Diplomarbeit, 1997
159 Seiten, Note: 1
1 Vorbemerkungen
2 Wie wirkt Sprache im Gehirn?
2.1 Wissenschaftstheoretische Vorüberlegungen
2.2 Herangehensweise
3 Grundlagen der Sprachperzeption
3.1 Theorien der Sprachperzeption
3.1.1 Phonetische Grundlagen der Sprachperzeption
3.1.1.1 Die Grundeinheiten der Sprache: Sprachlaute
3.1.2 Distinktive Merkmale
3.2 Neurophysiologische und neuroanatomische Grundlagen der Sprachperzeption
3.3 Die kortikalen Strukturen der Sprache (BRODMAN-Areale, BROCA- und WERNICKE-Areal)
3.4 Lokalisationstheorien
3.5 Lateralisation der Sprachverarbeitungsprozesse
3.6 Grundlagen der Verarbeitung distinktiver phonetischer Merkmale
3.6.1 Der Ort der Artikulation (OA)
3.6.2 Stimmhaftigkeit (VOT)
4 Methodische Grundlagen
4.1 Grundprinzipien der Magnetoenzephalographie
4.1.1 Was ist Biomagnetismus?
4.1.2 Pro und Contra der Magnetoenzephalographie
4.2 Elektrophysiologische Grundlagen der neuromagnetischen Quellenlokalisation
4.2.1 Die Aktionspotentiale - „Sprache“ der Neuronen
4.2.2 Fortleitung des Aktionspotentials
4.2.3 Das Quellenmodell des äquivalenten Stromdipols
4.2.4 Das Kopfmodell
4.2.5 Das inverse Problem
4.3 Aufbau des 37-Kanal-SQUID-Meßsystems
4.3.1 Funktionsweise und wichtige Kenndaten
5 Die Methodik der Auditorisch Evozierten Antworten
5.1 Klassifikation und Nomenklatur der AEP und AEF
6 Experimentelle Untersuchung der AEF, die durch Stimmhaftigkeit und Artikulationsort in beiden Hirnhälften hervorgerufen werden
6.1 Hypothesen
6.2 Experimentelles Design
6.3 Das Stimulimaterial
6.3.1 Der Vokalraum
6.3.2 Generierung der Stimuli
6.4 Durchführung des Experiments
6.4.1 Probanden
6.4.2 Vorbereitungen: Audiogramm, Händigkeits- und Diskriminationstest
6.4.3 Die MEG-Messungen
6.4.4 Die steady-state-Stimulation
6.5 Datenanalysen
6.5.1 Reduktion des Rauschens
6.5.2 Artefaktausschluß und Mittelungsprozedur
6.5.3 Quellenanalyse
6.5.0 6.5.4 Statistische Analysen
6.5.5 Latenz- und Amplitudeneffekte
6.5.6 Lokalisationen
7 Ergebnisse
8 Diskussion
9 Zusammenfassung und Ausblick
10 Glossar
11 Literaturverzeichnis
12 Anhang
Die Arbeit untersucht die neurophysiologischen Grundlagen der Sprachperzeption, insbesondere den Einfluss der Stimmhaftigkeit (VOT) und des Artikulationsortes (OA) auf evozierte kortikale Magnetfelder (AEF), um die asymmetrische neuronale Verarbeitung in beiden Hirnhemisphären besser zu verstehen.
3.1 Theorien der Sprachperzeption
Es gibt eine ganze Reihe von phonetischen, linguistischen oder „psychologischen“ Informationsquellen für die Sprachperzeption, die der Hörer von Sprache alle bewertet und integriert, um zur Spracherkennung vorzudringen. Das „nackte“ auditorische Signal birgt schon viele verschiedene für die Spracherkennung bedeutsame Informationen in sich (Frequenzspektrum, Amplitudenhöhen, Latenzen, Grundfrequenz, Formanten usw.). Außerdem wird jedoch auch der situationale, psychologische oder linguistische Kontext als Informationsträger vom Sprachempfänger zur Dekodierung der Information herangezogen. Auch wurde wiederholt nachgewiesen, daß in der direkten Kommunikation auch die Information von anderen Modalitäten wie Gestik, Mimik oder Lippenbewegungen als Hilfe bei der Sprachperzeption benutzt wurden.
Einige Modellierungen der Sprachperzeption im Zusammenhang mit der Worterkennung (Word Recognition) sollen hier vorgestellt werden. Die gängigsten sechs Modelle teilt MASSARO (1994) nach dem in Abb. 1 dargestellten Entscheidungsbaum ein. Danach dringen das Logogen Modell, wie es von MORTON (1964) vorgeschlagen wurde, das Kohorten-Modell nach MARSLEN-WILSON (1984), das TRACE-Modell der Sprachperzeption von MCCLELLAND & ELMAN (1986), das Modell der autonomen Suche nach FORSTER (1979), das von KLATT (1979) entwickelte LAFS (Lexical Acces From Spectra) Modell, das LAFF (Lexical Acces From Features) Modell von STEVENS (1986) und das „Fuzzy Logical Model“ nach MASSARO (1987) unterschiedlich tief in diese Baumstruktur ein. Die erste Frage ist, ob ein Modell die Worterkennung als vermittelt oder unvermittelt annimmt. Dann, ob der Hörer eines Wortes über kategoriale (Alles-oder-nichts) oder über kontinuierliche Information verfügt. Als drittes ist zu überlegen, ob die Signalinformation sofort „online“ oder mit einer gewissen Verzögerung auf lexikaler Ebene verarbeitet wird. Als nächstes wäre zu entscheiden, ob ein serieller oder paralleler Zugang zu den lexikalen Repräsentationen angenommen wird und zuletzt, ob die Worterkennung ein unabhängiger, „autonomer“ oder ein kontextabhängiger Prozeß ist.
1 Vorbemerkungen: Einführung in die Rätselhaftigkeit der Gehirnfunktionen und die Bedeutung moderner bildgebender Verfahren für die psychologische Forschung.
2 Wie wirkt Sprache im Gehirn?: Darlegung der Forschungsfrage nach der neuronalen Repräsentation und Verarbeitung von Sprachmerkmalen.
3 Grundlagen der Sprachperzeption: Übersicht über psycholinguistische Theorien zur Spracherkennung und neuroanatomische Voraussetzungen.
4 Methodische Grundlagen: Erläuterung der Magnetoenzephalographie und der physikalischen Prinzipien der Quellenlokalisation.
5 Die Methodik der Auditorisch Evozierten Antworten: Beschreibung der Nomenklatur und Klassifikation von evozierten Potenzialen und Feldern.
6 Experimentelle Untersuchung der AEF, die durch Stimmhaftigkeit und Artikulationsort in beiden Hirnhälften hervorgerufen werden: Detaillierte Planung, Durchführung und statistische Analyse des Experiments.
7 Ergebnisse: Zusammenfassung der gefundenen Signifikanzen bezüglich Amplituden- und Latenzunterschieden bei den untersuchten Silben.
8 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf frühere Studien und theoretische Modelle.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit und Vorschläge für künftige Forschungsansätze bei Sprachwahrnehmungsstörungen.
Sprachperzeption, Magnetoenzephalographie, MEG, Stimmhaftigkeit, Artikulationsort, VOT, N1m, P3m, N4m, auditorisch evozierte Felder, Quellenlokalisation, Gehirnasymmetrie, kortikale Strukturen, kognitive Psychologie.
Die Arbeit untersucht die neuronale Basis der Sprachwahrnehmung im menschlichen Gehirn mittels magnetoenzephalographischer Messungen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die neurophysiologischen Prozesse bei der Verarbeitung phonetischer Merkmale wie Stimmhaftigkeit und Artikulationsort in verschiedenen vokalischen Kontexten.
Das Hauptziel ist die Klärung der hemisphärischen Unterschiede bei der Verarbeitung spezifischer Sprachsignale und die Überprüfung der Sensitivität kortikaler Areale auf distinktive Merkmale.
Es wird die Magnetoenzephalographie (MEG) genutzt, um kortikale Aktivitäten zeitlich hochauflösend zu erfassen und die Quellen dieser Aktivität mittels äquivalenter Stromdipole zu lokalisieren.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der Sprachperzeption und Messmethodik als auch die detaillierte Beschreibung des experimentellen Designs und der statistischen Auswertung der evozierten Felder.
Schlüsselwörter sind insbesondere Sprachperzeption, MEG, Stimmhaftigkeit, Artikulationsort, Quellenlokalisation und kortikale Sprachverarbeitung.
Die VOT ist ein akustisch distinktives Merkmal, das signifikante Unterschiede in den Amplituden und Latenzen der evozierten Antworten hervorruft, was auf eine spezifische neuronale Verarbeitung hinweist.
Die Ergebnisse deuten auf eine bevorzugte Verarbeitung bestimmter Sprachmerkmale in der linken Hemisphäre hin, wobei insbesondere die Lokalisation der Quellen Unterschiede in der Hemisphärensymmetrie aufzeigt.
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