Wissenschaftlicher Aufsatz, 2011
16 Seiten
1.) Welche Bedeutung haben die erkenntnistheoretischen Abteilungen der Systemtheorie für die Wissenschaft im allgemeinen, für die Sozialarbeit im besonderen?
2.) Wie funktionieren Wahrnehmung und Denken aus systemtheoretischer Perspektive?
3.) Was trägt die Unterscheidung Inklusion/Exklusion zu einer professionell kompetenten Sozialarbeit bei?
4.) Was lässt sich resümierend über den Nutzen der konstruktivistischen Systemtheorie für die Sozialarbeit festhalten?
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus und deren Anwendung in der Systemtheorie kritisch zu prüfen, um deren tatsächlichen Nutzen für die Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit auf den Prüfstand zu stellen.
2.) Wie funktionieren Wahrnehmung und Denken aus systemtheoretischer Perspektive?
Um uns in die Vorstellungswelt von Systemtheoretikern hineinzuversetzen und besser zu verstehen, was mit dem Begriff der Eigenresonanz gemeint sein könnte, sollen für die Systemtheorie insgesamt grundlegende Positionen der Biologen von Foerster, Maturana und Varela näher untersucht werden:
„Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.“(von Foerster 1985: 40)
Nach längeren Ausführungen zur Neurophysiologie, die den immer noch aktuellen Erkenntnisstand dieser Disziplin zur optischen Wahrnehmung referieren, generalisiert von Foerster diese Aussage auf Wahrnehmungen aller Sinnesmodalitäten:
„In den Erregungszuständen einer Nervenzelle ist nicht die physikalische Natur der Erregungsursache codiert“.... Codiert wird lediglich die Intensität dieser Erregungsursache, also ein ‚ wieviel’ aber nicht ein ‚was’.“(von Foerster 1985: 43)
1.) Welche Bedeutung haben die erkenntnistheoretischen Abteilungen der Systemtheorie für die Wissenschaft im allgemeinen, für die Sozialarbeit im besonderen?: Das Kapitel legt dar, wie das systemtheoretische Paradigma die Sozialarbeit beeinflusst und stellt den Anspruch auf Wirksamkeit dieses Ansatzes in Frage.
2.) Wie funktionieren Wahrnehmung und Denken aus systemtheoretischer Perspektive?: Hier wird die biologische und erkenntnistheoretische Basis der Systemtheorie kritisch beleuchtet, insbesondere die Behauptung, dass Wahrnehmung als geschlossenes System keine objektive Außenwelt abbilden könne.
3.) Was trägt die Unterscheidung Inklusion/Exklusion zu einer professionell kompetenten Sozialarbeit bei?: Dieses Kapitel hinterfragt, ob die systemtheoretische Unterscheidung von Inklusion und Exklusion einen echten Erkenntnisgewinn oder praktischen Nutzen für die tägliche Arbeit in sozialen Feldern bietet.
4.) Was lässt sich resümierend über den Nutzen der konstruktivistischen Systemtheorie für die Sozialarbeit festhalten?: Das Fazit fasst die logischen Widersprüche zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die systemtheoretische Sichtweise das professionelle Handeln in der Sozialarbeit eher einschränkt als bereichert.
Radikaler Konstruktivismus, Systemtheorie, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Erkenntnistheorie, Wahrnehmung, Inklusion, Exklusion, Eigenresonanz, Autopoiese, Professionalisierung, Systemtheoretische Kritik, Subjektivität, Handlungskompetenz, Kybernetik.
Die Arbeit untersucht kritisch die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus und deren Übertragung auf die Soziale Arbeit durch die Systemtheorie.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Wahrnehmung, der Inklusion und Exklusion sowie die Frage nach der professionellen Handlungsfähigkeit von Sozialarbeitern unter systemtheoretischen Prämissen.
Das Ziel ist es, die logische Konsistenz der systemtheoretischen Argumente zu prüfen und deren praktischen Nutzen für die Soziale Arbeit kritisch zu hinterfragen.
Der Autor nutzt eine logische Analyse der Argumentationen führender systemtheoretischer Vertreter auf Basis erkenntnistheoretischer Kriterien.
Der Hauptteil analysiert Zitate von Systemtheoretikern und stellt diese in den Kontext der neurophysiologischen Erkenntnisse sowie der praktischen Anforderungen an professionelles Handeln in psychosozialen Kontexten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Radikaler Konstruktivismus, Systemtheorie, Sozialarbeit, Inklusion, Exklusion und Eigenresonanz.
Der Autor sieht darin eine konstruktive, aber oft logisch kollidierende Sichtweise, die bei genauerer Betrachtung die reale Beeinflussbarkeit von Systemen in Frage stellt.
Er argumentiert, dass eine rein konstruktivistische Sichtweise die Professionalisierungsdebatte überflüssig machen könnte, da sie gezieltes, moralisch begründetes Handeln als „Mythos“ darstellt, was der Verfasser ablehnt.
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