Masterarbeit, 2010
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.2.1 Erkenntnisinteresse
1.2.2 Herangehensweise
2. Begriffliche Annäherungen und Definitionen
2.1 Ältere Arbeitnehmer
2.2 Qualifizierung und Weiterbildung
2.2.1 Formale, nicht formale und informelle Weiterbildung
2.2.2 Allgemeine, berufliche und betriebliche Weiterbildung
2.2.3 Weiterbildung im Kontext lebenslangen Lernens
3. Soziodemografischer Wandel und Weiterbildungsverhalten im Lebenslauf
3.1 Demografischer Wandel
3.1.1 Die Schrumpfung der Bevölkerung
3.1.2 Lebenserwartung
3.1.3 Wanderung und Gesamtauswirkungen
3.2 Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Erwerbspersonenpotenzial
3.3 Weiterbildungsverhalten im Lebenslauf
3.3.1 Forschung zur Weiterbildungsbeteiligung
3.3.2 Weiterbildungsbeteiligung im Lebenslauf
3.4 Weiterbildungsverhalten und Bildungshintergrund
4. Theoretische Hintergründe und Erklärungsmodelle
4.1 Humankapitaltheorie
4.2 Kognitiver Leistungswandel und Lernfähigkeit im Alter
4.2.1 Das Defizitmodell des Alters
4.2.2 Kognitiver Leistungswandel im Lebenslauf
4.2.3 Lernfähigkeit älterer Arbeitnehmer
4.2.4 Lernbereitschaft und Lernkompetenz älterer Arbeitnehmer
5. Konzeptionelle Überlegungen alterssensibler Seminargestaltung
5.1 Methodisch/ didaktische Empfehlungen zur alterssensiblen Seminargestaltung
5.1.1. Begriffsbestimmung der Termini Didaktik und Methodik
5.1.2 Grundzüge altersgerechter Didaktik und Methodik
5.1.3 Handlungsempfehlungen an die Rolle des Dozenten
5.2 Altersspezifische vs. altersunspezifische Weiterbildung
5.2.1 Altersspezifische Weiterbildung
5.2.2 Altersunspezifische Weiterbildung
5.2.3 Handlungsempfehlung zur Gruppenzusammensetzung
5.3 Beachtung unterschiedlicher Bildungsvoraussetzungen
6. Fazit
6.1 Zusammenfassung
6.2 Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung von handlungsorientierten Empfehlungen für eine alterssensible Ausgestaltung formeller betrieblicher Weiterbildungsseminare. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie unter Berücksichtigung kognitiver Veränderungen im Alter sowie unterschiedlicher Lernbiografien die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer effektiv gestaltet und in bestehende betriebliche Strukturen integriert werden kann.
4.2.2 Kognitiver Leistungswandel im Lebenslauf
Die Kritik des Defizitmodells führte zu einer stärkeren Konzentration auf Längsschnittstudien. In den 50er Jahren erschienen erste Untersuchungen, die die kognitiven Fähigkeiten einzelner Teilnehmer im Lebensverlauf erforschten. Diese konnten starke Belege für einen weitgehenden Erhalt der meisten kognitiven Fähigkeiten bis ins mittlere, teilweise sogar höhere Erwachsenenalter liefern (vgl. Roßnagel 2008, S. 28f.). Naegele fasst die wichtigsten Ergebnisse der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den zuvor beschriebenen Hypothesen des Defizitmodells zusammen und hält diesbezüglich ebenfalls fest, dass kein genereller altersabhängiger Abbau des psychischen Leistungsvermögens besteht. Er verweist hingegen auf strukturelle Veränderungen, die aber keine grundsätzliche Abnahme, sondern eher eine Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge haben (vgl. Naegele 2004, S. 22).
Im weiteren Verlauf sollen Ergebnisse zur Entwicklung menschlicher Intelligenz im Lebensverlauf aufgeführt werden. Als Intelligenz wird zunächst diejenige geistige Fähigkeit bezeichnet, die „zur erfolgreichen Bewährung eines Individuums in einer bestimmten Umwelt führt, indem sich der Organismus einerseits an sie anpasst (Akkommodation), sie andererseits aber auch im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv gestaltet (Assimilation)“ (Jordan und Schlüter 2010, S. 136). Sinnvoller als die pauschale Bewertung der altersabhängigen Intelligenz erscheint in diesem Zusammenhang die differenziertere Betrachtung geistiger Leistungen. Hierbei ist die Unterscheidung der Entwicklung zweier Intelligenzkomponenten im Lebenslauf von Bedeutung (vgl. Wenke und Reglin 1996, S. 46). Differenziert wird im Weiteren zwischen der fluiden und der kristallinen Intelligenz.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Qualifizierung älterer Arbeitnehmer vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und Zielsetzung der Arbeit.
2. Begriffliche Annäherungen und Definitionen: Klärung zentraler Begriffe wie "älterer Arbeitnehmer", formale Weiterbildung und lebenslanges Lernen im betrieblichen Kontext.
3. Soziodemografischer Wandel und Weiterbildungsverhalten im Lebenslauf: Analyse der demografischen Veränderungen sowie deren Auswirkungen auf das Erwerbspersonenpotenzial und das Weiterbildungsverhalten über die Lebensspanne.
4. Theoretische Hintergründe und Erklärungsmodelle: Darstellung der Humankapitaltheorie und psychologischer Erkenntnisse zum kognitiven Leistungswandel und der Lernfähigkeit im Alter.
5. Konzeptionelle Überlegungen alterssensibler Seminargestaltung: Entwicklung praktischer Empfehlungen für Methodik, Didaktik, Kurszusammenstellung und die Rolle des Dozenten in alterssensiblen Weiterbildungen.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Alter, Arbeitnehmer, Weiterbildung, demografischer Wandel, Humankapital, kognitive Leistungsfähigkeit, Didaktik, Methodik, lebenslanges Lernen, Seminargestaltung, Lernbereitschaft, Lernkompetenz, Altersbilder, Betriebliche Personalentwicklung, Qualifizierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der methodisch-didaktischen Gestaltung betrieblicher Weiterbildungsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse und Potenziale älterer Arbeitnehmer ausgerichtet sind.
Zentrale Themen sind der demografische Wandel, die Humankapitaltheorie, der kognitive Leistungswandel im Alter sowie praxisorientierte Konzepte für eine alterssensible Seminargestaltung.
Das Ziel ist die Erstellung von fundierten Handlungsempfehlungen für Dozenten und Personalverantwortliche, um formelle Weiterbildungsmaßnahmen in Unternehmen so zu gestalten, dass ältere Mitarbeiter motiviert und erfolgreich integriert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse und Bewertung aktueller Fachliteratur, wissenschaftlicher Studien sowie Ergebnissen von Forschungsprojekten zur betrieblichen Weiterbildung.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Erklärungsmodelle zum Altern und Lernen sowie auf konkrete Empfehlungen zur alterssensiblen Seminargestaltung, einschließlich methodischer Kniffe und der Rollenbilder für Dozenten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören insbesondere Weiterbildung, demografischer Wandel, kognitive Leistungsfähigkeit, Humankapital, alterssensible Didaktik und lebenslanges Lernen.
Das Defizitmodell wird kritisch beleuchtet und als überholt zurückgewiesen, da moderne Forschung zeigt, dass bei gesunden Menschen kognitive Fähigkeiten auch im Alter erhalten bleiben, wenn sie passend gefördert werden.
Die Gestaltung spielt eine entscheidende Rolle: Anstatt frontaler Vorträge werden handlungsorientierte Methoden wie Diskussionen oder der Einbezug des persönlichen Erfahrungswissens empfohlen, um Lernwiderstände abzubauen.
Altersgemischte Gruppen werden favorisiert, weil hierbei Alt und Jung voneinander profitieren können – jüngere Teilnehmer bringen aktuelle Lernmethoden ein, während Ältere ihre langjährige Praxiserfahrung einbringen.
Die Arbeit definiert ältere Arbeitnehmer im Kontext der untersuchten Literatur primär als Beschäftigte ab dem 45. oder 50. Lebensjahr, wobei betont wird, dass das kalendarische Alter allein als Kriterium oft unzureichend ist.
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