Diplomarbeit, 2003
87 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Financial Supply Chain
2.1 Der Begriff Financial Supply Chain
2.2 Phasen der Financial Supply Chain
2.2.1 Kontaktaufnahme (Qualify)
2.2.2 Finanzierung (Finance)
2.2.3 Preisfindung (Price)
2.2.4 Risikoabsicherung (Assure)
2.2.5 Rechnungsstellung (Invoice)
2.2.6 Reklamation (Dispute)
2.2.7 Zahlung (Pay)
2.2.8 Prüfung (Review)
2.2.9 Analyse (Analyze)
2.3 Interdependenzen der einzelnen Phasen
3 Erfolgsmaße der Financial Supply Chain
3.1 Kapitalumschlag
3.2 Umsatzrentabilität
3.3 Qualität
3.4 Zusammenfassung
4 Methoden der Modellierung von Geschäftsprozessen
4.1 Ereignisgesteuerte Prozessketten
4.2 System Dynamics
4.3 Kriterien des Vergleichs
4.4 Vergleich
5 Simulationsstudie
5.1 Ziele
5.2 EPK-Modellierung
5.3 Modellierung mit Hilfe von System Dynamics
5.4 Ergebnisse
6 Fazit
7 Anhang
7.1 Modellierung der Veränderungsraten einzelner Phasen FSC für den Volkswagen - Konzern
7.2 Wirkung einzelner Phasen der FSC auf ROI beim „Volkswagen“-Konzern
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Financial Supply Chain (FSC) als monetären Teil der Wertschöpfungskette und analysiert, wie durch die Modellierung von Interdependenzen innerhalb der FSC Effizienzsteigerungen und eine Erhöhung der Rentabilität (ROI) erzielt werden können. Dabei wird geprüft, welche Modellierungsmethoden – insbesondere ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) und System Dynamics – für eine dynamische Abbildung dieser komplexen Zusammenhänge am besten geeignet sind.
2.2 Phasen der Financial Supply Chain
Zu dem Financial Trade Enablement Segment gehören vier Phasen: die Qualify (Kontaktaufnahme), Finance (Finanzierung), Price (Preisfindung) und Assure (Absicherung). Das Trade Settlement Segment besteht aus: der Invoice (Rechnungsstellung), Dispute (Reklamationsmanagement), Pay (Zahlungsvorgang) und Review (Rechnungsprüfung). Der Prozess der Analyse findet nach jeder Phase statt. Die deutschen Begriffe für die einzelnen Phasen der FSC spiegeln nicht immer die präzise Bedeutung wieder, deshalb werden in der Arbeit englischen Begriffe verwendet.
2.2.1 Kontaktaufnahme (Qualify)
Die Qualify-Phase hat die Aufgabe, ein möglichst exaktes Bild über den potenziellen Geschäftspartner machen zu können. Der Qualify-Prozess im Rahmen des FSCM besteht im wesentlichen aus drei Komponenten: dem Findungs-, dem Authentisierungs- und dem Verifikationsprozess.
Die Optimierung des Findungsprozess ermöglicht eine Reduzierung der Kosten und des Zeitaufwands durch die Nutzung neuer Datenbanktechnologien unter Einbeziehung des Internets, welche Informationen anhand finanzieller Kriterien und Präferenzen in Echtzeit sondieren und auswerten. Mittlerweile gibt es viele Kredit- und Wirtschaftsauskunftsagenturen die eine solche Dienstleistung anbieten. Zum Beispiel hat Standard & Poor's in ihrer Datenbank Compustat Data Informationen (GuV Rechnung, Bilanz, Cash Flow Analysen, etc.) über 55.000 Firmen. Die Daten werden anhand von Nachrichten, Geschäfts- und Quartalsberichten und direktem Firmenkontakt analysiert. Außerdem erstellt Standard & Poor's verschiedene Bonitäts- und Rankingtabellen.
Im Authentisierungsprozess wird überprüft, ob die Kontaktperson seitens seines Unternehmens überhaupt die Autorität bzw. Legitimation besitzt, das anstehende Geschäft abzuwickeln. Dies kann eine dritte (unabhängige) Partei übernehmen. Zum Beispiel bietet Identrust eine solche Dienstleistung an. Anhand digitaler Schlüssel und Unterschriften wird der Authentisierungsprozess wesentlich erleichtert, da viele Banken die "digitale Identität" unterstützen und fördern.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Financial Supply Chain als monetärer Teil der Wertschöpfungskette ein und definiert das Ziel, Effizienzpotenziale durch Modellierung der Prozessinterdependenzen aufzudecken.
2 Financial Supply Chain: Dieses Kapitel definiert die Financial Supply Chain und erläutert die acht Phasen (Qualify, Finance, Price, Assure, Invoice, Dispute, Pay, Review) sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten.
3 Erfolgsmaße der Financial Supply Chain: Hier werden die für die FSC zentralen Erfolgsfaktoren Kosten, Zeit und Qualität behandelt und Kennzahlen wie der Kapitalumschlag und der Return on Investment (ROI) zur Messung der Rentabilität eingeführt.
4 Methoden der Modellierung von Geschäftsprozessen: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Modellierungsansätze ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) und System Dynamics hinsichtlich ihrer Eignung für komplexe Geschäftsprozesse.
5 Simulationsstudie: Anwendung der zuvor erarbeiteten Methoden auf den Volkswagen-Konzern, um mittels Simulationen die Auswirkungen von Prozessoptimierungen auf den ROI zu quantifizieren.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Modellierungsmethoden sowie Empfehlungen für eine bewusste, zielorientierte Anwendung in der Praxis.
7 Anhang: Detaillierte mathematische Modellierungen der Veränderungsraten und grafische Darstellungen der ROI-Entwicklung für den Volkswagen-Konzern.
Financial Supply Chain, System Dynamics, Ereignisgesteuerte Prozessketten, ROI, Kapitalumschlag, Umsatzrentabilität, Prozessmodellierung, Geschäftsprozessmanagement, Volkswagen-Konzern, Simulation, Interdependenzen, Rentabilitätsanalyse, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Finanzmanagement
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Modellierung und Simulation der Financial Supply Chain (FSC), um durch ein besseres Verständnis der Prozesse und deren Abhängigkeiten die Rentabilität von Unternehmen zu steigern.
Die Arbeit fokussiert sich auf das Financial Supply Chain Management, die Kennzahlen zur Erfolgsmessung (insbesondere ROI), Methoden der Prozessmodellierung (EPK und System Dynamics) und deren Anwendung in einer Simulationsstudie.
Das Ziel ist der Nachweis, dass in der Financial Supply Chain Effizienzen durch die Abhängigkeiten der Phasen bestehen, und zu prüfen, welche Modellierungsart geeignet ist, diese Wechselwirkungen abzubilden, um den Unternehmenserfolg zu steigern.
Es wird ein theoretischer Vergleich zwischen ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) und System Dynamics vorgenommen, ergänzt durch eine praktische Simulationsstudie unter Verwendung von Daten des Volkswagen-Konzerns.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der FSC und deren Erfolgsmaße, die methodische Vorstellung und den Vergleich der Modellierungsansätze sowie die konkrete Simulationsstudie für den Volkswagen-Konzern.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Financial Supply Chain, ROI, System Dynamics, EPK, Prozessoptimierung und Interdependenzen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine Aufteilung in Einzelteile zu suboptimalen Lösungen führt; erst die Betrachtung der Interaktionen zwischen den Phasen ermöglicht eine echte Steigerung der Gesamteffizienz.
Die Modellierung ergab, dass die Preisfindungsphase (Price-Phase) den größten Einfluss auf das gesamte System hat, weshalb sie für Optimierungen besonders relevant ist.
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