Masterarbeit, 2025
102 Seiten, Note: 1,3
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss des sozialen Umfelds auf gesundheitsrelevante Gewohnheiten, insbesondere in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Genussmittelkonsum, mittels einer empirischen Analyse zu untersuchen. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, inwiefern das Leben von Menschen durch Gewohnheiten geprägt ist, die sie unter dem Einfluss ihrer sozialen Umwelt entwickeln, und ob diese Gewohnheiten eher als gesundheitsförderlich oder gesundheitsschädlich einzustufen sind.
Begriffserklärung, Kennzeichen und Abgrenzung von Gewohnheiten
Eine einheitliche Definition des Gewohnheitsbegriffs ist nicht existent. Vielmehr gibt es verschiedene Ansätze und Betrachtungsweisen, die das Konstrukt der Gewohnheit erklären. Hilmer (2023, S. 146) beschreibt Gewohnheiten als eine unbewusste, automatische Handlung. Sie dienen als kognitive Entlastung, indem alltägliche Entscheidungen vereinfacht werden und der Fokus auf komplexere Aufgaben gelenkt werden kann. Häcker und Stampf (1998) definieren Gewohnheiten als „angelernte, angebahnte, dem bedingten Reflex vergleichbare, relativ automatisierte Reaktionsabläufe“ (S. 201).
Ohne die Ausprägung von Gewohnheiten wäre der Mensch gezwungen, jede noch so kleine Handlung des Tages neu zu planen, sorgfältig zu steuern und gedanklich zu begleiten. Dies wäre ein enormer Aufwand, der vom morgendlichen Zähneputzen bis hin zum Nachrichtenschauen vor dem Schlafengehen reichen würde. Eine solche kognitive Beanspruchung durch alltägliche Handlungen würde in kürzester Zeit an ihre Grenzen stoßen und kaum noch mentale Kapazitäten für unerwartet auftretende zusätzliche Handlungen zur Verfügung stellen (Wood & Rünger, 2016).
Regelmäßige Wiederholung und automatische Initiierung sind wesentliche Merkmale einer Gewohnheit, die ohne bewusste Zielorientierung auskommt. Es handelt sich folglich um ein erlerntes Verhalten, das aufgrund bestimmter Reize des situativen Kontextes wiederholt wird. Diese Stimuli lösen das Verhalten automatisch aus. Diese Auffassung findet sich in der Definition von Ouellette und Wood (1998) wieder, die Gewohnheiten als „behavioral tendencies to repeat responses given a stable supporting context" (S. 55) beschreiben, sowie bei Verplanken und Aarts (1999), die sie als „learned sequences of acts that have become automatic responses to specific cues and are functional in obtaining certain end goals or states" (S. 104) charakterisieren. In Bezug auf das Gesundheitsverhalten spielen Gewohnheiten in zweierlei Hinsicht eine nicht zu unterschätzende Rolle. Als Verhinderer erschweren Gewohnheiten die Umsetzung geplanter gesundheitsförderlicher Maßnahmen, da diese die Unterdrückung bestimmter hinderlicher, aber einflussreicher Gewohnheiten erfordern. Auf der anderen Seite wirken Gewohnheiten als Treiber, die als starke und stabile Einflüsse für die Entwicklung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen genutzt werden können, sofern es gelingt, das neue gesundheitsförderliche Verhalten zu habitualisieren (Verplanken & Melkevik, 2008).
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Gewohnheiten als zentralen Bestandteil des Alltags ein und beleuchtet deren positive wie negative Auswirkungen auf die Gesundheit, wodurch die Relevanz der Untersuchung des sozialen Umfelds für das Gesundheitsverhalten begründet wird.
2 Zielsetzung: Die Zielsetzung der Arbeit konzentriert sich auf die empirische Untersuchung des Einflusses des sozialen Umfelds auf gesundheitsrelevante Gewohnheiten in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Genussmittelkonsum, mit einem besonderen Fokus auf soziale Gruppen und altersabhängige Unterschiede.
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Das Kapitel bietet eine umfassende theoretische Grundlage, indem es Gewohnheiten definiert, ihre Entstehungsprozesse, verschiedene Arten, Ziele, Modelle zur Veränderung sowie Ansätze zur Messung und Diagnostik darstellt.
4 Methodik: Hier wird das quantitative Forschungsdesign der Online-Umfrage detailliert beschrieben, einschließlich des Untersuchungsdesigns, der entwickelten Messinstrumente (Fragebogen) und der angewandten Methoden zur Datenauswertung und Statistik (Chi-Quadrat-Test, ANOVA, Cramérs V, Cohen's d).
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Studie werden präsentiert, wobei die Auswertungen zu den vier Forschungsfragen den positiven und negativen Einfluss des sozialen Umfelds auf Ernährungs-, Bewegungs- und Genussmittelgewohnheiten sowie die Rolle des Freundeskreises und altersbezogene Unterschiede aufzeigen.
6 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die erzielten Ergebnisse im Kontext bestehender Forschung und theoretischer Ansätze, diskutiert die differenzierten Einflüsse sozialer Gruppen und Altersgruppen, beleuchtet methodische Limitationen und leitet Handlungsempfehlungen ab.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, dass der Einfluss des sozialen Umfelds auf gesundheitsbezogene Gewohnheiten vielschichtig und bereichsspezifisch ist, wobei negative Einflüsse tendenziell stärker ausgeprägt sind und jüngere Personen empfänglicher für hemmende soziale Einflüsse sein können.
Gewohnheiten, Gesundheitsverhalten, soziales Umfeld, Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsgewohnheiten, Genussmittelkonsum, Einflussfaktoren, Verhaltensänderung, empirische Analyse, quantitative Forschung, Altersunterschiede, soziale Unterstützung, Verhaltensmuster, Gewohnheitsbildung, Automatisierung
Die Arbeit untersucht, wie Gewohnheiten unser Gesundheitsverhalten prägen und welche Rolle das soziale Umfeld dabei als Treiber oder Verhinderer spielt, mit einem Fokus auf Ernährung, Bewegung und Genussmittelkonsum.
Die zentralen Themenfelder sind die Entstehung und Veränderung von Gewohnheiten, der Einfluss des sozialen Umfelds, gesundheitsrelevantes Verhalten (Ernährung, Bewegung, Genussmittelkonsum) sowie altersbezogene Unterschiede in der Wahrnehmung dieser Einflüsse.
Das primäre Ziel ist die Identifizierung und Herausarbeitung zentraler Einflussfaktoren des sozialen Umfelds auf gesundheitsrelevante Gewohnheiten und die Analyse ihrer Rolle bei der Etablierung oder Veränderung von Verhaltensweisen.
Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein quantitatives Forschungsdesign in Form einer Online-Umfrage verwendet, ergänzt durch deskriptive und inferenzstatistische Verfahren wie den Chi-Quadrat-Test, ANOVA, Cramérs V und Cohen's d.
Der Hauptteil behandelt den gegenwärtigen Kenntnisstand zu Gewohnheiten (Definition, Entstehung, Arten, Ziele, Veränderungen), die angewandte Methodik der Untersuchung (Untersuchungsdesign, Messinstrumente, Datenauswertung) sowie die Ergebnisse der vier Forschungsfragen und eine umfassende Diskussion.
Schlüsselwörter wie Gewohnheiten, Gesundheitsverhalten, soziales Umfeld, Einflussfaktoren, Verhaltensänderung, empirische Analyse, quantitative Forschung, Altersunterschiede und Automatisierung charakterisieren die Arbeit.
Die Untersuchung konnte nicht bestätigen, dass der Freundeskreis einen signifikant größeren Einfluss als die Familie hat. Die Ergebnisse deuten vielmehr auf eine vergleichbare Rolle beider sozialer Gruppen im Kontext gesundheitsrelevanter Gewohnheiten hin.
Die Ergebnisse zeigen, dass negative soziale Einflüsse auf gesundheitsbelastende Gewohnheiten in allen untersuchten Verhaltensbereichen (Ernährung, Bewegung, Genussmittelkonsum) stärker und konsistenter ausgeprägt sind als positive Einflüsse.
Jüngere Personen (< 30 Jahre) scheinen tendenziell empfänglicher für negative soziale Einflüsse im Zusammenhang mit gesundheitsbelastenden Verhaltensweisen zu sein, während positive Einflüsse altersunabhängig wahrgenommen werden.
Die Arbeit stellt verschiedene Modelle zur Gewohnheitsveränderung vor, darunter die Gewohnheitsschleife nach Duhigg, das Veränderungsmodell nach Clear, die Reizkette nach Hilmer sowie das Transtheoretische Modell (TTM) von Prochaska und DiClemente.
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