Diplomarbeit, 2010
94 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER TEIL
2.1 ENTWICKLUNGSÖKONOMISCHES UMDENKEN
2.1.1 ENTWICKLUNGSPOLITIK
2.1.2 WASHINGTON KONSENSUS
2.1.3 PARADIGMENWECHSEL – POST WASHINGTON KONSENSUS
2.1.3.1 Learning from Reform der Weltbank
2.1.3.2 Augmented Washington Konsensus des Internationalen Währungsfonds
2.1.3.3 „Millenium Project“ der Vereinten Nationen
2.1.3.4 „Growth Diagnostic Framework“ nach Hausmann-Rodrik-Velasco
2.2 MARKTVERSAGEN AUF IMPERFEKTEN KREDITMÄRKTEN
2.2.1 FINANZINTERMEDIATION
2.2.2 MARKTVERSAGEN
2.2.2.1 Agency-Theorie
2.2.2.2 Agency-Probleme auf Kreditmärkten
2.2.3 KREDITRISIKOMANAGEEMENT – STANDARDLÖSUNGEN
2.2.3.1 Kreditwürdigkeitsprüfung (Credit Rating)
2.2.3.2 Kreditsicherung
3. MIKROKREDITE
3.1 MIKROFINANZ IN ENTWICKLUNSLÄNDERN
3.1.1 ERLÄUTERUNG
3.1.2 GESCHICHTE
3.1.2.1 Mikrokredite erster Generation
3.1.2.2 Mikrokredite zweiter Generation
3.2 MARKTVERSAGEN AUF DEN KREDITMÄRKTEN ARMER
3.2.1 PRINZIP ABNEHMENDER KAPITALGRENZERTRÄGE
3.2.2 GRÜNDE FÜR DIE KAPITALUNTERVERSORGUNG
3.3 INNOVATIONEN DER MIKROFINANZ - KONZEPTE
3.3.1 GRUPPENKREDITE
3.3.1.1 Gruppen- und Individualhaftung
3.3.1.2 Instrumentalisierung sozialer Bindungen
3.3.1.3 Nachteile von Gruppenhaftungsmodellen
3.3.2 DYNAMISCHE ANREIZSYSTEME – BEWÄHRUNGSKREDITE
3.3.3 UNKONVENTIONELLE SICHERHEITEN
3.3.4 ANGEPASSTE RÜCKZAHLUNGSPLÄNE
3.4 OUTREACH – SUBVENTIONEN KONTRA FINANZIELLE NACHHALTIGKEIT
4. FALLSTUDIE BOLIVIEN
4.1 ENTWICKLUNGSPOLITISCHE PERSPEKTIVE BOLIVIEN
4.1.1 ZAHLEN UND FAKTEN
4.1.2 GESCHICHTE
4.2 GROWTH-DIAGNOSTIC APPROACH
4.2.1 GROWTH-DIAGNOSTIC STUDIE DER WELTBANK
4.2.2 INVESTITIONEN UND UNTERNEHMERISCHE INITIATIVE IN BOLIVIEN
4.2.3 BOX: DECISION TREE NACH GROWTH-DIAGNOSTIC-APPROACH – BOLIVIEN
4.3 MIKROFINANZMARKT - BOLIVIEN
4.3.1 GESCHICHTE
4.3.1.1 Entstehung des Mikrofinanzsektors in Bolivien
4.3.1.2 Entstehung der BancoSol und der Los Andes
4.3.2 PRODUKTDESIGN DER BANCOSOL UND DER LOS ANDES
4.3.3 OUTREACH
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht Mikrokredite als kontextspezifisches Instrument der Armutsbekämpfung, das sich von den standardisierten Modellen des sogenannten Washington Konsensus abhebt. Ziel ist es, durch die Analyse innovativer Kreditvergabemechanismen zu verstehen, wie Mikrofinanzinstitute Agency-Probleme überwinden und den Zugang zu Kapital für ökonomisch benachteiligte Bevölkerungsschichten ermöglichen, wobei insbesondere der Zielkonflikt zwischen finanzieller Nachhaltigkeit und der Erreichung ärmster Haushalte kritisch beleuchtet wird.
3.1.1 Erläuterung
Der Begriff „Mikrofinanz-Institution“ (MFI) wird in der Regel zur Beschreibung von Instituten verwendet, deren Kerngeschäft es ist, armen Haushalten und Kleinunternehmen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verschaffen. Dieses Engagement kann durch andere öffentliche oder private Ziele ergänzt oder ersetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Maximierung des Shareholder Values, das Lenken von Geldmitteln in bestimmte Sektoren sowie das Mobilisieren von Sparguthaben zur Finanzierung von Staatsinvestitionen (Hardy, Holden, & Prokopenko, 2003, S. 148).
Kunden von MFIs können aufgrund von zu geringem oder nicht vorhandenen Einkünften sowie Sicherheiten und fehlender Kredithistorie üblicherweise nicht von traditionellen Finanzinstituten versorgt werden. Die von MFIs angebotenen Dienstleistungen umfassen in der Regel die Aufnahme von Krediten und die Möglichkeit zu sparen. Jüngst werden ergänzend auch Dienste wie Versicherungen und Zahlungsdienste angeboten. Zusätzlich zur Finanzintermediation wird immer häufiger auch eine soziale Intermediation angeboten, welche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen umfassten. Mikrofinanz ist also nicht nur Finanzdienst, sondern vor allem Instrument der Entwicklungspolitik. MFIs können als Nichtregierungsorganisationen, Genossenschaftsbanken, Volksbanken, staatliche Banken, Geschäftsbank oder als Finanzinstitutionen ohne Banklizenz organisiert sein.
Bei den Kunden in Entwicklungsländern handelt es sich häufig um Straßenhändler, Kleinbauern sowie Anbieter von Dienstleistungen wie Friseure oder Rickshaw-Fahrer, Näher oder Schmiede (Ledgerwood, 1999). Die ausgeübten Tätigkeiten ermöglichen den Kunden in der Regel, einen niedrigen, aber stabilen Einkommensfluss zu generieren. Durch den Zugang zu Finanzdienstleistungen soll es armen Haushalten ermöglicht werden, ihre wirtschaftliche Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Kleinunternehmern hilft es, ihr Geschäft auszuweiten und zusätzliche Aktivitäten zu starten, um die eigene Familie versorgen zu können und im Idealfall neue Arbeitsplätze zu schaffen.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Scheitern des Washington Konsensus in der Entwicklungspolitik und führt Mikrokredite als innovativen, kontextspezifischen Lösungsansatz zur Armutsbekämpfung ein.
2. THEORETISCHER TEIL: Dieser Teil analysiert den entwicklungspolitischen Paradigmenwechsel vom Standard-Modell hin zu Post-Washington-Ansätzen wie dem Growth-Diagnostic-Framework und diskutiert die Agency-Theorie als Erklärung für Marktversagen bei der Kreditvergabe.
3. MIKROKREDITE: Hier werden die Grundlagen der Mikrofinanz, Gründe für die Kapitalunterversorgung Armer sowie innovative Mechanismen zur Agency-Problem-Minimierung wie Gruppenkredite, Anreizsysteme und unkonventionelle Sicherheiten detailliert erörtert.
4. FALLSTUDIE BOLIVIEN: Die Fallstudie überträgt die theoretischen Konzepte auf Bolivien, analysiert die dortige wirtschaftliche Lage und untersucht die Entwicklung spezifischer Institute wie BancoSol und Los Andes hinsichtlich ihrer Technologie und Wirksamkeit.
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Das Fazit ordnet die Rolle der Mikrofinanz kritisch ein, warnt vor dem Status als Allheilmittel und betont die Notwendigkeit kontextabhängiger, kosten-nutzen-orientierter Analyseansätze.
Mikrofinanz, Mikrokredite, Washington Konsensus, Agency-Theorie, Armutsbekämpfung, Bolivien, BancoSol, Los Andes, Finanzintermediation, Marktversagen, Gruppenhaftung, finanzielle Nachhaltigkeit, Growth-Diagnostic-Framework, Entwicklungspolitik, Kreditrationierung.
Die Arbeit untersucht Mikrokredite als alternatives entwicklungspolitisches Instrument, das in Reaktion auf das Scheitern standardisierter wirtschaftsliberaler Rezepte (Washington Konsensus) entstanden ist, um den Zugang zu Kapital für arme Bevölkerungsschichten zu verbessern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Agency-Theorie, den innovativen Mechanismen der Mikrofinanz wie Gruppen- und Individualhaftung sowie der Debatte um die finanzielle Nachhaltigkeit und soziale Wirksamkeit solcher Programme.
Das Ziel ist die Prüfung innovativer Konzepte zur Minimierung von Agency-Problemen bei der Kreditvergabe an Arme und die Untersuchung des Zielkonflikts zwischen Profitabilität der Mikrofinanzinstitute und der Erreichung ärmster Bevölkerungsgruppen.
Neben einer theoretischen Fundierung durch die Agency-Theorie und den Post-Washington-Konsensus-Diskurs wird eine praxisorientierte Fallstudie zu Bolivien durchgeführt, inklusive der Analyse von Daten der Institute BancoSol und Los Andes.
Der Hauptteil erörtert zunächst die ökonomischen Grundlagen (Agency-Probleme, Marktversagen) und stellt dann die Instrumente der Mikrofinanz (Gruppenkredite, Anreizsysteme) vor, bevor er diese am Beispiel der bolivianischen Realität empirisch verifiziert.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mikrofinanz, Agency-Theorie, Bolivien, finanzielle Nachhaltigkeit, Gruppenhaftung und das Growth-Diagnostic-Framework.
Bolivien gilt einerseits als ärmstes Land Südamerikas, besitzt aber gleichzeitig einen international anerkannten und hoch entwickelten Mikrofinanzsektor, was einen idealen Vergleich zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen und deren sozialen Auswirkungen ermöglicht.
Die Institute unterscheiden sich primär in ihrer Technologie: Während die BancoSol auf Gruppenhaftung setzt, verwendet die Los Andes individualbasierte Kreditverträge, was Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der jeweiligen Technologie für die Armutsbekämpfung zulässt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

