Diplomarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1 Vorbemerkung
1.2 Latente Steuern als neuer Gedanke?
1.2.1 Die bisherigen Regelungen
1.2.2 Die Änderungen durch das BilMoG
1.2.2.1 Übersicht der Änderungen durch das BilMoG
1.2.2.2 Aufhebung der umgekehrten Maßgeblichkeit
2. Konzept, Zielsetzung und Grundlagen
2.1 Zielsetzung
2.2 Latente Steuern im Rating
2.3 Grundlagen
2.4 Synopse in der einzelgesellschaftlichen Rechnungslegung -HGB a.F., DRS 18, IFRS und HGB
2.5 IFRS als Auslegungshilfe
2.6 Normadressaten nach HGB n.F.
3. Konzepte und Methoden latenter Steuern im Einzel- und Konzernabschluss
3.1 Konzepte der Bilanzierung latenter Steuern zum Ansatz in der Bilanz, Erfassungs- und Ermittlungsmethoden
3.1.1 Timing-Konzept
3.1.2 Temporary-Konzept
3.1.2.1 Temporäre Unterschiede
3.1.2.2 Permanente Unterschiede
3.2 Entstehung von aktiven und passiven latenter Steuern mit ausgewählten Problemen
3.2.1 Aktive latente Steuern
3.2.2 Steuerliche Verlustvorträge
3.2.3 Passive latente Steuern
3.2.4 Entstehung latenter Steuern durch das BilMoG mit einzelnen ausgewählten Sachverhalten
3.2.4.1 Herstellkosten
3.2.4.2 Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
3.2.4.3 Bewertung von Vorräten
3.2.4.4 Abschreibungsmethoden
3.2.4.5 Sonderposten mit Rücklageanteil
3.2.4.6 Abzinsung
3.2.4.7 Bewertungsunterschiede
3.3. Bewertung
3.3.1 Allgemeine Bewertungsregeln
3.3.2 Berechnung der Steuerabgrenzung
3.3.3 Anzuwendender Steuersatz
3.3.3.1. Einzelabschluss
3.3.3.2 Konzernabschluss
4. Latente Steuern in der einzelgesellschaftlichen Rechnungslegung
4.1 Würdigung durch § 274 HGB
4.2 Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften §274 HGB i.v.m. § 274a Nr. 5 HGB
5. Latente Steuern im Konzernabschluss
5.1 Würdigung durch § 306 HGB
5.2 Überblick und Entstehung latenter Steuern im Konzernabschluss
5.2.1 Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen
5.2.2 Latente Steuern aus der Schuldenkonsolidierung
5.2.3 Latente Steuern aus der Zwischenergebniseliminierung
5.2.4 Latente Steuern aus der Equity-Methode
6. Buchhalterische Erfassung
6.1 Ansatz in der Bilanz
6.1.1 Abstrakte und konkrete Bilanzierungsfähigkeit
6.1.2 Saldierung von latenten Steuern
6.1.3 Bewertung und Ausweis in der Bilanz
6.2. Bildung und Auflösung in der Gewinn und Verlustrechnung
6.2.1 Erfolgswirksame Erfassung
6.2.2 Erfolgsneutrale Erfassung
6.3 Ausweis im Anhang
6.4 Ausschüttungssperre
7. Spezialprobleme latenter Steuern
7.1 Bei der deutschen Organschaft
7.2 Bei Personengesellschaften
7.2.1 Einfluss Sonderbilanzen
7.2.2 Ergänzungsbilanzen
7.3 Bei der Zinsschranke
7.4 Bei der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags nach § 7g EStG
8. Anwendungsbereich der durch das BilMoG bewirkten Veränderungen
8.1 Verringerung des Anwendungsbereichs
8.2 Ausdehnung des Anwendungsbereiches
8.3 Erhöhung des Eigenkapitalausweises — folgen in der Bilanzanalyse und dem Rating
8.4 Bilanzpolitik nicht nur für kleine Unternehmen — Saldierungswahlrecht
9. Fazit / Kritik
Die Diplomarbeit untersucht die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) veränderten Rahmenbedingungen für die Bilanzierung latenter Steuern. Ziel ist es, die Umstellung vom bisherigen GuV-orientierten Timing-Konzept auf das bilanzorientierte Temporary-Konzept sowie deren Auswirkungen auf die Rechnungslegung, die steuerliche Abgrenzung und die Bilanzanalyse im Einzel- und Konzernabschluss darzustellen.
3.1.2.1 Temporäre Unterschiede
Bei den temporären Unterschieden handelt es sich um zeitliche Differenzen, die sich im Zeitverlauf umkehren. Diese entstehen z. B. wenn Vermögenswerte unterschiedlich abgeschrieben werden.58
Neben den temporären Unterschieden gibt es die quasi-permanenten Differenzen, die auch gleichzeitig temporäre Differenzen sein können, wenn sie bilanzwirksam sind.59 Quasi-permanente Differenzen sind die Fäll, welche sich im Grunde umkehren werden, aber die Auflösung nicht geplant und höchst unwahrscheinlich ist. Die Unterschiede lösen sich meist nicht automatisch im Lauf der Zeit auf, sondern sind von Unternehmerischen Entscheidungen abhängig. Solche Differenzen lösen sich beispielsweise erst mit Liquidation des Unternehmens auf. Dies kann vorkommen, wenn ein Fabrikgebäude in der Handelsbilanz zum Zeitwert und in der Steuerbilanz zum geringeren Buchwert angesetzt wird. Die Differenz löst sich erst beim Verkauf des Fabrikgebäudes auf. Unterstellt man, dass ein Fabrikgebäude im Unternehmen existenzwichtig ist, so würde sich diese Differenz erst bei der Liquidation des Unternehmens auflösen.60
Auf beide Arten der Differenzen dürfen bzw. müssen latente Steuern gebildet werden, abhängig ob es sich um passive (Pflicht) oder aktive (Wahlrecht) latente Steuern handelt.
1. Einführung: Darstellung der Intention des BilMoG, die HGB-Rechnungslegung durch Annäherung an IFRS-Standards aufzuwerten und die Bedeutung latenter Steuern zu erhöhen.
2. Konzept, Zielsetzung und Grundlagen: Erläuterung der konzeptionellen Änderungen, der Bedeutung der Steuerquote für das Rating und der rechtlichen Grundlagen nach BilMoG.
3. Konzepte und Methoden latenter Steuern im Einzel- und Konzernabschluss: Detaillierte Analyse des Timing- versus Temporary-Konzepts sowie der konkreten Entstehung von Latenzen bei verschiedenen betrieblichen Sachverhalten.
4. Latente Steuern in der einzelgesellschaftlichen Rechnungslegung: Bewertung der Auswirkungen des § 274 HGB und der (begrenzten) Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften.
5. Latente Steuern im Konzernabschluss: Untersuchung der spezifischen Konsolidierungsproblematiken, einschließlich Kapital- und Schuldenkonsolidierung sowie Equity-Methode.
6. Buchhalterische Erfassung: Anleitung zur bilanziellen Umsetzung, zum Ausweis in der GuV sowie zur Behandlung der Ausschüttungssperre.
7. Spezialprobleme latenter Steuern: Analyse komplexer Einzelfälle wie Organschaft, Personengesellschaften, Zinsschranke und Investitionsabzugsbeträge nach § 7g EStG.
8. Anwendungsbereich der durch das BilMoG bewirkten Veränderungen: Überblick über die Verringerung bzw. Ausdehnung des Anwendungsbereichs und die Folgen für die Bilanzpolitik.
9. Fazit / Kritik: Zusammenfassende kritische Würdigung des erreichten Vereinfachungspotenzials und der praktischen Umsetzung des BilMoG.
BilMoG, Latente Steuern, Temporary-Konzept, Timing-Konzept, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Konzernabschluss, Aktivierungswahlrecht, Steuersatz, Verlustvortrag, Ausschüttungssperre, Bilanzanalyse, Zinsschranke, Organschaft, Kapitalkonsolidierung
Die Arbeit behandelt die Bilanzierung latenter Steuern unter Berücksichtigung der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) eingeführten Neuregelungen im deutschen Handelsrecht.
Neben der theoretischen Umstellung vom Timing- zum Temporary-Konzept werden die praktische Umsetzung, der Ausweis in Bilanz und GuV, sowie zahlreiche Spezialfälle wie die Zinsschranke oder Konsolidierungsmaßnahmen thematisiert.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch den Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit und die Umstellung der Ermittlungsmethodik die Relevanz und Komplexität der Steuerabgrenzung für Unternehmen verändert hat.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse einschlägiger Kommentare, Fachzeitschriften und Gesetzesmaterialien, ergänzt durch anschauliche Fallbeispiele.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Darstellung der Entstehung latenter Steuern durch bilanzielle Differenzen, die Bewertungsmethodik sowie die spezifischen Anforderungen im Konzernrechnungswesen.
Zu den Kernbegriffen zählen BilMoG, Temporary-Konzept, Steuerabgrenzung, latente Steuern, Kapitalkonsolidierung und bilanzpolitische Gestaltungsspielräume.
Die Zinsschranke führt zu komplexen Auswirkungen auf das steuerliche EBITDA und Zinsvorträge, deren Abbildung in der latenten Steuerrechnung spezifische Kenntnisse der Gewerbesteuer erfordert.
Obwohl kleine Kapitalgesellschaften theoretisch entlastet werden sollten, zeigt die Arbeit, dass die praktische Anwendung und die damit verbundenen Rückstellungsverpflichtungen zu erheblichen Unklarheiten führen.
Die Ausschüttungssperre dient dem Gläubigerschutz, indem sie verhindert, dass Unternehmen nicht realisierte Erträge oder aktivierte latente Steuern ausschütten, die keine reale Liquiditätsbasis haben.
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