 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Maßregelvollzug
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen der Maßregel zur Sicherung und Besserung
2.2 Die geschichtliche Entwicklung des Maßregelvollzugs
2.3 Unterbringung in einer Entziehungsanstalt nach §64 StGB
2.3.1 Rechtliche Grundlagen
2.3.2 Krankheitsbilder der Patienten
2.3.3 Ziele der Unterbringung
2.3.4 Statistische Entwicklung
3. Sucht und Abhängigkeit
3.1 Begriffsdefinitionen
3.2 Illegale und legale Suchtmittel
3.2.1 Alkohol
3.2.2 Cannabinoide
3.2.3 Psychostimulanzien
3.2.4 Halluzinogene
3.2.5 Opioide
3.2.6 Benzodiazepin
3.3 Abhängigkeitsmodelle
3.3.1 Soziokulturelle Modelle
3.3.2 Psychologische Modelle
3.3.2.1 Lernpsychologisches Modell
3.3.2.2 Psychoanalytische Modelle
3.3.2.3 Persönlichkeitstheorie
3.3.3 Biologische Modelle
3.3.4 Das biopsychosoziale Modell
4. Der Rückfall
4.1 Rückfalldefinition
4.2 Rückfallhäufigkeiten und -zeitpunkte
4.3 Rückfalltheorien
4.3.1 Psychoanalytische Rückfalltheorien
4.3.2 Systemische Rückfalltheorien
4.3.3 Neurobiologische Theorien
4.3.4 Das sozial-kognitive Rückfallmodell
4.4 Rückfallfaktoren und Rückfallbedingungen
4.4.1 Rückfallbedingungen der abhängigen Person
4.4.2 Rückfallbedingungen im sozialen Umfeld
4.4.3 Rückfallbedingungen im Hilfesystem
5. Zwischenfazit
6. Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie
6.1 Die Einrichtung
6.2 Bereiche
6.2.1 Der Innenbereich
6.2.2 Die offene Station und Lockerungen
6.2.3 Langzeiturlaub
6.2.4 Forensische Nachsorge Ambulanz
6.3 Eigene statistische Auswertung der Rückfälle
6.3.1 Einführung und Durchführung
6.3.2 Ergebnisse
6.3.3 Zusammenfassung
7. Rückfallprävention
7.1 Definition Prävention
7.2 Präventionsmaßnahmen nach Marlatt
7.3 Präventionsmaßnahmen im Therapiezentrum
8. Zwischenfazit
9. Empirische Untersuchung
9.1 Forschungsinteresse und Forschungsfragen
9.2 Forschungsmethoden
9.2.1 Die Datenerhebung
9.2.1.1 Die Datenquelle
9.2.1.2 Der Interviewleitfaden
9.2.2 Die Datenauswertung
10. Das Forschungsergebnis
10.1 Die Zeit in der Einrichtung
10.2 Das Gefühl der Patienten während der Vorbereitungen auf den LZU
10.3 Angebote Maßnahmen der Einrichtung während der Vorbereitungen
10.4 Selbsthilfestrategien der Patienten im LZU
10.5 Rückfallauslöser im LZU
10.6 Die Bewertung der rückfallpräventiven Maßnahmen der Einrichtung
10.7 Die Bewertung der Interventionsmaßnahmen der Einrichtung
10.8 Der Einfluss verschiedener Faktoren auf die Rückfallentstehung
10.9 Allgemeine Verbesserungsvorschläge der Patienten
11. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die steigende Rückfallquote bei Patienten eines Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie im Maßregelvollzug gemäß § 64 StGB. Ziel ist es, durch eine qualitative empirische Untersuchung mittels Patienteninterviews zu ermitteln, ob fehlende oder unzureichende rückfallpräventive Maßnahmen der Einrichtung die Rückfallentstehung beeinflussen und wie Patienten die bestehenden Präventionsangebote bewerten.
4.3.4 Das sozial-kognitive Rückfallmodell
Das differenzierteste und empirisch am besten gestützte theoretische Modell zur Erklärung von Rückfällen hat der amerikanische Suchtpsychologe Alan G. Marlatt entwickelt. Von allen wissenschaftlichen Rückfalltheorien hat dieses Modell den weitaus größten Einfluss auf die Forschung und Praxis gewonnen und soll daher im Folgenden ausführlicher erläutert werden. Die von Marlatt entwickelten Theorie sind auch speziell im Rahmen dieser Arbeit von großem Interesse, da er sich nicht nur auf den Rückfallverlauf, sondern auch auf die Entwicklung von Rückfallpräventionsprogrammen spezialisiert hat. Sein Rückfallmodell fließt in die von ihm entwickelten Präventionsprogramme ein. Daraus wird deutlich, wie eng die Rückfallmodelle mit passenden und erfolgsversprechenden Präventionsprogrammen sowie -maßnahmen zusammenhängen.
In dem sozial-kognitiven Rückfallmodell von Marlatt werden einzelne Rückfalltheorien integriert. Er stützt sich darüberhinaus auf Theorien und Befunde der sozial-kognitiven Theorie Banduras, der Gesundheitspsychologie und psychoedukativen Ansätzen. Außerdem münden Marlatts Überlegungen zu seinem Modell in einem Prozess des Rückfalls, in den kognitive, soziale sowie verhaltensbezogene Bedingungsfaktoren eingehen. Bezüglich der Rückfalltheorie von Marlatt kommen die von ihm genannten „Ausrutscher“ und „Rückfälle“ durch eine Kette von Ereignissen und inneren Entscheidungen zustande. Dabei stehen vier unterschiedliche Faktorenbereiche im Vordergrund, durch deren Zusammenspiel ein Rückfall erklärt werden kann. Ein unausgewogener Lebensstil (1) soll die Wahrscheinlichkeit von Risikosituationen (2) erhöhen, die durch fehlende Bewältigungsstrategien nicht gelöst werden können (3). Außerdem spielen gemäß Marlatt geringe Selbstwirksamkeitserwartungen (4) eine bedeutende Rolle in der Entstehung von Rückfällen. Die folgende Grafik schafft einen Überblick über die einzelnen Phasen in Marlatts Rückfallmodell und verdeutlicht
1. Einleitung: Einführung in die gesellschaftliche Relevanz von Drogen, Kriminalität und Sucht, Vorstellung der Forschungsfragen sowie Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. Maßregelvollzug: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung des Maßregelvollzugs sowie der spezifischen Unterbringung nach § 64 StGB.
3. Sucht und Abhängigkeit: Erläuterung relevanter Suchtbegriffe, Vorstellung verschiedener Suchtmittel (legal/illegal) und theoretische Fundierung durch Abhängigkeitsmodelle.
4. Der Rückfall: Theoretische Auseinandersetzung mit Rückfallbegriffen, Häufigkeiten, Rückfalltheorien sowie spezifischen Rückfallfaktoren.
5. Zwischenfazit: Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse zur Vorbereitung auf den empirischen Untersuchungsteil.
6. Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie: Vorstellung der Einrichtung, ihrer Arbeitsweise und eigene statistische Auswertung der dortigen Rückfallzahlen.
7. Rückfallprävention: Definition von Prävention und detaillierte Darstellung der präventiven Maßnahmen im Therapiezentrum basierend auf dem Modell von Marlatt.
8. Zwischenfazit: Zusammenfassende Bewertung der rückfallpräventiven Maßnahmen im Hinblick auf die vier Grundelemente des Rückfallmodells nach Marlatt.
9. Empirische Untersuchung: Darstellung des Forschungsinteresses, der gewählten qualitativen Forschungsmethode sowie der Datenerhebung und -auswertung.
10. Das Forschungsergebnis: Präsentation der Ergebnisse aus den Patienteninterviews, unterteilt in thematische Kategorien von der Eingewöhnung bis zu Verbesserungsvorschlägen.
11. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Gesamtergebnisse, kritische Reflexion und Ausblick auf künftige Maßnahmen.
Maßregelvollzug, Suchtmittelrückfälle, § 64 StGB, Rückfallprävention, Forensische Psychiatrie, Sucht, Abhängigkeit, Marlatt, Patienteninterviews, Langzeiturlaub, Kriminalität, Rückfallmodell, Therapiezentrum, qualitative Untersuchung, Rückfallfaktoren.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Bewertung von Suchtmittelrückfällen bei männlichen Patienten in einem Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug gemäß § 64 StGB).
Die zentralen Themen sind der Maßregelvollzug, die Dynamik von Sucht und Abhängigkeit, theoretische Rückfallmodelle (insbesondere das von Marlatt) sowie die praktische Rückfallprävention in einer forensischen Einrichtung.
Das Ziel ist es, durch eine qualitative Untersuchung zu ergründen, inwieweit Patienten die rückfallpräventiven Maßnahmen der Einrichtung als wirksam erachten und ob die steigende Rückfallzahl mit mangelhaften Präventionsmaßnahmen in Verbindung gebracht werden kann.
Es wurde eine qualitative empirische Untersuchung durchgeführt. Dabei wurden fünf Patienten in leitfadengestützten Interviews befragt und die Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Rechtliche Grundlagen, Sucht- und Rückfalltheorien) und einen empirischen Teil, in dem das Therapiezentrum, die eigene statistische Auswertung der Rückfälle sowie die Ergebnisse der Experteninterviews mit Patienten vorgestellt werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Maßregelvollzug, Rückfallprävention, § 64 StGB, Marlatt-Modell, Suchttherapie und qualitative Patienteninterviews charakterisiert.
Der LZU stellt die kritische Phase dar, in der Patienten erstmals wieder mit dem Alltag konfrontiert werden; die Untersuchung belegt, dass hier die meisten Rückfälle auftreten.
Die Patienten bewerten das Therapieangebot insgesamt positiv und als notwendig, kritisieren jedoch punktuell bestimmte Rahmenbedingungen oder mangelnde Flexibilität bei der Vorbereitung auf den LZU.
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