Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 1,3 (91 von 100)
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Managergehälter auf dem Prüfstand
2.1 Die Komplexität von Vergütungssystemen
2.1.2 Ableitung der Motivation auf die Vergütung
2.1.3 Gängige Vergütungskomponenten
2.1.4 Die Problematik buchhalterischer Kennzahlen und des Aktienkurses als Bemessungsgrundlage für die Bonuszahlung
2.1.5 Die Auswirkung der Principal-Agent-Theorie auf die wertorientierte Vergütung
2.2 Entlohnung
2.2.1 Verschiedene Versionen der Effizienzlohntheorie als Erklärungsansatz für übertarifliche Bezahlung
2.2.2 Lohngerechtigkeit aus Sicht der Wirtschaftswissenschaften
2.3 Gesetzlicher Rahmen zur Vorstandsvergütung
2.3.1 Corporate Governance
2.3.2 Die Auswirkung der Corporate Governance auf das Managementsystem
2.3.3 Gesetze und der Corporate Governance Kodex
2.3.4 Die Umsetzung der Gesetzesbeschlüsse und Empfehlungen
2.4 Zusammenfassung
3 Ethikmanagement
3.1 Moral
3.2 Ethik
3.3 Wirtschaftsethik
3.3.1 Ordnungsethik
3.3.2 Unternehmensethik
3.3.2.1 Unternehmenskultur
3.3.2.2 Corporate Social Responsibility
3.3.3 Individualethik
3.4 Lohngerechtigkeit aus Sicht der Ethik
3.5 Zusammenfassung
4 Physiologische und psychologische Aspekte des Managerberufs
4.1 Work-Life-Balance
4.2 Arbeitszeit und -situation
4.3 Freizeit- und Familiensituation
4.4 Gesundheitsmanagement
4.5 Zusammenfassung
5 Forschungsmethodik
5.1 Forschungsziel
5.2 Forschungsansatz
5.3 Datenerhebung
5.4 Auswertung
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht kritisch die aktuelle Vergütung von Managern in Deutschland, hinterfragt deren Rechtfertigung durch wirtschaftswissenschaftliche sowie ethische Theorien und analysiert, inwieweit bestehende Regulierungen und Konzepte ausreichen oder angepasst werden müssen.
4.2 Arbeitszeit und -situation
Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit einer deutschen Arbeitskraft beträgt 41,2 Stunden, wobei die tariflich festgesetzte Arbeitszeit bei 37,6 Stunden liegt. Bei Managern wird die Arbeitszeit wie in der oft zitierten Beraterweisheit „Der Tag hat 24 Stunden und zur Not nehmen wir noch die Nacht dazu!“ gehandhabt. Vier von fünf der Befragten, zu denen „Top-Manager“ mit einem Verdienst von 120.000 Euro aufwärts zählen, arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche. Das ist das Ergebnis der "Work-Life-Balance"-Studie, die die Managementberatung Kienbaum in Kooperation mit dem Harvard Businessmanager erarbeitete. Die Hälfte der Führungskräfte mit einem Jahresgehalt von mehr als 200.000 Euro hat eine 60- bis 70-Stunden-Woche. 96 Prozent der Befragten, arbeiten auch am Wochenende, ein Drittel der über 200.000 Euro Verdienenden sogar 10 bis 20 Stunden im Monat. Eine Studie der Knight/Wendlin AG kommt zu der Erkenntnis, dass Führungskräfte 80 Prozent ihrer Wachzeit für Berufsbelange aufwenden, wobei nur 13 Prozent diesen Zustand bewusst beabsichtigen.
Dabei sind die Top-Manager überaus zurückhaltend, wenn es um die Berechnung der eigenen Arbeitszeit geht. Die „Soft-Arbeitszeit“, z.B. abendliche Veranstaltungen, die dem „Social Networking“ dienen, werden kaum mitgerechnet, obwohl praktisch jeder Manager mehrere Abende pro Woche der Kontaktpflege widmet.
Der vollständige Urlaubsanspruch wird lediglich von 24 Prozent der Führungskräfte geltend gemacht. 22 Prozent sehen davon ab ihre nicht in genutzten Urlaubstage ins Folgejahr übertragen zu lassen. Dieses Phänomen ist auf die Unternehmenskultur zurückzuführen, in der die Führungskraft in vielerlei Hinsicht das Nachsehen gegenüber Angestellten hat. Die Unternehmenskultur ist zugleich der ausschlaggebende Grund für die häufig längere Verweildauer der Führungskraft im Unternehmen ohne notwendigen Anlass. Die kulturelle Anforderung, dass Führungskräfte ihren Arbeitstag nicht vor ihren Angestellten beenden dürfen, übt regelmäßig Druck auf den Manager aus.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Problematik der Managervergütung und skizziert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Managergehälter auf dem Prüfstand: Dieses Kapitel analysiert Vergütungssysteme, die Principal-Agent-Theorie, rechtliche Rahmenbedingungen wie das VorstAG und die Problematik von Boni auf Basis buchhalterischer Kennzahlen.
3 Ethikmanagement: Es wird die Rolle von Ethik in der Wirtschaft diskutiert, wobei zwischen Ordnungsethik, Unternehmensethik und Individualethik unterschieden wird, ergänzt um eine ethische Perspektive auf Lohngerechtigkeit.
4 Physiologische und psychologische Aspekte des Managerberufs: Hier werden die Belastungen des Managerberufs, Aspekte der Work-Life-Balance, Auswirkungen auf Gesundheit und Familie sowie der Trend zu leistungssteigernden Substanzen untersucht.
5 Forschungsmethodik: Der methodische Teil beschreibt das Forschungsziel, den qualitativen Forschungsansatz, das Vorgehen bei der Datenerhebung durch Experteninterviews und deren Auswertung.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Notwendigkeit spezieller Instrumente zur Vergütungsgestaltung und reflektiert die ethische Perspektive auf faire Managerbezüge.
Managervergütung, Corporate Governance, VorstAG, Lohngerechtigkeit, Wirtschaftsethik, Principal-Agent-Theorie, Work-Life-Balance, Unternehmensethik, Leistungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Arbeitszeit, Gesundheitsmanagement, qualitative Forschung, Vorstandsbezüge, Shareholder Value
Die Bachelor Thesis befasst sich mit der kritischen Betrachtung von Managergehältern in deutschen Unternehmen, insbesondere im Kontext von börsennotierten Aktiengesellschaften.
Zentrale Themen sind die Ausgestaltung von Vergütungssystemen, der rechtliche Rahmen, ethische Aspekte des Managements sowie die psychischen und physischen Belastungen, die mit Spitzenpositionen einhergehen.
Das primäre Ziel ist es, die Kritik an der Vergütung von Managern und deren Rechtfertigung zu hinterfragen sowie zu prüfen, ob bestehende Regulierungsmodelle zur Angemessenheit ausreichen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Thematik und ergänzt diese um eine empirische Untersuchung, für die qualitative Experteninterviews mit Managern geführt wurden.
Der Hauptteil analysiert Vergütungsstrukturen, ökonomische und ethische Theorien, staatliche Eingriffe durch Gesetze, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Führungskräften sowie die Ergebnisse der empirischen Erhebung.
Managervergütung, Corporate Governance, Lohngerechtigkeit, Wirtschaftsethik, VorstAG und Work-Life-Balance sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Sie dient als Analyseansatz, um die Interessenunterschiede zwischen Aktionären (Principals) und Managern (Agents) zu erklären und die Notwendigkeit wertorientierter Vergütung als Anreizmittel aufzuzeigen.
Die befragten Probanden reagieren unterschiedlich; während einige eine schlechte Kommunikation der Unternehmen als Grund sehen, verweisen andere auf interpersonelle Vergleiche, Neidfaktoren oder die Notwendigkeit von „Pay-for-Performance“.
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine starre Gehaltsobergrenze entgegen dem Sinn der Marktwirtschaft steht und stattdessen eine funktionierende Rahmenordnung mit entsprechender Unternehmenskultur wichtiger ist.
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