Bachelorarbeit, 2010
33 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Henríquez Ureña
3 Tierras bajas und tierras altas
4 Canfield
5 Rona
6 Resnick
7 Zamora Munné
8 Cahuzac
9 Fallbeispiele
9.1 Mittelamerika: Eine geschlossene Dialektzone?
9.2 Uruguay: Heterogen oder homogen?
10 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik und die verschiedenen Ansätze der dialektologischen Einteilung Hispanoamerikas. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Versuche namhafter Dialektologen zur Gliederung des spanischen Sprachraums in Lateinamerika chronologisch vorzustellen, ihre methodischen Grundlagen kritisch zu hinterfragen und die bestehenden Diskrepanzen sowie die Problematik der Abgrenzung anhand ausgewählter Fallbeispiele aufzuzeigen.
4 Canfield
Wie bereits im vorherigen Kapitel kurz angesprochen, geht Canfield davon aus, dass die Differenzierung der tierras bajas und altas auf die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des andalucismo gründen. Diese verschiedenen Entwicklungsstadien sind nicht auf die chronologische Abfolge der Besiedlung zurückzuführen, sondern auf die Zugänglichkeit (accessibility) der verschiedenen Regionen.
Als Ausgangspunkt stand die Beobachtung, dass „at least two dialectal features of Costa Rica are also to be found in western Argentina, and the things thought of as Mexican are also heard in Bolivia.“ (Canfield 1981:2) Canfield schlussfolgert aus dem Phänomen, dass weit entfernte Regionen ähnliche Merkmale aufweisen und wiederum nah einander liegende Regionen große Unterschiede aufzeigen, dass der Grund für die Differenzierung in der Zugänglichkeit (accessibility) während den Perioden (1500-1800) liegen muss. Zudem scheint nach der Studie von Boyd- Bowman bewiesen, dass die meisten Expeditionen in die neue Welt von den südlichen Häfen- Sevilla, Huelva, Palos, Málaga und Cádiz- ausgingen. Zudem zeigt die Studie Boyd- Bowmans nicht nur woher die Siedler kamen, sondern auch wohin sie in Amerika siedelten. Diese neuen Erkenntnisse enthüllen einen starken andalusischen Einfluss. Aus diesen Überlegungen und Erkenntnissen setzt Canfield drei chronologische Schnitte (1550, 1650 und 1750). (Canfield 1981:2-9)
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die sprachgeographische Methode und ihre Relevanz, beleuchtet das Fehlen einer allgemein anerkannten Dialekteinteilung für Hispanoamerika und stellt das Ziel der Arbeit vor.
2 Henríquez Ureña: Das Kapitel stellt die erste systematische, wenn auch kritisch betrachtete Einteilung von Pedro Henríquez Ureña in fünf Zonen basierend auf außersprachlichen Faktoren vor.
3 Tierras bajas und tierras altas: Hier wird das von Henríquez Ureña eingeführte und von Rosenblat weitergeführte Modell der Zweiteilung in Hoch- und Tiefländer anhand phonischer Merkmale diskutiert.
4 Canfield: Dieses Kapitel präsentiert Canfields Modell, das die dialektale Differenzierung auf unterschiedliche Entwicklungsstadien des andalucismo in Abhängigkeit von der historischen Zugänglichkeit der Regionen zurückführt.
5 Rona: Hier wird José Pedro Ronas methodischer Ansatz vorgestellt, der eine Gliederung auf Basis von Isoglossen anstrebt, und dessen Kritik an den bisherigen Modellen aufgezeigt.
6 Resnick: Das Kapitel behandelt die computergestützte Studie von Melvyn C. Resnick, die auf die Ermittlung kleinster diatopischer Einheiten statt auf großräumige Zonen abzielt.
7 Zamora Munné: Hier wird die Gliederung von Juan Clemente Zamora Munné analysiert, die auf drei ausgewählten sprachlichen Merkmalen basiert und eine Verfeinerung des Rona-Ansatzes darstellt.
8 Cahuzac: Dieses Kapitel beleuchtet Philippe Cahuzacs ethnolinguistischen Ansatz, der die Einteilung Hispanoamerikas primär auf lexikalische Kriterien stützt.
9 Fallbeispiele: Anhand der Regionen Mittelamerika und Uruguay werden die methodischen Schwierigkeiten bei der dialektalen Abgrenzung und das Problem der pauschalen Klassifizierung verdeutlicht.
10 Schluss: Das Abschlusskapitel rekapituliert die vorgestellten Modelle, resümiert die methodischen Herausforderungen der Dialektologie Hispanoamerikas und weist auf zukünftige Perspektiven hin.
Hispanoamerika, Dialektologie, Sprachgeographie, Isoglossen, Dialektzonen, Henríquez Ureña, andalucismo, tieras altas, tierras bajas, Canfield, Rona, Zamora Munné, Cahuzac, voseo, yeísmo.
Die Arbeit befasst sich mit der dialektologischen Gliederung des spanischsprachigen Amerikas und untersucht, wie verschiedene Linguisten versucht haben, den Großraum Hispanoamerika in Dialektzonen einzuteilen.
Im Zentrum stehen die chronologische Darstellung und kritische Evaluierung verschiedener Klassifikationsmodelle, der Einfluss unterschiedlicher Differenzierungskriterien sowie die methodischen Herausforderungen der Sprachgeographie.
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Entwicklung der Dialektklassifizierung in Hispanoamerika aufzuzeigen, die Schwächen früherer Modelle zu identifizieren und zu erörtern, warum eine einheitliche, anerkannte Dialekteinteilung bis heute schwierig bleibt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener diachroner und synchroner Forschungsansätze, wobei besonderer Wert auf die methodische Kritik der zugrunde liegenden linguistischen Daten und Kriterien gelegt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Modelle von Henríquez Ureña, Canfield, Rona, Resnick, Zamora Munné und Cahuzac, ergänzt um Fallbeispiele zu Mittelamerika und Uruguay.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dialektologie, Hispanoamerika, Isoglossen, Sprachkontakt, andalucismo und methodische Gliederungsansätze charakterisieren.
Seine Einteilung gilt zwar als pionierhaft, stützte sich jedoch stark auf außersprachliche Faktoren wie Bevölkerungsmischungen und historische Einflüsse, anstatt rein linguistische Kriterien konsequent anzuwenden.
Das Beispiel Uruguay illustriert das Grundproblem der Dialektologie: den richtigen Mittelweg zwischen zu pauschaler Großräumigkeit und einer extremen Fragmentierung zu finden, wobei auch die soziale Identität der Sprecher eine Rolle spielt.
Canfield argumentiert, dass nicht nur die chronologische Besiedlung, sondern die historische Erreichbarkeit einer Region darüber entschied, wie stark sich sprachliche Neuerungen aus Südspanien verbreiten und festigen konnten.
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