Examensarbeit, 2001
81 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Fragestellung
1.3 Forschungsstand
1.4 Der theoretische Rahmen des Lebensstilkonzepts
1.5 Aufbau der Arbeit
2. Exkurs: Der historische Kontext
2.1 Vorgeschichte
2.2 Die erste kommerzielle Welle (USA: 1959-1963)
2.3 Die zweite Welle (USA: 1973-1980)
2.4 Die erste Skateboardwelle in Deutschland
2.5 Skateboarding in den achtziger Jahren
2.6 Die derzeitige Situation
2.7 Zusammenfassung
3. Methodologie
3.1 Diskussion der Methodenwahl
3.2 Die Praxis der qualitativen Forschung
3.2.1 Die beobachtende Teilnahme
3.2.2 Die qualitative Befragung
3.2.3 Das Skateboard-Magazin als Datenquelle
3.2.4 Der Alltagsdialog als Datenquelle
3.3 Durchführung der eigenen Forschung
4. Die Forschungsergebnisse
5. Auswertung der Forschungsergebnisse
5.1 Aktivitäten und Werthaltungen im Skateboarding
5.1.1 Allgemeine Aktivitäten
5.1.2 Informelle Aktivitäten
5.1.3 Die globale Gemeinschaft
5.2 Die Fotografie
5.3 Der Drogenkonsum
5.4 Affinitäten und Abgrenzungen zu anderen Jugendkulturen
5.5 Die Verteilung der Geschlechtsrollen
5.6 Die sportlichen Aktivitäten
5.6.1 Das Training
5.6.2 Über Konkurrenz und Kooperation
5.6.3 Die Ästhetik
5.6.4 Kreativität, Motivation und Flow
5.6.5 Der Wettkampf
5.7 Die Tricks
5.7.1 Basics
5.7.2 Technische Tricks
5.7.3 Grinds und Slides
5.7.4 Klassifizierung der Tricks
5.8 Die räumliche Dimension der Aktivitäten
5.8.1 Kritik des öffentliche Raums
5.8.2 Die Skatehalle
5.8.3 Jugendkulturelle Konflikte in der Skatehalle
5.9 Sozialstruktur und Hierarchisierung
5.9.1 Kapitalformen im Feld der Skateszene
5.9.2 Die Kernszene
5.9.2.1 Der gesponserte Fahrer
5.9.2.2 Der Fotografierte
5.9.3 Die Randszene
5.9.4 Die Freizeitszene
5.9.5 Die Sympathisanten
5.9.6 Zusammenfassung
6. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Skateboarding als eigenständige, sportive Jugendkultur. Das Hauptziel besteht darin, die Lebenswelt der Skateboarder zu erschließen, ihre distinktiven Aktivitäten und Werthaltungen im Rahmen des Lebensstilkonzepts zu verstehen sowie die Bedeutung ihrer subkulturellen Abgrenzung zu analysieren.
5.1.3. Die globale Gemeinschaft
Ein kohärentes Gruppengefühl konstruieren Skater dadurch, dass sie sich als große homogene Familie oder auch als Nation sehen, die über nationalstaatliche Grenzen hinausgeht:
„ Der Trip „nach Neuseeland“ hat außerdem gezeigt, wie geil Skateboarding eigentlich ist. Du fliegst ans andere Ende der Welt und triffst dort Menschen, die auch Skateboard fahren, die dich umsonst wohnen lassen und genauso drauf sind wie du. Halt dieses Family-Ding.“
„Wo auch immer du auf der Welt hinfährst, du lernst immer Skater kennen, kannst bei denen schlafen. Wir sind so eine Art Nation, ...ja „Nation of Skaters“, ...wie Zigeuner oder Juden, die haben ja auch so ein Netzwerk.“
Es konnte eine generelle Offenheit gegenüber anderen Skatern beobachtet werden, die sich nicht an Nationalität, Sprachkenntnissen, ethnischen oder sozialen Unterscheidungsmerkmalen orientiert. Andere Skateboarder werden aufgrund der angenommenen ähnlichen Werthaltung zunächst als Mitglieder der eigenen Lebensstilgruppe wahrgenommen und anhand ihrer Skatefertigkeiten akzeptiert. Skateboarding kann folglich als eine anti-rassistische und anti-nationalistische Jugendkultur beschrieben werden. Rassistisches Verhalten wird in der Szene negativ sanktioniert.
Treffen fremde Skateboarder aufeinander, so kommen sie schnell ins Gespräch, tauschen sich untereinander aus oder fahren gemeinsam eine Session. Da die gemeinsamen Aktivitäten nicht auf Sprache, sondern auf international verständlichen Bewegungen beruhen, stellen unterschiedliche Muttersprachen keine Barrieren dar. Das Gemeinschaftsgefühl wird durch den auf Distinktion beruhenden, elitären Habitus verstärkt. Durch ihr äußeres Erscheinungsbild, beispielsweise durch ihre Kleidung oder das Tragen eines Skateboards, zeigen sich Skateboarder gegenseitig an, dass sie einer Gruppe angehören.
1. Einleitung: Definiert das Thema, stellt die Forschungsfragen und ordnet das Skateboarding theoretisch in das Lebensstilkonzept ein.
2. Exkurs: Der historische Kontext: Zeichnet die Entwicklung des Skateboards vom Spielzeug zum Sportgerät und die Wellen der Popularität nach.
3. Methodologie: Begründet den Einsatz qualitativer, ethnographischer Methoden zur Erforschung der Binnenstrukturen der Szene.
4. Die Forschungsergebnisse: Listet die Grundlage der empirischen Daten, wie Protokolle und Beobachtungsdokumentationen, auf.
5. Auswertung der Forschungsergebnisse: Analysiert detailliert die Aktivitäten, Werthaltungen, räumliche Dimensionen und die Sozialstruktur innerhalb der Skateboardszene.
6. Ausblick: Reflektiert die Zukunft der Szene im Spannungsfeld zwischen Institutionalisierung und dem Erhalt subkultureller Eigenständigkeit.
Skateboarding, Jugendkultur, Lebensstil, Sport, Distinktion, Habitus, Bourdieu, urbane Räume, Subkultur, Ethnographie, Soziale Hierarchie, symbolisches Kapital, Streetskaten, Jugendforschung, Identität.
Die Arbeit analysiert Skateboarding als komplexe, sportiv geprägte Jugendkultur und deren soziologische Binnenstruktur.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die täglichen Praktiken der Skater, ihre Abgrenzung gegenüber dem Mainstream und die Bedeutung von Distinktion innerhalb der Szene.
Das Ziel ist es, Skateboarding als ernst zu nehmende Lebenswelt zu verstehen, die sich jenseits von Vereinen und traditionellen Sportkonzepten konstruiert.
Es werden qualitative Methoden der Sozialforschung angewandt, insbesondere die beobachtende Teilnahme, qualitative Interviews und die Analyse von Szenemedien.
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Aktivitäten (Training, Tricks, Drogenkonsum), die Bedeutung der urbanen Raumaneignung und die hierarchische Struktur (Kern-, Rand-, Freizeitszene).
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Distinktion, Habitus, symbolisches Kapital, Jugendkultur, urbane Raumnutzung und soziale Anerkennung.
Skateboarder lehnen den klassischen, leistungsorientierten Wettkampfgedanken meist ab und bevorzugen ein „vernetztes Nebeneinander“, bei dem Anerkennung durch persönlichen Stil und nicht durch offiziellen Sieg erzielt wird.
Konflikte entstehen, weil Skater urbane Orte für ihren Sport „umdeuten“ und transformieren, was von der übrigen Öffentlichkeit oft als zweckentfremdend oder als Störung der Ordnung wahrgenommen wird.
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