Bachelorarbeit, 2010
48 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Globalisierung – eine Annäherung
2.1 Allgemeine Definition
2.2 Ökonomische Globalisierung
2.3 Globalisierung der Finanzmärkte
3. Konsequenzen für die Handlungsfähigkeit des Nationalstaates
3.1 Die pessimistische Sichtweise – Das Ende des Nationalstaates
3.2 Die optimistische Sichtweise – Neue Aufgaben für den Nationalstaat
4. Finanzmärkte und Globalisierung
4.1 Aufgaben und Funktion
4.2 Die Entwicklung der Finanzmärkte in der Nachkriegszeit
4.3 Die Internationalisierung und Globalisierung der Finanzmärkte – vom government-led zum market-led international monetary system
5. Veränderte Problemlagen für die Regulierung der Finanzmärkte
5.1 Negative externe Effekte
5.2 Finanzinnovationen
5.3 Wissensasymmetrien
5.4 Regulatorische Dialektik
6. Regulative Politik
6.1 Klassische Definition
6.2 „Decentred Regulation“
7. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
7.1 Gründung
7.2 Das Basler Konkordat von 1975
7.3 Der Basler Akkord von 1988
7.4 Die Weiterentwicklung hin zu Basel II: Von der quantitativen zur qualitativen Bankenaufsicht
8. Schlussfolgerungen
Diese Bachelor-Thesis untersucht, ob der Nationalstaat im Zuge der Globalisierung der Finanzmärkte tatsächlich seine Handlungs- und Steuerungsfähigkeit verliert, oder ob er durch neue, internationale Kooperationsformen an regulativer Gestaltungsmacht gewinnt. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich der Regulierungsstil vom klassischen staatlichen Modell hin zu flexibleren Ansätzen verändert hat.
4.3 Die Internationalisierung und Globalisierung der Finanzmärkte – vom government-led zum market-led international monetary system
Die bis Anfang der 1960er Jahre weitestgehend abgeschlossenen nationalen Finanzmärkte können als „government-led international monetary system“ (Padoa-Schioppa/Saccomanni 1994: 236) bezeichnet werden, denn sie waren gekennzeichnet durch eine strikte Kontrolle sowie eine weitgehende Beschränkung auf lokale und nationale Finanzmärkte. Durch die Bildung der sogenannten Euromärkte erodierte dieses System schrittweise.
Gerade für die Banken erschlossen sich mit den Euromärkten neue Geschäftsfelder. Auf diesen Märkten konnten sie Fremdwährungsgeschäfte „außerhalb des Ursprungslandes der betreffenden Währung tätigen“ (Lütz 2002: 138). Da die Euromärkte keinerlei Regulierung oder Aufsicht unterlagen, nutzen die Banken die Fremdwährungsgeschäfte, um sich den immer noch geltenden Auflagen, wie Mindestreservepflichten, Zinsbindungen oder festgelegte Provisionen für Kapitalvermittler, ihrer Heimatländer zu entziehen. So war es den Banken möglich, ihre Auslandsgeschäfte auszudehnen. Infolge dieser Entwicklung kam es zu einer weiteren Stimulierung des internationalen Devisenhandels mit weitreichenden Folgen. Eine Vermehrung „politisch unerwünschter Devisengeschäfte spekulativen Charakters“ (Kette 2008: 134) führte unter anderem zur Destabilisierung des Systems von Bretton Woods. Auch die Tatsache, dass der Handel und die verschiedenen Unternehmensaktivitäten auf globaler Ebene immer mehr zunahmen, führte dazu, dass die Banken ihren international tätigen Firmenkunden ins Ausland folgten.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Auswirkungen der Globalisierung auf Finanzmärkte und die daraus resultierende Frage nach dem potenziellen Verlust staatlicher Steuerungsfähigkeit.
2. Globalisierung – eine Annäherung: Definition und Abgrenzung der ökonomischen Globalisierung sowie der spezifischen Entgrenzungsprozesse innerhalb des Finanzsektors.
3. Konsequenzen für die Handlungsfähigkeit des Nationalstaates: Gegenüberstellung pessimistischer Sichtweisen über den Bedeutungsverlust des Staates und optimistischer Ansätze, die neue staatliche Handlungsspielräume betonen.
4. Finanzmärkte und Globalisierung: Darstellung der Aufgaben von Finanzmärkten sowie die historische Entwicklung vom System Bretton Woods zum globalen, marktorientierten Finanzsystem.
5. Veränderte Problemlagen für die Regulierung der Finanzmärkte: Analyse neuer Risiken wie externer Effekte, Finanzinnovationen und Wissensasymmetrien, die eine Regulierung erschweren.
6. Regulative Politik: Theoretische Einordnung regulativer Politik, vergleichende Betrachtung klassischer Ansätze gegenüber dem Konzept der "decentred regulation".
7. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht: Detaillierte Untersuchung des Basler Ausschusses als Akteur, von der Gründung über die Konkordate bis hin zur Entwicklung von Basel II.
8. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse, die eine Verlagerung statt eines Endes staatlicher Steuerungsmacht belegt.
Globalisierung, Finanzmarktregulierung, Nationalstaat, Bankenaufsicht, Basler Ausschuss, Basel II, Finanzinnovationen, regulatorische Dialektik, Wissensasymmetrie, Decentred Regulation, Systemrisiko, Kapitalverkehr, Finanzkrise, Steuerungspotential.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Globalisierung der Finanzmärkte und der Handlungsfähigkeit des Nationalstaates in der Bankenregulierung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die internationale Bankenregulierung, die Funktionsweise von Finanzmärkten, den Wandel der Regulierungsstile und die Rolle internationaler Gremien wie des Basler Ausschusses.
Ziel ist es zu klären, ob der Nationalstaat aufgrund der Globalisierung an Steuerungsfähigkeit verliert oder ob er in neuen, kooperativen Strukturen neue Potenziale erschließt.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (wie "decentred regulation") mit der historischen Entwicklung und aktuellen institutionellen Strukturen der Bankenregulierung verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die historischen Veränderungen (Bretton Woods), neue Problemlagen durch Finanzinnovationen und die konkrete Tätigkeit des Basler Ausschusses zur Harmonisierung von Standards.
Die zentralen Begriffe sind Globalisierung, Bankenregulierung, Basler Akkord, nationale Handlungsfähigkeit und regulatorische Dialektik.
Weil sie erklärt, warum politische Eingriffe oft durch Anpassungsstrategien der Finanzakteure (Arbitrage) konterkariert werden und somit einen permanenten Lernprozess bei den Regulierern erfordern.
Es bildete den ersten Meilenstein, um durch internationale Abstimmung sicherzustellen, dass keine Bankenaufsichtslücken bei ausländischen Niederlassungen entstehen.
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