Examensarbeit, 2002
213 Seiten
I Einleitung
II Ansprüche und Forderungen nach Mitbestimmungsmöglichkeiten von Kindern
1 Politische Ansprüche
1.1 Die Rechte der Kinder durch die UN-Kinderrechtskonvention
1.2 Nationale Rechte
1.3 Demokratische Ansprüche und Konzepte in der Kindergartenpädagogik
2 Psychologische Ansätze zur Begründung der Mitbestimmung
2.1 Sozialisation und Moral
2.2 Ökologische Systemtheorie
2.3 Denken und Kommunikation
2.4 Kognitive und sozial-kognitive Theorien
2.5 Humanistische Psychologie als Grundlage für ein neues Menschenbild
2.6 Das Selbst
3 Pädagogische Perspektiven der partizipatorischen Erziehung
3.1 Wegbereiter praktizierter Demokratie mit Kindern
3.2 Ansprüche der aktuellen Elementarpädagogik
3.2.1 Veränderte Kindheit
3.2.2 Ideen, Konzepte und Ansprüche aus praxisorientierter Literatur
3.2.3 Forderungen des Partizipationsgedankens im Situationsansatz
III Empirische Studie
1 Schwerpunkte und Fragestellungen
2 Forschungsmethoden
2.1 Methodenkritik
2.2 Stichprobenbeschreibung
3 Ergebnisse und Auswertung
4 Zusammenfassung der Ergebnisse und Gesamtdiskussion
IV Konsequenzen für die Fachschule für Sozialpädagogik
1 Komponenten der Ausbildung
1.1 Analyse des Ist-Zustandes
2 Professionelles Selbst
3 Neue Konzepte
3.1 Die Situationsorientierte Fachschule
3.2 Lernfelddidaktik
3.3 Selbstbestimmtes und kooperatives Lernen
V Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch an Partizipation und Mitbestimmung von Kindern im Kindergarten und der tatsächlichen Umsetzung sowie der Ausbildungssituation von ErzieherInnen in der Fachschule für Sozialpädagogik. Die zentrale Forschungsfrage ist, welche professionellen Kompetenzen ErzieherInnen benötigen, um Mitbestimmungsansprüche von Kindern konstruktiv umzusetzen, und wie eine Ausbildung gestaltet sein muss, die dies fördert.
I Einleitung
Obwohl seit Jahrzehnten über die Notwendigkeiten von Reformen sowohl in der Kindergartenpädagogik wie auch parallel dazu in der ErzieherInnenausbildung diskutiert wird, erkennen Experten keine nennenswerte Weiterentwicklung.
„Die Ideen über Schulen wechseln rasch ab, aber die Realität von Schule verändert und entwickelt sich nur langsam“(Fried, 2002). Kritikpunkte finden sich in Theorie-Praxis-Vernetzungen, in verschulten Lernmethoden und bezüglich veralteter und mangelnder Wissenschaftstheorien. Durch das europaweit niedrigste Ausbildungsniveau deutscher ErzieherInnen geprägt, drehen sich vermeintliche Verbesserungen in Deutschland meist nur um organisatorische Fragen. „Die Schule scheint deshalb gut beraten, wenn sie ihr ‚Entwicklungstempo’ steigert“ (ebd., S. 8).
Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Ausbildungssituation von ErzieherInnen unter dem besonderen Aspekt der Partizipation von SchülerInnen in der Fachschule für Sozialpädagogik und im Gegenzug mit dem Anspruch und der Wirklichkeit von Partizipation von Kindern im Kindergarten.
I Einleitung: Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit sowie eine kurze Einordnung der Thematik im Kontext der Fachschulausbildung und Kindergartenpraxis.
II Ansprüche und Forderungen nach Mitbestimmungsmöglichkeiten von Kindern: Darlegung der politischen, rechtlichen, psychologischen und pädagogischen Begründungen für Partizipation von Kindern.
III Empirische Studie: Darstellung und Auswertung der Untersuchung zur aktuellen Situation der Mitbestimmung in Kindergärten und der Ausbildungsqualität in Fachschulen.
IV Konsequenzen für die Fachschule für Sozialpädagogik: Ableitung konkreter Anforderungen und Entwicklung neuer Konzepte für die Ausbildung, insbesondere unter Berücksichtigung des professionellen Selbst.
V Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen in der pädagogischen Arbeit.
Partizipation, Mitbestimmung, Kindergartenpädagogik, Fachschule für Sozialpädagogik, ErzieherInnenausbildung, professionelles Selbst, Demokratieerziehung, Selbstbestimmung, Empowerment, Handlungskompetenz, Sozialisation, Lernfelddidaktik, Situationsansatz, Entwicklungsaufgaben, pädagogisches Handeln.
Die Arbeit analysiert kritisch das Verhältnis von Partizipationsansprüchen für Kinder in Kindergärten und der Ausbildungssituation an Fachschulen für Sozialpädagogik.
Zentrale Felder sind politische Rechte von Kindern, psychologische und pädagogische Theorien der Partizipation sowie die Gestaltung einer modernisierten Fachschulausbildung.
Die Frage lautet: Welche Kompetenzen müssen ErzieherInnen in der Ausbildung erwerben, um den Partizipationsansprüchen von Kindern gerecht zu werden?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die durch eine empirische Studie mit Fragebögen und Interviews unter ErzieherInnen, SchülerInnen, LehrerInnen und Kindern ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit zu Partizipationsbegründungen sowie eine empirische Untersuchung der IST-Situation in Ausbildung und Praxis.
Wichtige Schlagworte sind Partizipation, professionelles Selbst, Selbstbestimmung, ErzieherInnenausbildung und Demokratieerziehung.
Die Autorin argumentiert, dass ErzieherInnen, die in ihrer eigenen Ausbildung Partizipation erfahren haben, eher in der Lage sind, dies an Kinder weiterzugeben und somit ihr eigenes Handeln zu professionalisieren.
Die Autorin sieht in der Lernfelddidaktik und dem Situationsansatz Potenzial, die Ausbildung praxisrelevanter zu gestalten und stärker an den Kompetenzen der Lernenden auszurichten.
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