Examensarbeit, 2009
77 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Einleitung
Erster Teil: Großbritanniens Kolonialpolitik und die Verselbständigung der amerikanischen Kolonien
I. Die Entstehung des First British Empire
II. Das Verhältnis Großbritanniens zu seinen amerikanischen Kolonien bis 1763
III. Das Ende des Siebenjährigen Krieges 1763: Eine Zäsur?
IV. Die amerikanischen Kolonien auf dem Weg in die Unabhängigkeit
1. Der versperrte Weg nach Westen
2. Wirtschaftliche Beschränkungen
3. Wachsendes Selbstbewusstsein in den Kolonien
4. Großbritanniens Steuerpolitik
Zweiter Teil: Die Resonanz in Großbritannien: Zwischen Sympathie, Opportunismus und Ablehnung
I. Schaltstellen der Macht: Krone, Premierminister und Parlament
1. Georg III.: Der patriotische König
2. Die Premierminister zwischen 1763 und 1776
a) George Grenville (1763–1765)
b) Charles Watson-Wentworth (1765–1766)
c) William Pitt (1766–1768)
d) Augustus Fitzroy (1768–1770)
e) Frederick North (1770–1782)
3. Die Perzeption der britisch-amerikanischen Krise in Westminster
a) Das britische Parlament in den 1770er Jahren
b) Die Opposition in der Regierungszeit von Lord North
c) Bemühungen um eine Aussöhnung
II. Strömungen außerhalb des britischen Parlaments
1. Die englische Bevölkerung
2. John Wilkes und die Radicals
3. Die Rational Dissenters und die Publishing Industry
4. Die Colonial Agents
5. Merchants, Tradesmen und Manufacturers
III. Das Militär
Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die zeitgenössische Resonanz auf die amerikanische Unabhängigkeitsbewegung innerhalb Großbritanniens zwischen 1763 und 1776. Dabei wird analysiert, wie sich politische Entscheidungsträger, gesellschaftliche Gruppierungen und das Militär gegenüber den Unabhängigkeitsbestrebungen positionierten und welche Motive für die jeweilige Befürwortung oder Ablehnung ausschlaggebend waren.
Die Perzeption der britisch-amerikanischen Krise in Westminster
Im britischen Parlament gab es in den 1770er Jahren keine organisierten politischen Parteien. Gleichwohl standen sich im House of Commons zwei politische Gruppierungen gegenüber: Die königstreuen Tories und die liberalen Whigs. Als allgemeine Grundtendenzen lassen sich festhalten, dass die Whigs eine Politik des politischen und wirtschaftlichen Liberalismus verfolgten, während sich die Tories für konservative Ideen einsetzten und Reformen kritisch gegenüberstanden. Seit dem Regierungsantritt Georgs I. im Jahr 1714 spielten die Tories eine eher untergeordnete Rolle im Parlament. Die Whigs, die maßgeblich an der Einleitung der Glorious Revolution beteiligt waren, dominierten das Parlament und stellten seit der Thronbesteigung Georgs I. über 50 Jahre den Premierminister. Erst mit Georg III. erstarkten die Tories wieder, und einer ihrer Vertreter – Lord North – wurde 1770 Regierungschef.
Die Mehrheit der Whigs verfolgte eine eher moderate Amerika-Politik. So gab es nicht wenige Mitglieder des Parlaments, die Sympathien für die Amerikanische Idee zeigten. In ihrer Dissertation untersuchte die Historikerin Mary Kinnear Wahlergebnisse und Parlamentsreden zwischen 1775 und 1778 und kommt zu dem Schluss, dass es in diesem Zeitraum etwa 207 pro-amerikanische Abgeordnete im Parlament gab.
Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der Fragestellung und Überblick über die aktuelle Forschungslage sowie die Quellenbasis.
Erster Teil: Großbritanniens Kolonialpolitik und die Verselbständigung der amerikanischen Kolonien: Analyse der Entstehung des First British Empire und der Triebkräfte für die Entfremdung der Kolonien vom Mutterland.
Zweiter Teil: Die Resonanz in Großbritannien: Zwischen Sympathie, Opportunismus und Ablehnung: Detaillierte Untersuchung der Reaktionen von politischen Entscheidungsträgern, Bevölkerungsgruppen und Akteuren außerhalb des Parlaments auf den Unabhängigkeitskonflikt.
Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Einordnung der historischen Ereignisse in die weitere Entwicklung des imperialen Umgangs mit Kolonien.
Großbritannien, amerikanische Unabhängigkeitsbewegung, 18. Jahrhundert, First British Empire, britisches Parlament, König Georg III., Lord North, koloniale Steuerpolitik, koloniale Selbstverwaltung, öffentliche Meinung, Dissenters, Handelsinteressen, militärische Mobilisierung, Unabhängigkeitskrieg, koloniale Krise
Die Arbeit analysiert die Reaktionen der britischen Gesellschaft und des politischen Apparats auf die amerikanischen Unabhängigkeitsbestrebungen im 18. Jahrhundert.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wahrnehmung des Konflikts durch die britische Regierung, die Opposition im Parlament, gesellschaftliche Strömungen wie die Dissenters sowie den Einfluss ökonomischer Interessen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, wie die Krise im Mutterland wahrgenommen wurde, ob es oppositionelle Stimmen zum Regierungshandeln gab und welche Rolle Sympathisanten für die amerikanische Sache spielten.
Die Arbeit nutzt eine politikgeschichtliche Analyse, basierend auf der Auswertung von zeitgenössischen Pamphleten, Korrespondenzen, Parlamentsprotokollen und einer breiten sekundärwissenschaftlichen Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der politischen Entscheidungsprozesse durch Krone und Regierung sowie eine Analyse oppositioneller Bewegungen und wirtschaftlicher Akteure außerhalb des Parlaments.
Zu den prägenden Begriffen gehören britisches Empire, parlamentarische Souveränität, Steuerkonflikt, öffentliche Meinung und koloniale Selbstverwaltung.
Obwohl er zu Beginn für moderate Ansätze offen war, verfestigte seine unbeugsame Haltung im weiteren Verlauf und die Ablehnung jeglicher Kapitulation das Bild eines Despoten, was die Position der Kolonisten radikalisierte.
Da die Bevölkerung sowohl in den Kolonien als auch im Mutterland gespalten war und viele Akteure sich als Teil eines gemeinsamen britischen Kulturerbes sahen, das durch die Konflikte zerrissen wurde, wird die Zäsur als ein tiefgreifender binnengesellschaftlicher Zerfall interpretiert.
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