Diplomarbeit, 2009
78 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Das chemische Potential
2.1.1 Fugazität
2.1.2 Aktivität
2.2 Beschreibung von Mischungen mittels Exzessgrößen
2.3 Bestimmung der Enthalpie wässriger Salzlösungen
2.4 Löslichkeit von Salzen
3 Prozessbeschreibung
4 Modellierung
4.1 Löser
4.2 Verdampfer
4.3 Kondensator
4.4 Kristallisator
4.5 Mischer
5 Ergebnisse und Verbesserung des ersten Entwurfs
5.1 Vorgehen bei der Lösung der stationären Bilanzgleichungen
5.2 Annahmen, Vorgaben und Ergebnisse
5.2.1 Löser
5.2.2 Verdampfer
5.2.3 Kondensator
5.2.4 Kristallisator
5.2.5 Mischer
5.2.6 Energiebilanz des Gesamtprozesses
5.3 Verbesserung des ersten Entwurfs
5.3.1 Verwendung interner Wärmeübertrager
5.3.2 Prozessmodifikation zur Rückgewinnung eines Teils der Kondensationsenergie des Wasserdampfes
Prinzip der Mehrfach - Entspannungsverdampfung mit Rekuperation der Kondensationsenergie
Annahmen, Vorgaben und Ergebnisse für den Mehrfach - Entspannungsverdampfer
6 Fazit und Ausblick
7 Anhang
7.1 Clausius-Clapeyron Beziehung
7.2 Umformung der Clausius-Clapeyron-Gleichung
7.3 Bestimmung der Enthalpie der Ammoniumnitrat-Wasser-Lösung
7.4 Digitalisierung der Zustandsdaten der Ammoniumnitrat-Wasser-Lösung
Die vorliegende Diplomarbeit entwickelt und analysiert einen neuartigen, thermisch angetriebenen Kälteprozess, der die Exzessenthalpie beim Lösen von Salzen (speziell Ammoniumnitrat) in Wasser zur Kälteerzeugung nutzt, um die Energieeffizienz im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren zu bewerten und durch Prozessmodifikationen zu steigern.
4.1 Löser
In diesem Prozessschritt findet die eigentliche Kältebereitstellung statt. Wie in Abbildung 4.1 ersichtlich, werden dem Löser kontinuierlich der Strom 1 aus dem Kondensator und Strom 2 aus dem Kristallisator zugeführt. Den Löser verlässt entsprechend eine Mischung aus Strom 1 und Strom 2, der als Strom 3 bezeichnet wird. Die Gesamtmassenbilanz stellt sich nach Gleichung 4.1 dar.
0 = M˙ 1 + M˙ 2 − M˙ 3 (4.1)
Die Komponentenbilanz des gelösten Stoffes ist in Gleichung 4.2 für den Löser formuliert.
0 = M˙ 1 · ξ1,2 + M˙ 2 · ξ2,2 − M˙ 3 · ξ3,2 (4.2)
ξk,i beschreibt die Massenkonzentration des Stoffes i im k-ten Strom, welche in Gleichung 4.3 definiert wird.
ξk,i = Mk,i / Mk,ges = M˙ k,i / M˙ k,ges (4.3)
Analog kann diese Komponentenbilanzierung auch für das Lösungsmittel Wasser durchgeführt werden. Da diese jedoch in dem vorliegenden Fall eines binären Systems auf Grund der Summenbeziehung keine weitere Information enthält, sei hier lediglich darauf verwiesen.
Eine entscheidende Bedeutung kommt der Bilanzierung der Energie innerhalb des Lösers zu. Rein formal lassen sich entlang der Systemgrenze des Lösers die für die Energiebilanz relevanten Enthalpieströme identifizieren. Die Energiebilanzgleichung lautet wie in Gleichung 4.4 zusammengefasst.
0 = H˙ 1 + H˙ 2 − H˙ 3 + (H˙ 8 − H˙ 9) (4.4)
Die Enthalpieströme können als Produkt des jeweiligen Massenstromes mit dem thermodynamischen Zustand, d.h. der spezifischen Enthalpie des Stromes gebildet werden. Wird von isobaren Verhältnissen im Löser ausgegangen und handelt es sich bei Strom 8 und 9 um reines Wasser, dessen Massenstrom während der Durchströmung konstant bleibt, lässt sich die Energiebilanz für den Löser wie in Gleichung 4.5 verfeinert darstellen.
0 = M˙ 1 · h(T1, ξ1,2) + M˙ 2 · h(T2, ξ2,2) − M˙ 3 · h(T3, ξ3,2) + M˙ 8 · (h(T8) − h(T9)) (4.5)
1 Einleitung: Motivation für thermisch angetriebene Kälteprozesse aufgrund von Klimaschutz und Energieeffizienz sowie Vorstellung des neuartigen Lösungsansatzes.
2 Grundlagen: Theoretische Herleitung der thermodynamischen Stoffdaten und der mathematischen Beschreibung des Stoffsystems Ammoniumnitrat-Wasser.
3 Prozessbeschreibung: Schematische Darstellung und Erläuterung des einstufigen Lösungskälteprozesses und der physikalischen Vorgänge beim Lösen und Kristallisieren.
4 Modellierung: Aufstellung der mathematischen Massen-, Komponenten- und Energiebilanzgleichungen für alle Anlagenkomponenten.
5 Ergebnisse und Verbesserung des ersten Entwurfs: Durchführung der Berechnungen, Analyse der Ergebnisse und Implementierung von Optimierungen wie Wärmerückgewinnung und Mehrstufentechnik.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Leistungszahlen und Vorschläge für zukünftige Entwicklungen zur Steigerung der Effizienz.
7 Anhang: Detaillierte Herleitungen, Stoffdatenkonstanten und mathematische Approximationen zur computergestützten Berechnung.
Lösungskälteprozess, Ammoniumnitrat, Exzessenthalpie, Energieeffizienz, Thermodynamik, Mehrstoffsysteme, Massenbilanz, Energiebilanz, Wärmerückgewinnung, Entspannungsverdampfer, Leistungszahl, Stoffwerte, Kristallisator, Siedepunktserhöhung, Prozessmodellierung
Die Arbeit untersucht einen neuartigen, thermisch angetriebenen Kälteprozess, der die Exzessenthalpie nutzt, die beim Lösen von Salzen (hier Ammoniumnitrat) in Wasser entsteht, um Kälte bereitzustellen.
Die Themenfelder umfassen die Thermodynamik von Mehrstoffsystemen, die mathematische Modellierung von Kälteprozessen, die numerische Simulation mit Matlab und die Optimierung verfahrenstechnischer Anlagenkonfigurationen.
Das primäre Ziel ist die Bestimmung der Energieeffizienz (Leistungszahl) dieses neuen Prozesses und dessen Vergleich mit bestehenden thermischen Kälteanlagen.
Es wird eine stationäre Bilanzierung der Massen-, Komponenten- und Energieströme durchgeführt. Die thermodynamischen Zustandsdaten werden mathematisch modelliert und mittels numerischer Nullstellensuche (fzero in Matlab) gelöst.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Modellierung der Einzelkomponenten (Löser, Verdampfer, Kondensator, Kristallisator, Mischer) und die sukzessive Verbesserung des Prozessentwurfs.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lösungskälteprozess, Ammoniumnitrat-Wasser-System, Wärmerückgewinnung, Entspannungsverdampfung und COP-Optimierung charakterisiert.
Ammoniumnitrat eignet sich aufgrund seiner nennenswerten endothermen Lösungsenthalpie und seiner hervorragenden Löslichkeit in Wasser besonders gut zur Bereitstellung von Nutzkälte unter Umgebungstemperatur.
Die Mehrstufigkeit (zehnstufiger Entspannungsverdampfer) dient dazu, die im Prozess anfallende Kondensationsenergie zurückzugewinnen und somit die erforderliche Heizleistung des Gesamtprozesses zu senken.
Die Optimierung zeigt einen Zielkonflikt: Während eine geringere Eintrittskonzentration im Verdampfer die Heizleistung reduziert, mindert sie gleichzeitig die spezifische Kälteleistung des Gesamtprozesses.
Im ersten Entwurf ist das Wärmeverhältnis (COP) mit 0,04 sehr niedrig. Durch die implementierten Optimierungen (interne Wärmeübertrager und Mehrstufentechnik) konnte der Wert auf 0,244 gesteigert werden, bleibt jedoch hinter klassischen Systemen zurück.
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