Fachbuch, 2011
99 Seiten
Kurzübersicht
Teil 1 Von der Missionierung zur Entwicklungszusammenarbeit
„Was machen DIE denn hier?“
Das Nord-Süd-Gefälle – Arm und Reich
Das Entstehen des Entwicklungsbegriffs
Historische Dekaden der Entwicklungspolitik
Truman-Doktrin – Entwicklung durch höhere Produktion
Die Frühphase der Entwicklungshilfe in den 60er und 70er Jahren
Umdenken – Strukturanpassung Ende der 70er und in den 80er Jahren
Schritte zur Entwicklungspartnerschaft
Millenniumserklärung (ME) und die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG)
Bilanz der bisherigen Bemühungen im Rahmen der Entwicklungspolitik
Teil 2 Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
Vorbemerkung
Die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit
Internationale Organisationen
Europäische Union
Deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit
Kritik an der Struktur der deutschen EZ
Neue Formen deutscher Entwicklungszusammenarbeit ausserhalb der technischen, finanziellen und personellen Zusammenarbeit
Geberkoordinierung durch programmorientierte Gemeinschaftsfinanzierung (PGF), Korbfinanzierung und Bugdetfinanzierung
Korbfinanzierung („Basket Financing“)
Sektorale Budgethilfe
Makroprogramme
Teil 3 ... budaya kita berbeda
Der Kulturbegriff
Zur Sinnhaftigkeit des Kulturbegriffs
Unsere Wahrnehmung – die Abstraktionsleiter
„Die“ und Wir – wo liegen die Unterschiede?
1. Extended family –der grundlegende Unterschied?
2. Beziehungsgestaltung
3. Kommunikation
4. Macht – Erfolg – Sicherheit
5. Feminine/maskuline Kulturen
6. Unsicherheitsvermeidung
7. Zeitkonzepte
8. Reis und Brot
Teil 4 Fallbeispiel
Vorbemerkung
Der Beispielfall
Wir wollen ein neues Gesetz ...?
Die Krankheitssymptome des Gesundheitswesens
Ursachenforschung
Das Buch reflektiert kritisch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere vor dem Hintergrund kultureller Unterschiede in Partnerländern wie Indonesien. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Diskrepanz zwischen westlichen Ansätzen und den Gegebenheiten vor Ort zu schaffen, um die Effektivität von Projekten durch interkulturelle Kompetenz zu steigern.
DAS NORD-SÜD-GEFÄLLE – ARM UND REICH
Eine Erörterung zur deutschen Entwicklungshilfe macht natürlich zumindest einen kurzen Gang durch die Vergangenheit erforderlich, denn immer wieder wird die Frage aufgeworfen: „Warum seid ihr reich und wir sind arm?“ Haben nicht Kolonialismus und Überlegenheitsdenken des Westens die Aufteilung der Welt in Arm und Reich herbeigeführt oder zumindest maßgeblich dazu beigetragen? Ist Entwicklungshilfe nicht eine Art Schadensersatz für vergangene Missetaten, auf die man ohnehin Anspruch hat? Warum gebt ihr uns heute nicht Geld und lasst uns selbst machen (Idee der Budgetfinanzierung), anstatt uns erneut eure Vorstellungen aufzuzwingen?
Die Antworten auf solche Fragen zu finden ist schwierig, weil die Ursachen multikausal sind, und wir können natürlich nur einen flüchtigen Blick auf ein paar Ereignisse werfen.
Waren das ottomanische Reich und die muslimische Kultur in Spanien (von China gar nicht zu reden) Mitteleuropa bis Ende des 14. Jahrhunderts weit überlegen, so hat das Blatt sich ab dem 15. Jahrhundert zugunsten der Europäer gewendet. 1492 wurde Granada von Ferdinand und Isabella zurückerobert, die Ottomanen vor Wien geschlagen, und China zog sich in die selbstgewählte Isolation zurück. Das aufkommende Zeitalter der Aufklärung ging mit erheblichem technischem Fortschritt einher. Die Entwicklung des Schiffstyps Karavelle – eine Kombination aus der schnellen, aber hochseeuntauglichen Galeere des Mittelmeers und der sturmerprobten, aber schlecht steuerbaren Kogge – machte Reisen um die Südspitze Afrikas herum möglich. Kanonen und Schießpulver ermöglichten die Entsendung kleiner, aber trotzdem schlagkräftiger Einheiten, was lange Reisen zuließ. Die protestantische Arbeitsmoral, nach der Nichtstun als Sünde angesehen wurde, trug wesentlich zu den technischen Errungenschaften bei und stand im krassen Gegensatz zur muslimischen Welt, die das Tor der Wissenschaft als geschlossen glaubte und körperliche Arbeit eher als Strafe Gottes betrachtete.
Teil 1 Von der Missionierung zur Entwicklungszusammenarbeit: Historischer Rückblick auf die Entwicklungshilfe und deren Paradigmenwechsel von der kolonialen Missionierung hin zur modernen Entwicklungspartnerschaft.
Teil 2 Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit: Detaillierte Darstellung der deutschen Akteure, Instrumente und Strukturen, inklusive einer kritischen Reflexion über deren Wirksamkeit und Koordinierung.
Teil 3 ... budaya kita berbeda: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff und verschiedenen Kulturdimensionen, um interkulturelle Missverständnisse in der Zusammenarbeit zu analysieren und zu vermeiden.
Teil 4 Fallbeispiel: Praktische Anwendung der theoretischen Konzepte an einem Fallbeispiel zur Reform des Gesundheitswesens in Aceh.
Entwicklungszusammenarbeit, deutsche Entwicklungshilfe, interkulturelle Kommunikation, Kulturdimensionen, Kulturstandards, Globalisierung, Armutsbekämpfung, Leistungsgesellschaft, Kolonialismus, Rechtsverständnis, Projektmanagement, Good Governance, Zivilgesellschaft, Indonesien, Aceh.
Die Arbeit reflektiert kritisch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und beleuchtet die Rolle kultureller Unterschiede im Zusammenwirken mit Partnerländern.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Hilfe, der Struktur der deutschen EZ, interkulturellen Theorien und deren praktischer Relevanz.
Das Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis kultureller Divergenzen die interkulturelle Kompetenz von in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Personen zu stärken.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Entwicklungskonzepten sowie auf interkulturelle Forschungstheorien, ergänzt durch eigene berufliche Erfahrungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturierte Übersicht der EZ-Akteure sowie eine methodische Reflexion kultureller Prägungen und deren Einfluss auf die Projektarbeit.
Zentrale Begriffe sind u.a. Entwicklungszusammenarbeit, Interkulturalität, Kulturdimensionen, Projektmanagement und Good Governance.
Viele Projekte scheitern an Kommunikationsdefiziten und einem mangelnden Verständnis für die zugrundeliegende Logik und die sozio-kulturellen Rahmenbedingungen der Partner.
Der Autor plädiert dafür, kulturelle Unterschiede nicht zu ignorieren, sondern sie als Basis für einen Dialog zu nutzen, anstatt lediglich fachliche Konzepte zu forcieren.
Es illustriert, wie gut gemeinte Gesetzesreformen an der fehlenden Verankerung in der lokalen Kultur und dem kollektivistischen System scheitern können.
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