Diplomarbeit, 2009
79 Seiten, Note: 1.3
TEIL I: THEORETISCHER TEIL
0 Einleitung
1 Zentrale Begriffe
1.1 Interkulturelle Kommunikation, Kultur, Interkulturalität
1.2 Kommunikation und Interaktion
1.3 Identität in der Interkulturellen Kommunikation
2 Die Bausteine der Identity Management Theory (IMT)
2.1 Konversationale Implikaturen, Kooperationsprinzip und Konversationsmaximen von Grice
2.2 Das Gesichtskonzept von Goffman
2.3 Höflichkeitsmodell von Brown und Levinson
2.3.1 Theoretische Einbettung Gricescher Theorie
2.3.2 Theoretische Einbettung Goffmanscher Theorie
2.3.3 Strategien zur Wahrung des Gesichts (Gesichtsarbeit)
2.3.4 Mögliche Kritikpunkte in Bezug auf Interkulturalität
3 Identity Management Theory (IMT)
3.1 Identität und Gesicht
3.2 Theoretische Annahmen der IMT
TEIL II: PRAKTISCHER TEIL
4 Methodologische Grundlagen
4.1 Problemstellung
4.2 Untersuchungsmethode
4.3 Imahoris Studie „Facework Strategies for Intercultural Identity Management” (2002)
5 Untersuchung “Kulturelle Identität von Belarussen im Ausland”
5.1 Hypothese
5.2 Auswahl der Teilnehmer
5.3 Gestaltung des Fragebogens
5.4 Ergebnisanalyse
6 Schlusswort
6.1 Zusammenfassung
6.2 Persönliche Einschätzung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die kulturelle Identität von jungen Belarussen im Ausland unter Verwendung der Identity Management Theory (IMT) zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht, wie Belarussen in interkulturellen Episoden auf Handlungen reagieren, die sie als Bedrohung ihres kulturbezogenen "Gesichts" wahrnehmen, und welche Strategien sie dabei anwenden.
Die Bausteine der Identity Management Theory (IMT)
In Kapiteln 2 und 3 möchte ich Schritt für Schritt die IMT vorstellen. Dafür scheint mir unabdingbar, aufzuzeigen, aus welchen Bestandteilen sie gebaut wurde, das heißt auf welchen Theorien anderer Autoren sie gründet (Kapitel 2). Dies wird das tiefere Verständnis der IMT ermöglichen und damit auch der Mittel, die ich für die hier angesetzte Untersuchung verwenden möchte. Kapitel 3 stellt unmittelbar die theoretischen Annahmen der IMT vor, wie sie in der neuesten Version der IMT 2005 im Gudykunsts Sammelband Theorizing About Intercultural Communication präsentiert wurden (Imahori & Cupach 2005:195-210).
Die Autoren der IMT sind Professor für Kommunikationswissenschaft an der Seinan Gakuin University in Fukuoka (Japan) Tadasu Todd Imahori, der vorwiegend im Bereich der interkulturellen Kommunikation arbeitet, und Professor für Kommunikationswissenschaft an der Illinois State University William R. Cupach, dessen Forschungsschwerpunkt interpersonale Kommunikation ist. Beide Autoren haben sich zusammengefunden, um im Überschneidungsbereich ihrer Tätigkeitfelder am Phänomen der interkulturellen Kommunikationskompetenz zu arbeiten. Auf die Frage, ob interkulturelle Kommunikationskompetenz ein kulturunabhängiges oder ein kulturspezifisches Phänomen ist, antworten sie mit ihrem kultur-synergetischen Ansatz: Laut Cupach & Imahori ist die Fähigkeit des Menschen, sich effektiv und angemessen zu verhalten universal; in verschiedenen Kulturen herrscht aber ein jeweils anderes Verständnis dessen, was effektiv und angemessen ist; ja sogar jeder Mensch hat eine persönliche Vorstellung davon. Innerhalb einer interkulturellen Beziehung und im Laufe deren Entwicklung wird über verschiedene Handlungsweisen verhandelt und – so die Annahme der IMT – die Kommunikationspartner arbeiten mit der Zeit ein gemeinsames beziehungsweise „synergetisches“ Verständnis vom effektiven und angemessenen Verhalten heraus: „Competence requires both appropriate and effective behavior that is mutually satisfying to the participants in a relationship“ (Imahori & Cupach 2005:196).
0 Einleitung: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Identitätssituation als Belarussin im Ausland und leitet daraus ihre Forschungsfrage ab, gestützt durch die Disziplin der Interkulturellen Kommunikation.
1 Zentrale Begriffe: Einführung in die Grundlagen der Interkulturellen Kommunikation, Kulturdefinitionen und die soziologische Perspektive auf Identität und Interaktion.
2 Die Bausteine der Identity Management Theory (IMT): Darstellung der theoretischen Grundlagen aus der Gesprächsanalyse und Soziologie, insbesondere die Theorien von Grice, Goffman sowie Brown und Levinson.
3 Identity Management Theory (IMT): Detaillierte Vorstellung der IMT, ihrer zentralen Konzepte und wie diese Identität und das "Gesicht" in interkulturellen Kontexten verknüpfen.
4 Methodologische Grundlagen: Beschreibung des methodischen Vorgehens für die Untersuchung, inklusive der Orientierung an der Studie von Tadasu Todd Imahori.
5 Untersuchung “Kulturelle Identität von Belarussen im Ausland”: Vorstellung der Hypothese, der Teilnehmerauswahl, des Fragebogendesigns und Analyse der erhobenen Daten.
6 Schlusswort: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse, Reflexion über die Übertragbarkeit der Theorie auf die spezifische Gruppe und persönliche Schlussfolgerungen der Autorin.
Identity Management Theory, Kulturelle Identität, Belarus, Interkulturelle Kommunikation, Gesicht, Gesichtsarbeit, Stereotypisierung, Identitätsmanagement, Soziologie, Interaktion, Kommunikationskompetenz, Belarussen im Ausland, Qualitative Forschung, Kultur, Face-Threatening Acts.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung der kulturellen Identität von Belarussen im Ausland unter Anwendung der Identity Management Theory (IMT).
Die Arbeit thematisiert Interkulturelle Kommunikation, das Konzept des "Gesichts" (face), soziologische Identitätstheorien und spezifisch die kulturelle Selbstverortung junger Belarussen.
Ziel ist es zu ergründen, wie Belarussen im Ausland auf interkulturelle Situationen reagieren, die ihr kulturelles Selbstbild herausfordern oder als bedrohlich wahrgenommen werden.
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung in Form einer elektronischen schriftlichen Befragung, basierend auf Fallbeispielen und theoretischen Modellen von Imahori und Cupach.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Grundlagen, Theorien, IMT) und einen praktischen Teil (Methodik, Durchführung der Befragung, Ergebnisanalyse).
Zentrale Begriffe sind Identitätsmanagement, Gesichtsarbeit, Stereotypisierung, kulturelle Salienz, interkulturelle Episoden und die Identitätskonstitution im Ausland.
Sie liefert eine empirische Untersuchung zum Identitätsverständnis einer jungen Generation von Belarussen, die nach 1991 sozialisiert wurde und im Ausland lebt.
Das Konzept der "Hiesigkeit" dient als historische und soziologische Referenz für die Schwierigkeit, eine stabile belarussische Identität abzugrenzen, und wird als Ausgangspunkt für die Identitätsdiskussion genutzt.
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