Magisterarbeit, 2008
84 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
Einordnung des Themas in den historischen Kontext
Quellenlage
Forschungsstand
Themenstellung
II. Die Erschaffung eines überzeitlichen Gedächtnisses
Einordnung in den religiösen und soziologischen Kontext
· Wandel des Gottes- und Todesbildes
· Die Todesstunde Friedrichs III. im Spiegel der Darstellung Cuspinians
Zur Geschichte Christlicher Fürstenbegräbnisse und Totenfeiern
· Das Wesen spätmittelalterlicher Fürstenbestattungen
· Ehrenwerke – gedruckter, wohlwollender Nachruf
III. Das Ableben und der Tod Kaiser Friedrichs III.
De prodigiis et ostentis que mortem Friderici imperatoris precesserunt
Pes sinister
Die Beinamputation
Imperator Fridericus tertius obiit
Überlegungen zum Sterbehaus Friedrichs III.
IV. Postmortale Vorgänge
Präventive Maßnahmen im Hinblick auf die offizielle Totenfeier
Die Totenfeiern in ausgewählten Reichsstädten
· Exequien und eigentliche Bestattung in Wien
· Die Exequien in Nürnberg
· Die Exequien in Augsburg
· Die Exequien in Dortmund
· Die offiziellen Exequien in Wien zu St. Stephan
Sepulkrakultur des Königs- und Kaiserhauses Habsburg
Die Umbettung in das Hochgrab
V. Zusammenfassung / Fazit
Die Arbeit untersucht das Ableben, die Totenrituale und die Sepulkralkultur rund um Kaiser Friedrich III. Es wird erforscht, inwiefern sein Tod und die nachfolgenden Exequien in verschiedenen Reichsstädten sowie die spätere Überführung in sein Hochgrab als dynastische Machtdemonstration und Mittel zur Propagierung des Hauses Habsburg dienten.
Die Beinamputation
Das Bein wurde am 8. Juni folgerichtig amputiert.175 Der Altersbrand hatte sich ungefähre seit Faßnacht, also dem 20. Februar, immer fortschreitend bis zur Wade ausgebreitet,176 wie wir aus einem handschriftlichen Bericht des behandelnden Chirurgen Hans Suff erfahren.177 In einem, aufgrund Bogenverlustes leider unvollständigen Text178, stellte der Arzt aus Göppingen Krankheitsverlauf und Symptomatik des gangränösen Befalls dar: Unempfindlichkeit, Kribbeln, zunehmend livide Verfärbung, letztendlich brandige Schwärze.179 Die Ursache der Erkrankung sah der Arzt in der sogenannten „Viersäftelehre“ begründet und notierte folglich, dass der Altersbrand nit kamm von hicz sonder von ainr keltin und von aim fluß, der da ingienng und artranckt die lebigen gaist.180 Die Amputation wird in 27 Zeilen relativ knapp beschrieben. Es geht aus der Schilderung des Mediziners nicht hervor, ob die Amputation im gesunden oder brandigen Bereich stattgefunden habe, noch wird klar welcher Fuß abgesägt wurde. Während die Miniatur in der Albertina die Amputation an der linken Seite geschehen läßt, vermerkt der Ehrenspiegel, die Operation habe sich in der anderen Körperhälfte vollzogen.181 Suff berichtet, der Kaiser habe weder Schmerz gefühlt, noch sei Blut geflossen. Letztgenannter Vermerk weist einerseits auf eine Amputation im gangränösen Bereich hin, andererseits hat die Forschung erwiesen, dass sich Meister Hans Suff von Göppingen auf die Adernligatur verstand.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Person Friedrichs III. ein, skizziert die komplexe Quellenlage und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
II. Die Erschaffung eines überzeitlichen Gedächtnisses: Hier werden der religiöse und soziologische Kontext des spätmittelalterlichen Sterbens sowie die Tradition christlicher Fürstenbegräbnisse analysiert.
III. Das Ableben und der Tod Kaiser Friedrichs III.: Dieses Kapitel widmet sich detailliert den Krankheitsumständen, der Amputation sowie dem tatsächlichen Sterbeort und -zeitpunkt des Kaisers.
IV. Postmortale Vorgänge: Hier erfolgt eine Untersuchung der Reaktionen auf den Tod des Kaisers, inklusive der Totenfeiern in verschiedenen Reichsstädten sowie einer Analyse der habsburgischen Sepulkralkultur.
V. Zusammenfassung / Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung des Kaisertodes als propagandistisches Instrument der frühen Neuzeit hervor.
Friedrich III., Haus Habsburg, Spätmittelalter, Totenfeiern, Exequien, Sepulkralkultur, Beinamputation, Kaisergrab, St. Stephan, Herrschaftsrepräsentation, Maximilian I., Quellenforschung, Inkunabeln, Ars moriendi, Wien.
Die Magisterarbeit befasst sich mit den Ereignissen rund um den Tod von Kaiser Friedrich III. im Jahr 1493, den damit verbundenen Trauerfeierlichkeiten und der Entwicklung der Sepulkralkultur im Haus Habsburg.
Zentrale Themen sind die Sterbe- und Bestattungsrituale des Spätmittelalters, die mediale Verbreitung von Nachrichten durch Inkunabeln, die Rolle der Reichsstädte und die politische Instrumentalisierung von Trauerfeiern.
Das Ziel ist es, die Umstände des kaiserlichen Ablebens zu klären und zu analysieren, ob es bereits eine systematisierte habsburgische Sepulkralkultur gab, die als dynastische Machtdemonstration diente.
Der Autor nutzt primär die Quellenarbeit, indem er Inkunabeln, zeitgenössische Chroniken, Berichte von Gesandtschaften und medizinische Handschriften kritisch auswertet und historisch einordnet.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der medizinischen Dokumentation der Amputation, dem Ablauf der offiziellen Totenfeiern in Wien und den Gedenkfeiern in Städten wie Nürnberg, Augsburg und Dortmund.
Wichtige Begriffe sind Friedrich III., Exequien, Sepulkralkultur, habsburgische Herrschaftsrepräsentation, Kaisergrab, Wiener Dom zu St. Stephan und der Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit.
Das Leiden am Bein wird detailliert als medizinischer und politischer Faktor beleuchtet, da die Amputation eine Zäsur darstellte, die vom Umfeld des Kaisers und dem Thronfolger politisch interpretiert wurde.
Die Debatte um das Sterbehaus (Linzer Burg vs. Kremsmünsterer Haus) und den Grabort spiegelt die lückenhafte Quellenlage und die spätere historische Verklärung wider, der der Autor durch Quellenkritik begegnet.
Die Nachricht verbreitete sich durch Botennetze und wurde in Form von Inkunabeln in den Reichsstädten gezielt publiziert, um politische Stabilität und Loyalität zum Nachfolger Maximilian zu sichern.
Die Umbettung in das monumentale Hochgrab unter Maximilian I. wird als bewusste dynastische Inszenierung gedeutet, um das Haus Habsburg als legitime Kaiserdynastie in Stein zu manifestieren.
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