Masterarbeit, 2010
86 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Sozialisation: Eine Interaktionserfahrung und ein konstruktiver Lernprozess
2.1 Berufliche Sozialisation
2.1.1 Sozialisation von Pflegekräften
2.1.2 Sozialisation von Ärzten
2.2 Die Rolle und ihre Funktion in Organisationen
2.2.1 Die Rolle der Pflegekraft
2.2.2 Die Rolle des Arztes
3. Identität
4. Das Selbstbild: Ein Konstrukt aus Eigen- und Fremdwahrnehmung
4.1 Wie wird ein Selbstbild konstruiert?
4.1.1 Soziale Interaktion und ihre Auswirkung auf den Konstruktionsprozess
4.1.2 Kulturabhängigkeit
4.1.3 Personen- und Gruppenabhängigkeit: Soziales Umfeld
4.2 Funktion des Selbstbildes über die Lebensspanne
4.3 Bewertung des Selbstbildes
5. Pflege im Wandel der Zeit
5.1 Historische Entwicklung des Pflegeberufs
5.2 Pflegewissenschaft: Die Pflege auf dem Weg zur Professionalisierung
6. Soziale Wahrnehmung
6.1 Wahrnehmung der Pflegekräfte durch die Gesellschaft
6.1.1 Wahrnehmung des Berufsbilds Krankenpflege
6.2 Wahrnehmung aus dem Blickwinkel des Patienten
6.3 Wahrnehmung der Pflege aus Sicht der Ärzte
6.4 Berufliches Selbstbild der Pflegenden: „Mädchen für Alles“
7. Arbeit im Krankenhaus
7.1 Probleme des modernen Pflegeberufs
8. Interaktion
8.1 Die Interaktion als System der Gesellschaft
8.2 Symbolischer Interaktionismus
8.3 Soziale Interaktion und Kommunikation
8.4 Interaktion zwischen Pflegekraft und Arzt
8.5 Möglichkeiten der Interaktion innerhalb der Organisation Krankenhaus
9. Fazit
Die Arbeit untersucht die Interaktion zwischen Pflegenden und Ärzten im Krankenhaus, um zu verstehen, wie diese Beziehung die Entwicklung des beruflichen Selbstbildes von Pflegekräften beeinflusst und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
2.2.1 Die Rolle der Pflegekraft
Die Rolle der Pflegekräfte wird häufig verknüpft mit der Vorstellung, daß sie die Arbeit unter dem Aspekt der Selbstlosigkeit und damit unter Rückstellung ihrer eigenen Interessen ganz im Sinne des Patienten und seiner Erkrankung ausführen. Die Aufgabe der Pflege wird als Kompensation gesundheitsbedingter Einschränkungen, zur Vorbeugung von Kompetenzverlusten und Hilfe zum Erlernen eines selbständigen Umgangs mit einer Erkrankung angesehen.
Auch wird die Pflegekraft meist mit einer weiblichen Person assoziiert, deren „schönste Pflicht das Dienen“ ist. Daher wird angenommen, daß diese Tätigkeit auch ohne eine hochqualifizierte Ausbildung auszuführen ist. „Diese Ideale und Normen, die größtenteils zur Zeit ihrer Entstehung (in eine bestimmte Richtung) geprägt wurden […], (sind) zu allgemeinen Berufsnormen geworden.“
Die Pflegekraft ist dem Arzt hierarchisch untergeordnet und ihre Tätigkeit steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Arzt und seinen Anordnungen.
Die zunehmende Arbeitsteilung und Neuorientierung im Krankenhaus hat dazu geführt, daß das Tätigkeitsgebiet der Krankenpflege nicht mehr klar von anderen Tätigkeiten und Berufsgruppen (wie Reinigungspersonal, und Servicekräfte) abzugrenzen und damit die Rolle der Pflege „unschärfer“ geworden ist. „Verzichten die Pflegenden auf Abgrenzung, unterlassen es die eigene Rolle zu definieren, dann […] ist die Kooperation mit den Ärzten nicht mehr positiv und chancenreich.“ Diese mangelnde oder klare Trennung hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Umwelt. Die Pflegekraft wird als „Mädchen für alles“ gesehen und nicht als eine qualifizierte Fachkraft, die für die Pflege des Patienten zuständig ist.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die als schwierig empfundene Interaktion zwischen Pflege und Ärzteschaft und leitet die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf das berufliche Selbstbild ab.
2. Sozialisation: Eine Interaktionserfahrung und ein konstruktiver Lernprozess: Dieses Kapitel erläutert Sozialisation als lebenslangen Lernprozess, der durch Interaktion die Persönlichkeit und das Selbstkonzept eines Individuums maßgeblich formt.
3. Identität: Identität wird hier als Resultat eines selbstreflexiven Prozesses definiert, das im ständigen Wechselspiel zwischen dem Individuum und dem sozialen Gegenüber entsteht.
4. Das Selbstbild: Ein Konstrukt aus Eigen- und Fremdwahrnehmung: Hier wird das Selbstbild als hypothetisches Konstrukt analysiert, das aus der Verarbeitung von Umwelteinflüssen und sozialen Interaktionen hervorgeht.
5. Pflege im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Pflege nach und untersucht, wie religiöse und gesellschaftliche Ideale die aktuelle Positionierung des Berufs beeinflussen.
6. Soziale Wahrnehmung: Die soziale Wahrnehmung wird als hochselektiver Konstruktionsprozess verstanden, der die Art und Weise prägt, wie Pflege von der Gesellschaft, Patienten und Ärzten bewertet wird.
7. Arbeit im Krankenhaus: Die Arbeitsorganisation im Krankenhaus wird als hierarchisch und arztzentriert beschrieben, was für die Pflege spezifische Machtstrukturen und Problemlagen schafft.
8. Interaktion: Dieser Abschnitt bietet eine systemtheoretische und symbolisch-interaktionistische Analyse, wie Interaktionen im klinischen Setting Identitäten aushandeln und beeinflussen.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die aktive Gestaltung der Interaktion zwischen Pflege und Ärzten ein zentrales Potenzial bietet, um traditionelle Rollenzuschreibungen aufzubrechen und das berufliche Selbstbild zu stärken.
Berufliche Sozialisation, Pflege, Arzt, Selbstbild, Identität, Interaktion, Krankenhaus, Rollentheorie, soziale Wahrnehmung, Professionalisierung, Patientenbetreuung, Machtstrukturen, Systemtheorie, Symbolischer Interaktionismus, Arbeitszufriedenheit.
Die Arbeit untersucht die Interaktionsbeziehung zwischen Pflegekräften und Ärzten im Krankenhaus und analysiert, wie diese Interaktion das berufliche Selbstbild der Pflegenden beeinflusst.
Zu den zentralen Themen gehören Sozialisationsprozesse, Identitätsbildung, das Selbstbild als Konstrukt, historische Entwicklungen des Pflegeberufs, soziale Wahrnehmungsmechanismen sowie Machtverhältnisse im Krankenhaus.
Das primäre Ziel ist es, die Faktoren aufzuzeigen, die zur Ausbildung des Selbstbildes von Pflegekräften beitragen, und zu verdeutlichen, wie eine aktive Interaktionsgestaltung neue Handlungsspielräume eröffnen kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Analyse soziologischer und psychologischer Theorien (insbesondere Sozialisationstheorien, Rollentheorie nach Parsons, systemtheoretische und symbolisch-interaktionistische Ansätze).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sozialisation, Identität und Selbstbild, eine historische Analyse der Pflege, sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Interaktionsdynamiken zwischen Pflege und Ärzten.
Berufliche Sozialisation, Pflege, Arzt, Selbstbild, Identität, Interaktion, Krankenhaus, Rollentheorie, soziale Wahrnehmung, Professionalisierung.
Die historisch gewachsene Verknüpfung der Pflege mit Idealen wie Selbstlosigkeit, Berufung und dem „Dienen“ führt dazu, dass der Beruf oft nicht als eigenständige, hochqualifizierte Profession wahrgenommen wird, was die Identitätsbildung der Pflegenden erschwert.
Da die Interaktion zwischen Pflege und Ärzteschaft ein zentrales Merkmal des klinischen Alltags ist, beeinflusst sie durch die Anerkennung oder Nicht-Anerkennung pflegerischer Leistung maßgeblich das Selbstwertgefühl und die berufliche Identität der Pflegekräfte.
Das Krankenhaus ist hierarchisch arztzentriert organisiert. Diese vorgegebenen Strukturen determinieren oft die Handlungsspielräume der Pflegekräfte, was die Interaktion zwischen den Berufsgruppen stark reglementiert und Machtungleichgewichte stabilisiert.
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