Magisterarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit und Zielsetzung
2 Modelle des lexikalischen Zugriffs
2.1 Der lexikalische Zugriff nach Levelt et al. (1999)
2.2 Der lexikalische Zugriff nach Caramazza (1997)
2.3 Der lexikalische Zugriff nach Dell (1986)
3 Die Bild-Wort-(Interferenz)-Aufgabe
4 Zum Ursprung des semantischen Interferenzeffektes
5 Experimentelle Untersuchung
6 Methode
6.1 Teilnehmer
6.2 Stimulusmaterial
6.3 Design
6.4 Prozedur/Vorgehen
6.5 Richtlinien
7 Auswertung
7.1 Fehlerraten
7.2 Reaktionszeitmittelwerte
7.3 Interferenzstatistische Datenanalyse
7.3.1 Überprüfung der Hypothesen
8 Diskussion
8.1 Zu den Faktoren SOA und Ablenkertyp
8.2 Diskussion der Fehlerraten
8.3 Wo sitzt der semantische Interferenzeffekt?
8.4 Fazit
8.5 Probleme
9 Ausblick
Die Arbeit untersucht den Ursprung und die Funktionsweise des semantischen Interferenzeffekts bei der Sprachproduktion. Ziel ist es, anhand eines eigenen Experiments zu klären, auf welcher Stufe der Sprachverarbeitung (konzeptuell, lexikalisch oder post-lexikalisch) die Interferenz entsteht und ob semantisch nahe oder weiter entfernte Ablenker einen stärkeren Einfluss auf Benennzeiten ausüben.
2.1 Der lexikalische Zugriff nach Levelt et al. (1999)
Der von Levelt (1989), Roelofs (1992), Jescheniak & Levelt (1994) und Levelt et al. (1999) entwickelte Ansatz beschreibt den Prozess der Sprachproduktion in seinem vollen Umfang von der konzeptuellen Planung bis zur Artikulation.
Levelt et al. (1999) nehmen folgende Teilprozesse der Sprachproduktion an: konzeptuelle Planung, lexikalische Auswahl, morphologische Enkodierung, phonologische Enkodierung und Syllabifizierung, phonetische Enkodierung und Artikulation.
Die erste Prozessstufe der Sprachproduktion besteht in der konzeptuellen Planung einer Äußerung (conceptual preparation). Auf der konzeptuellen Ebene werden die Konzepte bzw. die Sinneinheiten, die zur Produktion benötigt werden, ausgewählt. Das Ergebnis dieser Prozessstufe bilden „lexikalische Konzepte“, die anschließend in die lexikalische Auswahl auf der Lemma-Ebene eingehen (lexical selection). Auf der Lemma-Ebene werden syntaktisch spezifizierte Einheiten („Lemmata“), die mit den einzelnen „lexikalischen Konzepten“ verbunden sind, abgerufen. Als Nächstes setzen Prozesse zur morphologischen und phonologischen Enkodierung ein (word form retrieval). Es erfolgt der Zugriff auf „Morpheme“, die in „phonologische Wörter“ (syallabification) und „phonetische Gesten“ (phonetic encoding) übergehen. Zum Abschluss kann die Artikulation erfolgen.
1 Einleitung: Einführung in das Thema der Sprachproduktion und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zum lexikalischen Zugriff.
2 Modelle des lexikalischen Zugriffs: Detaillierte Darstellung theoretischer Modelle zur Sprachproduktion von Levelt, Caramazza und Dell.
3 Die Bild-Wort-(Interferenz)-Aufgabe: Erläuterung der experimentellen Methode zur Untersuchung von Interferenzprozessen in der Sprachproduktion.
4 Zum Ursprung des semantischen Interferenzeffektes: Theoretische Herleitung und Diskussion möglicher Orte des Interferenzeffekts innerhalb des Sprachsystems.
5 Experimentelle Untersuchung: Hypothesenbildung für die eigene Untersuchung basierend auf der Wettbewerbshypothese.
6 Methode: Beschreibung des experimentellen Designs, der Teilnehmer und des Stimulusmaterials.
7 Auswertung: Statistische Analyse der erhobenen Reaktionszeiten und Fehlerraten.
8 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext bestehender Hypothesen und Klärung der Fehlerquellen.
9 Ausblick: Zusammenfassung der offenen Fragen und Vorschläge für zukünftige Forschungsansätze.
Sprachproduktion, lexikalischer Zugriff, semantische Interferenz, Bild-Wort-Aufgabe, Lemma-Auswahl, SOA, Wettbewerbshypothese, Response Exclusion Hypothesis, Bahnungseffekt, mentale Repräsentation, Sprechfehler, Psycholinguistik, Aktivationsausbreitung, semantische Nähe, Sprachverarbeitung
Die Arbeit befasst sich mit den kognitiven Mechanismen der Sprachproduktion, speziell mit der Frage, wie Sprecher Wörter aus ihrem mentalen Lexikon abrufen und wie konkurrierende Informationen diesen Prozess beeinflussen.
Die zentralen Themen sind der Prozess des lexikalischen Zugriffs, der semantische Interferenzeffekt bei der Bildbenennung und der Vergleich verschiedener theoretischer Sprachproduktionsmodelle.
Das primäre Ziel ist es, den Ursprung und die Funktionsweise des semantischen Interferenzeffekts zu identifizieren, um zu klären, auf welcher Stufe der Sprachverarbeitung er stattfindet.
Es wurde ein Experiment vom Typ "Bild-Wort-Interferenzaufgabe" durchgeführt, bei dem Probanden Bilder benennen mussten, während sie störende Wortablenker ignorierten.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung durch einschlägige Modelle, die Konzeption und Durchführung eines eigenen Experiments sowie die statistische Auswertung und fachliche Diskussion der Ergebnisse.
Sprachproduktion, lexikalischer Zugriff, semantische Interferenz, Bild-Wort-Aufgabe, Lemma-Auswahl und die Wettbewerbshypothese.
Die SOA (Stimulus Onset Asynchrony) ist entscheidend, um den zeitlichen Verlauf der Aktivierung von Zielwörtern und Ablenkern zu messen und daraus Schlüsse über die Prozessstufen zu ziehen.
Die Untersuchung der semantischen Nähe testet, ob stärkere semantische Ähnlichkeit zu mehr oder weniger Interferenz führt, was entscheidend für die Stützung der jeweiligen theoretischen Modelle ist.
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