Bachelorarbeit, 2010
65 Seiten, Note: 2,2
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Vorgehensweise
1.2. Definition des Begriffs „Betriebsvermögens“
1.3. Definition des Begriffs „gemeinen Werts“
2. Hintergründe des Erbschaftsteuerreformgesetzes 2009
2.1. Verfassungswidrigkeit des bisherigen Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts
2.1.1. Verfassungswidrigkeit hinsichtlich der Behandlung des Betriebsvermögens
2.1.2. Verfassungsrechtliche Vorgaben an den Gesetzgeber
2.2. Zielsetzung des Erbschaftsteuerreformgesetzes 2009, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Betriebsvermögen
3. Betriebsvermögen als Bewertungsgegenstand der Erbschaft- und Schenkungsteuer
4. Bewertungsverfahren zur Wertermittlung des Betriebsvermögens
4.1. Grundsätze der Bewertung ab dem 01.01.2009
4.1.1. Bewertungshierarchie
4.1.2. Kritische Würdigung
4.2. Zulässige Bewertungsverfahren ab 01.01.2009 im Einzelnen
4.2.1. Ableitung des gemeinen Werts aus Kaufpreisen
4.2.1.1. Kurzdarstellung des Bewertungsverfahrens
4.2.1.2. Kritische Würdigung
4.2.2. Bewertung nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren
4.2.2.1. Kurzdarstellung des Bewertungsverfahrens
4.2.2.2. Eigenständige Wertansätze
4.2.2.3. Ermittlung des zukünftig nachhaltig erzielbaren Jahresertrags
4.2.2.4. Ermittlung des Kapitalisierungsfaktors
4.2.2.5. Kritische Würdigung
4.2.3. Bewertung nach dem Ertragswertverfahren gemäß IDW S 1
4.2.3.1. Kurzdarstellung des Bewertungsverfahrens
4.2.3.2. Ermittlung der künftigen Netto-Ausschüttung
4.2.3.3. Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes
4.2.3.4. Kritische Würdigung
4.2.4. Multiplikatorverfahren
4.2.4.1. Kurzdarstellung des Bewertungsverfahrens
4.2.4.2. Kritische Würdigung
4.2.5. Bewertung nach dem Substanzwert und nach dem Liquidationswert
4.2.5.1. Kurzdarstellung des erbschaft- und schenkungsteuerlichen Substanzwerts
4.2.5.2. Kurzdarstellung des Liquidationswerts
4.2.5.3. Kritische Würdigung
5. Erbschafts- und schenkungsteuerliche Begünstigungen für Betriebsvermögen
5.1. Betriebsvermögen als begünstigtes Vermögen
5.1.1. Begünstigtes Betriebsvermögen dem Grunde nach
5.1.2 Verwaltungsvermögen als Negativabgrenzung für begünstigtes Betriebsvermögen
5.1.3. Kritische Würdigung
5.2. Verschonungsregelungen
5.2.1. Regelverschonung
5.2.2. Optionsverschonung
5.2.3. Steuertarifbegrenzung
5.2.4. Kritische Würdigung
5.3. Wohlverhaltensregelungen
5.3.1. Lohnsummenregelung
5.3.2. Behaltensregelungen
5.3.3. Überentnahmeregelung
5.3.4. Kritische Würdigung
6. Zusammenfassung und Fazit
6.1. Bewertungsebene
6.2. Besteuerungsebene
6.3. Abschließende Worte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Erbschaftsteuerreformgesetzes 2009 auf die erbschaft- und schenkungsteuerliche Bewertung und Besteuerung von Betriebsvermögen. Ziel ist es, die neuen, komplexen Bewertungsverfahren und Begünstigungsregelungen kritisch zu würdigen und deren Praxistauglichkeit sowie Verfassungskonformität zu hinterfragen, mit besonderem Fokus auf die Situation von kleinen und mittleren Unternehmen.
4.2.4.2. Kritische Würdigung
Das Multiplikatorverfahren ist im Vergleich zu Bewertungsverfahren, die durch die Berücksichtigung der Ertragsaussichten gekennzeichnet sind, relativ schnell durchführbar. Ebenso ist es aufgrund des einfachen Wertermittlungsschemas leicht verständlich und somit gut kommunizierbar. Für die Anwendung des Multiplikatorverfahrens ist nur eine vergleichsweise geringe Datenbasis erforderlich. So benötigt man für die Ermittlung des Betriebsvermögenswerts faktisch nur eine Bezugsgröße und den entsprechenden Preis eines Vergleichsunternehmens. Die Vergleichbarkeit der Unternehmen ist aber nur selten gegeben, da i. d. R. die Repräsentativität der Datenbasis nicht gewährleistet ist. Dabei hängt die Genauigkeit dieses Bewertungsverfahrens von der Qualität der Datenbasis ab.
Daneben ist die eingeschränkte Berücksichtigung der zukünftigen Ertragsaussichten des Bewertungsobjekts nachteilig zu sehen, da bei der Wertermittlung von Vergangenheitswerten ausgegangen wird. Aufgrund dieser negativen Aspekte dient das Multiplikatorverfahren in der betriebswirtschaftlichen Theorie grundsätzlich nur als Plausibilitätskontrolle für andere Bewertungsverfahren, wie dem Ertragswertverfahren gemäß IDW S 1. Jedoch wird das Multiplikatorverfahren in der Praxis häufig zur Bestimmung des Kaufpreises für kleine und mittlere Unternehmen angewendet und ist daher geeignet, den gemeinen Wert zu ermitteln.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Problemstellung im Kontext des Erbschaftsteuerreformgesetzes 2009 und legt den Aufbau der Arbeit dar.
2. Hintergründe des Erbschaftsteuerreformgesetzes 2009: Das Kapitel analysiert die Gründe für die Verfassungswidrigkeit des alten Erbschaftsteuerrechts und die daraus resultierenden neuen Vorgaben an den Gesetzgeber.
3. Betriebsvermögen als Bewertungsgegenstand der Erbschaft- und Schenkungsteuer: Hier werden die Grundlagen der steuerlichen Bemessungsgrundlage und die Einbeziehung von Betriebsvermögen in die Erbschaft- und Schenkungsteuer erörtert.
4. Bewertungsverfahren zur Wertermittlung des Betriebsvermögens: Dieser Hauptteil widmet sich detailliert den verschiedenen zulässigen Bewertungsverfahren und der gesetzlichen Bewertungshierarchie ab 2009.
5. Erbschafts- und schenkungsteuerliche Begünstigungen für Betriebsvermögen: Dieses Kapitel stellt die neuen Verschonungs- und Wohlverhaltensregelungen dar, die den Erhalt von Arbeitsplätzen fördern sollen.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Bewertungsebene sowie Besteuerungsebene zusammen und bewertet die Reform kritisch.
Erbschaftsteuerreformgesetz 2009, Betriebsvermögen, Unternehmensbewertung, Bewertungsverfahren, vereinfachtes Ertragswertverfahren, Ertragswertverfahren IDW S 1, Multiplikatorverfahren, Substanzwert, Verschonungsregelungen, Wohlverhaltensregelungen, Lohnsummenregelung, Verwaltungsvermögen, Unternehmensnachfolge, Gemeinwohl, Steuerbelastung.
Die Arbeit behandelt die kritische Auseinandersetzung mit der erbschaft- und schenkungsteuerlichen Behandlung von Betriebsvermögen nach dem Erbschaftsteuerreformgesetz 2009.
Die zentralen Themen sind die neuen gesetzlichen Bewertungsverfahren, die Bewertungshierarchie sowie die Bedingungen und Anforderungen für steuerliche Begünstigungen bei der Unternehmensnachfolge.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die durch die Reform eingeführten Verfahren und Regelungen eine realitätsgerechte und verfassungskonforme Bewertung ermöglichen und die Unternehmensnachfolge effektiv erleichtern.
Der Autor führt eine tiefgehende Literaturanalyse durch, würdigt die gesetzlichen Neuregelungen und vergleicht diese mit den Anforderungen der Bewertungspraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und Kritik der Bewertungsmethoden (Ertragswert, Multiplikator, Substanzwert) sowie die Analyse der Begünstigungs- und Wohlverhaltensregelungen.
Wichtige Begriffe sind Erbschaftsteuerreformgesetz 2009, Betriebsvermögen, Verschonungsregelungen, Lohnsummenregelung, Bewertungshierarchie und Verwaltungsvermögen.
Es wird kritisiert, dass es aufgrund starrer Typisierungen und einer starken Vergangenheitsorientierung häufig zu falschen Bewertungsergebnissen führt, die vom tatsächlichen gemeinen Wert abweichen.
Die Lohnsummenregelung stellt eine hohe Hürde dar, da eine Unterschreitung innerhalb der Behaltensfrist zu einem rückwirkenden Entfall der Begünstigungen führt, was ein erhebliches Nachbesteuerungsrisiko für Unternehmen birgt.
Der Autor empfiehlt insbesondere für größere Unternehmen die Einrichtung eines Erbschaftsteuercontrollings, um kritische Vorgänge rechtzeitig zu erfassen und bei drohenden Verstößen gegen Wohlverhaltensregelungen gegensteuern zu können.
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