Diplomarbeit, 2009
127 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Zielsetzung
1.2. Forschungsstand
1.3. Aufbau der Diplomarbeit
1.4. Begriffsbestimmung und Eingrenzung
2. Gesetzliche Grundlagen von Umgangsregelungen
2.1. § 1684 BGB: Umgang des Kindes mit den Eltern
2.2. § 1685 BGB: Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen
2.3. Zusammenfassung der Möglichkeiten des Familiengerichts zur Regelung des Umgangs
3. Konkurrierende Pflegefamilienkonzepte
3.1. Das Ersatzfamilienkonzept
3.1.1 Die Objektbeziehungstheorie
3.1.2 Die Bindungstheorie
3.1.2.1 Bindungsqualitäten
3.1.2.2 Mütterliche Feinfühligkeit
3.1.2.3 Bindungsstörungen
3.1.3 Besuchskontakte aus der Perspektive des Ersatzfamilienkonzeptes
3.2. Das Ergänzungsfamilienkonzept
3.2.1 Die Relevanz der Bindungstheorie für das Ergänzungsfamilienkonzept
3.2.2 Systemische Sicht von Pflegeverhältnissen
3.2.2.1 Strukturmerkmale in Pflegefamilien-Systemen
3.2.3 Besuchskontakte aus der Perspektive des Ergänzungsfamilienkonzeptes
3.3. Gegenüberstellung der beiden Konzepte
4. Traumatisierung von Kindern durch ihre Eltern
4.1. Begriffsklärung und mögliche Folgen
4.1.1 Posttraumatische Belastungsstörung
4.1.2 Bindungsstörungen und deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung
4.2. Günstige und hinderliche Bedingungen bei der Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen
5. Zentrale Aspekte von Besuchskontakten
5.1. Auswirkungen von Besuchskontakten
5.1.1 Ergebnisse für die Pflegekinder
5.1.1.1 Ausgangsbedingungen des Pflegeverhältnisses
5.1.1.2 Auswirkungen von Kontakten auf den pflegekindlichen Integrationsprozess
5.1.1.3 Einfluss von Kontakten auf die Beziehung zwischen Pflegekind und Herkunftseltern
5.1.2 Ergebnisse für die Pflegeeltern
5.1.2.1 Ausgangsbedingungen des Pflegeverhältnisses
5.1.2.2 Auswirkungen von Kontakten auf die Pflegeeltern
5.1.2.3 Bewältigung der Belastungen
5.1.3 Ergebnisse für die Herkunftseltern
5.1.3.1 Klarheit der Perspektive des Pflegeverhältnisses
5.1.3.2 Verarbeitung der Kontakte
5.2. Die Funktion von Besuchskontakten
5.2.1 Besuchskontakte bei zeitlich befristeter Pflege
5.2.2 Besuchskontakte bei Dauerpflege
5.3. Förderliche und belastende Einflussfaktoren auf Besuchskontakte
5.3.1 Traumatisierung des Pflegekindes durch die leiblichen Eltern
5.3.2 Psychische Erkrankung der Herkunftseltern
5.3.3 Einstellung der Herkunftseltern
5.3.4 Einstellung der Pflegeeltern
5.3.5 Fazit
5.4. Einschränkung und Ausschluss von Besuchskontakten
5.4.1 Mögliche Indikationen für begleiteten Umgang
5.4.2 Die Rolle des Umgangsbegleiters
5.4.3 Ausschlusskriterien
5.4.4 Fazit
6. Methodisches Vorgehen
6.1. Die Zielsetzung und Fragestellung der Untersuchung
6.2. Die Forschungsmethode: qualitative Sozialforschung
6.3. Die Interviewform: Experteninterview
6.3.1 Die Leitfadenentwicklung
6.3.2 Stichprobenbeschreibung
6.3.3 Die Interviewdurchführung und Transkription
6.4. Das Auswertungsvorgehen: qualitative Inhaltsanalyse
7. Darstellung und Interpretation des empirischen Materials
7.1. Das Kategoriensystem
7.2. Allgemeine Bedeutung von Besuchskontakten
7.2.1 Subkategorie: Zielsetzung
7.2.1.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.2.2 Subkategorie: Chancen und Funktionen
7.2.2.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.2.3 Subkategorie: Grenzen
7.2.3.1 Grenzen der Funktion
7.2.3.2 Grenzen der Indikation
7.2.3.3 Zusammenfassung und Diskussion
7.3. Einflussfaktoren auf die Auswirkung von Besuchskontakten
7.3.1 Günstige Faktoren
7.3.1.1 Rahmenbedingungen
7.3.1.2 Beziehungsaspekte
7.3.1.3 Zusammenfassung und Diskussion
7.3.2 Belastende Faktoren
7.3.2.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.4. Umgang mit Schwierigkeiten
7.4.1 Verhaltensauffälligkeiten des Kindes
7.4.1.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.4.2 Kontaktverweigerung des Kindes
7.4.2.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.4.3 Traumatisierung
7.4.3.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.4.4 Einschränkung und Ausschluss von Kontakten
7.4.4.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.5. Besuchskontakte unter dem Fokus der theoretischen Pflegefamilienkonzepte
7.5.1 Grundsätzliche Überlegungen
7.5.1.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.5.2 Stellungnahmen zum Ersatzfamilienkonzept
7.5.2.1 Zusammenfassung und Diskussion
7.5.3 Stellungnahmen zum Ergänzungsfamilienkonzept
7.5.3.1 Zusammenfassung und Diskussion
8. Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Besuchskontakten zwischen Pflegekindern und ihren leiblichen Herkunftseltern. Das primäre Forschungsziel besteht darin, die Auswirkungen dieser Kontakte auf alle Beteiligten zu analysieren und fachliche Entscheidungskriterien für eine kindwohlgerechte Umgangsgestaltung zu erarbeiten, wobei insbesondere der theoretische Hintergrund und Expertenmeinungen aus der Praxis beleuchtet werden.
3.1.1 Die Objektbeziehungstheorie
1970), William Fairbairn (1889-1964) und Donald Winnicott (1896-1971) ist sie eine Vertreterin der „Britischen Schule“.
Grob zusammengefasst erklärt die Objektbeziehungstheorie die Verinnerlichung von Objektbeziehungen in der primären Dyade (meist die Mutter-Kind-Beziehung) und deren Einfluss auf alle weiteren Beziehungen des Kindes. Der Begriff der Objektbeziehung meint zum einen internalisierte Vorstellungsbilder von Beziehung und zum anderen die sichtbare Interaktion von zwei oder mehreren Personen. Das vorrangige Interesse der Objektbeziehungstheoretiker gilt jedoch den „intrapsychisch phantasierten bzw. vorgestellten Beziehungen, die mit vielfältigen Gefühlen, Erinnerungen, Gedanken und Erwartungen verbunden sind“ (Santer 2003, S. 196).
Die Objektbeziehungstheorie geht von einer „zunächst symbiotischen Mutter-Kind-Beziehung“ (Kötter 1997, S. 33) aus, in der das Kind durch allmähliche Loslösungs- und Individuationsprozesse so genannte Selbst- und Objektreprästanzen entwickelt. Das bedeutet, „dass man von seinem eigenen Selbstbild und Selbstverständnis ausgehend (=Selbstreprästanz) eine vorgestellte Beziehung zu einem Interaktionspartner eingeht (=Objektreprästanz)“ (Mertens 1996, S. 96, zit. nach Santer 2003, S. 196). Erst die Auflösung der frühen Mutter-Kind-Symbiose im Sinne einer Selbst-Objekt-Differenzierung ermöglicht es dem Kind, sein Selbst vom Objekt abzugrenzen. Einfühlsamkeitsvermögen, Vermittlung von Sicherheit und eine adäquate Regulation der kindlichen Bedürfnisse nach Nähe und Distanz durch die Mutter sind dabei wichtige Voraussetzungen für frühe positive Beziehungserfahrungen.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl und legt die Fragestellung fest, die sich mit der Bedeutung von Besuchskontakten für Pflegekinder beschäftigt.
2. Gesetzliche Grundlagen von Umgangsregelungen: Dieses Kapitel erläutert die relevanten Paragrafen des BGB, insbesondere § 1684 und § 1685, und diskutiert die Herausforderungen bei deren Anwendung auf Pflegeverhältnisse.
3. Konkurrierende Pflegefamilienkonzepte: Es werden das Ersatzfamilienkonzept und das Ergänzungsfamilienkonzept gegenübergestellt, um unterschiedliche theoretische Positionen zum Umgangsrecht aufzuzeigen.
4. Traumatisierung von Kindern durch ihre Eltern: Dieses Kapitel thematisiert die Folgen von Traumatisierungen und deren Bedeutung für die kindliche Bindungsfähigkeit und Beziehungsgestaltung.
5. Zentrale Aspekte von Besuchskontakten: Die Auswirkungen von Kontakten auf Pflegekinder, Pflegeeltern und Herkunftseltern werden anhand empirischer Ergebnisse analysiert.
6. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die qualitative Forschungsstrategie, das Experteninterview als Datenerhebungsmethode und die qualitative Inhaltsanalyse zur Auswertung.
7. Darstellung und Interpretation des empirischen Materials: Hier werden die Ergebnisse der Experteninterviews kategorisiert, interpretiert und in Bezug zum theoretischen Rahmen gesetzt.
8. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die eine kindwohlorientierte, fallspezifische Umgangsgestaltung unter Berücksichtigung systemischer Aspekte empfiehlt.
Besuchskontakte, Pflegekinder, Herkunftseltern, Pflegefamilie, Ersatzfamilie, Ergänzungsfamilie, Bindungstheorie, Objektbeziehungstheorie, Traumatisierung, Kindeswohl, Umgangsregelung, Qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Inhaltsanalyse, Vollzeitpflege.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der komplexen Thematik der Besuchskontakte zwischen Kindern in Vollzeitpflege und ihren leiblichen Eltern unter Berücksichtigung rechtlicher, theoretischer und praktischer Gesichtspunkte.
Die zentralen Felder umfassen rechtliche Grundlagen des Umgangsrechts, die theoretische Debatte zwischen Ersatz- und Ergänzungsfamilienkonzepten, die Auswirkungen von Traumata auf die kindliche Entwicklung sowie die Gestaltung und Begleitung von Kontakten.
Das Ziel ist es, die Bedeutung von Besuchskontakten für eine positive Kindesentwicklung zu erörtern und herauszuarbeiten, welche Faktoren eine förderliche Umgangsgestaltung begünstigen oder behindern.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, wobei Experteninterviews mit Fachkräften aus dem Pflegekinderbereich geführt und diese mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Bindungstheorien und Traumafolgen sowie eine empirische Auswertung der Experteninterviews zu Kategorien wie Zielsetzung, Chancen, Grenzen und Umgang mit Schwierigkeiten bei Besuchskontakten.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Besuchskontakte, Pflegeverhältnisse, Bindungstheorie, Traumatisierung, Kindeswohl und die Gegenüberstellung von Ersatz- und Ergänzungsfamilienkonzepten.
Die befragten Experten lehnen eine pauschale Anwendung eines einzigen Modells ab und bevorzugen eine fallbezogene, systemische Sichtweise, die sowohl die Herkunftsfamilie als auch das Pflegeverhältnis einbezieht.
Klarheit darüber, ob eine Rückkehr zur Herkunftsfamilie angestrebt wird oder ein Verbleib in der Pflegefamilie auf Dauer angelegt ist, vermindert Loyalitätskonflikte und Verunsicherungen beim Kind.
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