Diplomarbeit, 2002
121 Seiten, Note: gut (2)
1. Einleitung
2. Die Mensch-Tier Beziehung in Religion, Geschichte und Ethik
2.1 Die Mensch-Tier Beziehung in den verschiedenen Religionen
2.1.1 Das Tier im Hinduismus
2.1.2 Das Tier im Buddhismus
2.1.3 Das Tier im chinesischen Denken
Exkurs: Yin Yang
2.1.4 Das Tier im Islam
2.1.5 Das Tier im Christentum
2.2 Das Tier in der Geschichte
2.2.1 Das Tier in der Spätantike und im Mittelalter
2.2.1.1 Das Tier in der Wissenschaft der Spätantike und des Mittelalters
2.2.2 Die Frühe Neuzeit
2.2.3 René Descartes
2.2.4 Folgen für den Tierschutz
2.3 Das Tier in der heutigen Ethik
2.3.1 Bedeutung von Natur und Tieren in der heutigen Zeit
2.3.2 Die universelle Ethik Schweitzers
2.3.3 Einstellung des Menschen zur Natur
3. Das Tier in Psychologie und Pädagogik
3.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Mensch und Tier
3.2 Grundlagen der Mensch-Tier Beziehung
3.2.1 Biophilie
3.2.2 Kommunikation zwischen Mensch und Tier
3.2.3 Du-Evidenz
3.3 Allgemeine Auswirkungen der Mensch - Tier Beziehung
4. Einsatz von Tieren zu pädagogischen und therapeutischen Zwecken
4.1 Entwicklung
4.2 Richtlinien und Definitionen
4.2.1 Animal-Assisted Activities - Tiergestützte Aktivitäten (AAA)
4.2.2 Animal-Assisted Therapy – Tiergestützte Therapie (AAT)
4.3 Tiere in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit Kindern
4.3.1 Das Beziehungserleben durch Tiere
4.3.2 Wie wirkt tiergestützte Pädagogik/Therapie?
4.3.2.1 Wirkung in der Pädagogik
4.3.2.2 Wirkung in der Therapie
5. Die Bedeutung von Spiel und Spielräumen für Kinder
5.1 Die Entwicklung des Spiels im historischen Kontext
5.2 Charakteristika von Spiel
5.3 Funktionen des Spiels
5.4 Kindliche Erlebnisräume
5.5 Resümeè
6. Jugendfarmen und Aktivspielplätze
6.1 Allgemeines
6.1.1 Entstehung von Jugendfarmen und Abenteuerspielplätzen
6.1.2 Allgemeine Konzeption von Jugendfarmen
6.1.3 Der Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V.
6.2 Stadtteilfarm Bremen Huchting
6.2.1 Aufbau der Stadtteilfarm
6.2.2 Beschreibung der Farm
6.2.3 Zielsetzung
6.2.4 Angebot
6.2.5 Problembereiche der Farmarbeit
6.2.5.1 Personelle Situation
6.2.5.2 Finanzen
6.3 Fazit
7. Therapeutisches Reiten
7.1 Überblick
7.1.1 Hippotherapie
7.1.2 Behindertensport
7.2 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
7.2.1 Entwicklung des Heilpädagogischen Reitens/ Voltigierens
7.2.2 Grundlagen des heilpädagogischen Reitens/ Voltigierens
7.2.3 Vorraussetzungen für heilpädagogisches Reiten/ Voltigieren
7.2.3.1 Das Pferd
7.2.3.2 Der Therapeut
7.3 Einsatzgebiete, Ziele und Auswirkungen des Therapeutischen Reitens
7.3.1 Körperliche Ebene
7.3.2 Individuelle Ebene
7.3.3 Soziale Ebene
7.4 Fazit
8. Delphintherapie
8.1 Entstehung und Anwendung der Delphintherapie
8.2 Forschungsprojekt zur Delphintherapie der Universität Würzburg
8.3 Wirkung der Delphintherapie
8.3.1 Der Delphin als Verstärker
8.3.2 Der Delphin als Eisbrecher
8.3.3 Ultraschallwellen
8.4 Fazit
9. Tierhaltung und Tierbesuchsdienste in Institutionen
9.1 Allgemeines
9.2 Institut für soziales Lernen mit Tieren
9.2.1 Konzept
9.2.2 Die Tiere des Instituts
9.3 Tiere helfen Menschen e.V.
9.4 Fazit
10. Tiere in der Resozialisation und im Strafvollzug
10.1 Green Chimneys
10.2 Servicehundeausbildung im Washington Corrections Center for Woman (WCCW)
10.3 Fazit
11. Tiere im Einsatz in der Ergotherapie
11.1 Allgemeines
11.2 „Kea“ als therapeutischer Helfer
11.2.1 Die Beobachtungsebene
11.2.2 Die Kontaktebene
11.2.3 Ebene der Selbstaktivität
11.2.4 Ebene der komplexen Interaktion
12. Hygienische und rechtliche Voraussetzungen
12.1 Gesundheitliche Fragen
12.1.1 Infektionen durch Tiere
12.1.2 Allergien und anfällige Patienten
12.1.3 Unfallgefahr
12.2 Rechtliche Voraussetzungen
12.2.1 Tierhaltung in Institutionen
12.2.2 Voraussetzungen für Tiere in der Praxis oder als Besuchsdienst in Einrichtungen
13. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendung tiergestützter Pädagogik und Therapie, insbesondere im Kontext der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, die positive Wirkung von Mensch-Tier-Beziehungen aufzuzeigen, den aktuellen Forschungsstand zu reflektieren und die Notwendigkeit sowie die Rahmenbedingungen für einen verantwortungsvollen Einsatz von Tieren in pädagogischen und therapeutischen Settings zu erörtern.
Die Bedeutung von Spiel und Spielräumen für Kinder
Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es auf der einen Seite weitaus besser als noch vor 200 Jahren. Dies betrifft vor allem die materielle Versorgung, die Bildungsmöglichkeiten und die Bemühungen der Eltern um eine partnerschaftliche Beziehung. Auf der anderen Seite wird ihre Situation immer bedrohlicher. Krankheiten wie Essstörungen, Depressionen, ADS oder Allergien nehmen in einem erschreckenden Ausmaß zu, ebenso schulische und soziale Probleme. Die Zahl der Alkohol- und Drogenabhängigen steigt und die Abhängigen werden immer jünger.
Spielräume im Freien sind für Kinder immer gefährlicher. Durch die Zunahme des Autoverkehrs werden Kinder auf verschiedene Arten gefährdet. Verkehrsunfälle sind bei Kindern die Todesursache Nr. 1. Jährlich passieren ca. 50.000 Unfälle an denen Kinder und Jugendliche beteiligt sind. Ca. 14.000 Kinder werden hierbei schwer verletzt, über 400 sterben jährlich an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Beim Aufenthalt im Freien sind Kinder jedoch nicht nur durch Autounfälle gefährdet. Umweltverschmutzung, wie z.B. durch Abgase und Lärm von Verkehr und Fabriken stellt für Kinder ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. 20-25% aller Kinder leiden heute an Allergien. Krebserkrankungen bei Kindern sind stark gestiegen, besonders in Gebieten mit starker Umweltbelastung.
Viele Eltern haben zudem Angst, dass ihre Kinder Opfer von sexuellen Übergriffen werden, wenn sie unbeaufsichtigt auf der Strasse spielen, oder sie alleine auf den Schulweg sind. Dies ist bestimmt auch eine Gefahr, allerdings sollte man hierbei bedenken, dass der allergrößte Teil der sexuellen Übergriffe in der Familie oder im Bekanntenkreis stattfindet und nur ein Bruchteil durch Fremde.
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über theoretische Grundlagen, geschichtliche Hintergründe und den Forschungsstand zur tiergestützten Pädagogik und Therapie.
2. Die Mensch-Tier Beziehung in Religion, Geschichte und Ethik: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis zwischen Mensch und Tier in verschiedenen Weltreligionen, historischen Epochen und ethischen Diskursen.
3. Das Tier in Psychologie und Pädagogik: Es werden Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier sowie psychologische Konzepte wie Biophilie und die Du-Evidenz als Grundlage für zwischenartliche Beziehungen beleuchtet.
4. Einsatz von Tieren zu pädagogischen und therapeutischen Zwecken: Hier werden Definitionen und Richtlinien für tiergestützte Aktivitäten (AAA) und Therapie (AAT) sowie deren Wirkung auf Kinder diskutiert.
5. Die Bedeutung von Spiel und Spielräumen für Kinder: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung des Kinderspiels und die Notwendigkeit von Freiräumen für eine gesunde kindliche Entwicklung.
6. Jugendfarmen und Aktivspielplätze: Es wird die Konzeption von Jugendfarmen als naturnahe Spielräume am Beispiel der Stadtteilfarm Bremen-Huchting erläutert.
7. Therapeutisches Reiten: Das Kapitel differenziert zwischen Hippotherapie, Behindertensport und heilpädagogischem Reiten und beschreibt deren Ziele und Wirkungsweisen.
8. Delphintherapie: Die Entstehung, Anwendung und die kontroverse Wirkungsweise der Delphintherapie werden kritisch hinterfragt.
9. Tierhaltung und Tierbesuchsdienste in Institutionen: Hier stehen der Einsatz von Tieren in Heimen und Einrichtungen sowie die Arbeit spezieller Institute im Mittelpunkt.
10. Tiere in der Resozialisation und im Strafvollzug: Das Kapitel beleuchtet den Einsatz von Tieren in Resozialisierungsprojekten wie Green Chimneys und der Hundeausbildung im Strafvollzug.
11. Tiere im Einsatz in der Ergotherapie: Anhand des Beispiels der Labradorhündin „Kea“ werden die Wirkungen tiergestützter Interventionen in der ergotherapeutischen Praxis dargestellt.
12. Hygienische und rechtliche Voraussetzungen: Abschließend werden notwendige Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen für den tiergestützten Einsatz erläutert.
13. Schluss: Ein Fazit zur Wirksamkeit der tiergestützten Arbeit und zur Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung.
Tiergestützte Pädagogik, Tiergestützte Therapie, Mensch-Tier-Beziehung, Jugendfarmen, Heilpädagogisches Reiten, Biophilie, Delphintherapie, Resozialisation, Ergotherapie, Ethik, Kindliche Entwicklung, Spielräume, Tierbesuchsdienste, Zoonosen, Tierschutz
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, die historische Entwicklung sowie die praktische Anwendung von tiergestützten pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen.
Die zentralen Felder umfassen die Rolle des Tieres in Religion und Ethik, die psychologischen Wirkfaktoren in der Mensch-Tier-Beziehung, den Einsatz von Tieren in der Arbeit mit Kindern sowie rechtliche und hygienische Voraussetzungen.
Das Hauptziel ist es, die positive Wirkung von Tieren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie in therapeutischen Kontexten aufzuzeigen und dabei auch kritische Faktoren zu reflektieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Darstellung theoretischer Modelle sowie der Integration praktischer Erfahrungen aus der Arbeit auf Jugendfarmen und in therapeutischen Einrichtungen.
Der Hauptteil behandelt den gezielten Einsatz von Tieren in verschiedenen Bereichen wie der Reittherapie, der Delphintherapie, bei Tierbesuchsdiensten in Institutionen, im Strafvollzug und in der Ergotherapie.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie tiergestützte Pädagogik, Biophilie, Mensch-Tier-Beziehung und Resozialisation charakterisiert.
Die Autorin steht dem Einsatz von Delphinen kritisch gegenüber, insbesondere aufgrund von Tierschutzbedenken bezüglich der Haltung in Gefangenschaft und der Fragwürdigkeit des therapeutischen Mehrwerts gegenüber einheimischen Alternativen.
Die Stadtteilfarm dient als konkretes Fallbeispiel, um die erlebnis- und abenteuerpädagogischen Ansätze von Jugendfarmen, deren Zielsetzung und die damit verbundenen finanziellen und personellen Herausforderungen anschaulich zu illustrieren.
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