Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 1.7
1. Zielsetzung und Gliederung der Arbeit
2. Ökonomische Konzeptionen in der Anarchie
2.1. Die zwei Sichtweisen in der ökonomischen Lehre der Anarchie
2.2. Ökonomische Betrachtung von Kooperation
2.3. Kritische Folgerungen aus der Anarchie
3. Staatliches System als Status Quo
3.1. Staatliche Evolution aus der Kooperation: Eine modelltheoretische Analyse
3.2. Wirtschaftliche und soziale Begründung staatlicher Interventionen
4. Auflösung des staatlichen Verbundes
4.1. Motive und Rechtfertigungsgründe für die Wiederabschaffung des Staates
4.2. Konzeption eines Minimalstaates als alternative Herrschaftsform
5. Zusammenfassung und Politikimplikationen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Fundierung der Anarchie sowie deren Eignung als Alternative zum staatlichen System, indem sie die Kausalitätskette zwischen Anarchie, staatlicher Genese und staatlichem Versagen kritisch analysiert.
2.2 Ökonomische Betrachtung von Kooperation
Eine Grundproblematik der Anarchie stellt die interpersonelle Kooperation dar. Jene Kooperation ist jedoch eine Notwendigkeit individueller Entfaltung. Dies hat seinen Ursprung darin, dass es in der Regel einem Individuum unmöglich ist sämtliche Bedürfnisse und Wünsche durch eigene Herstellung von Gütern zu befriedigen. Zum Einen liegt das an den Fähigkeiten, nicht alles selber herstellen zu können. Zum Anderen liegt dies an der zeitlichen Begrenztheit. Bedürfnisse sind vielfältig und die Produkte, die zur Befriedigung dieser Bedürfnisse dienen, brauchen mitunter viel Zeit zur Herstellung.
Diese Einsicht wurde historisch gesehen aus dem Übergang von der Selbstversorgung zum Urkommunismus getätigt, in dem die Bildung von Gemeinschaften zur Lösung wirtschaftlicher Aufgaben, wie das Herstellen verschiedener Güter, eingeführt wurde. Allerdings wurden erst im nächsten Schritt, dem einfachen Tauschhandel, erste Tauschaktivitäten arrangiert [Bliemel, Kotler 2007: S. 8]. Mit Tauschaktivitäten ist es daher möglich, eigene Bedürfnisse optimal zu befriedigen und somit eine Wohlfahrtsverbesserung vorzunehmen. Diese Kultivierung setzt daher einen Güteraustausch voraus, dessen Bedingungen in fünf Punkten zusammengefasst werden können: Erstens muss es zwei Parteien geben die, zweitens, jeweils etwas haben, dass für die andere Partei von Wert ist. Drittens muss jede Partei im Stande sein mit der anderen Partei in Interaktion zu stehen. Viertens obliegt es der freien Entscheidung jeder Partei ein Tauschangebot anzunehmen oder abzulehnen und schließlich, fünftens, muss es eine grundsätzliche Tauschbereitschaft geben [vgl. Kotler; Bliemel 2007: S. 14].
1. Zielsetzung und Gliederung der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Wirksamkeit staatlicher Interventionen vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Krisen und Definition des Forschungsziels.
2. Ökonomische Konzeptionen in der Anarchie: Untersuchung der theoretischen Grundlagen der Anarchie, der Möglichkeiten interpersoneller Kooperation und der kritischen Würdigung dieses Modells.
3. Staatliches System als Status Quo: Modellierung des Übergangs vom anarchischen Zustand zum staatlichen System sowie Begründung für staatliche Interventionen.
4. Auflösung des staatlichen Verbundes: Darstellung von Motiven zur Abschaffung des Staates und Diskussion des Minimalstaates als Alternative.
5. Zusammenfassung und Politikimplikationen: Synthese der Ergebnisse sowie kritische Reflektion der ökonomischen und politischen Implikationen.
Anarchie, Staat, Kooperation, Staatsquote, öffentliche Güter, Marktversagen, Public Choice, Minimalstaat, Eigentumsrechte, Vertragsdurchsetzung, Interventionsökonomie, Wohlfahrt, Umverteilung, Transaktionskosten, Individuelle Freiheit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Anarchie und staatlicher Herrschaft aus ökonomischer Sicht und analysiert, ob eine Gesellschaft ohne Staat funktionieren kann.
Die Kerngebiete umfassen die ökonomischen Grundlagen der Anarchie, die Entstehung von Staaten durch Kooperation, die Rechtfertigung staatlicher Eingriffe sowie Kritikpunkte am staatlichen System.
Das Hauptziel ist es herauszufinden, ob Anarchie eine plausible Alternative zum Staat darstellt, wie ökonomische Kooperation ohne staatliche Institutionen gelingen kann und welche Anforderungen an ein staatsfreies System zu stellen sind.
Die Arbeit nutzt modelltheoretische Ansätze und Analysen der Public Choice Theorie, um ökonomische Interaktionen unter verschiedenen Regelsystemen zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse anarchischer Konzepte, die Evolution des Staates aus der Kooperation, die wirtschaftliche Begründung staatlicher Interventionen sowie die Kritik am staatlichen Gewaltmonopol.
Zentrale Begriffe sind das Selektionsprinzip, das Gefangenendilemma, der Schatten der Zukunft, die Transaktionskostentheorie und die Definition des Minimalstaates nach Nozick.
Laut Axelrod ist dieser Diskontfaktor entscheidend, da er die Bedeutung zukünftiger Interaktionen hervorhebt und somit Anreize für gegenseitige Kooperation statt einseitiger Defektion schafft.
Nozick argumentiert, dass ein umverteilender Staat die vorstaatlichen Eigentumsrechte der Individuen verletzt und somit die Grenze zum legitimierbaren Staat überschreitet.
Der Autor stellt fest, dass sowohl die Anarchie als auch der totalitäre Staat theoretische und praktische Schwächen aufweisen, wobei der Minimalstaat als mögliches gesundes Mittelmaß zwischen diesen Extrema diskutiert wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

