Doktorarbeit / Dissertation, 2023
219 Seiten, Note: sehr gut
Die vorliegende Dissertation hat zum Ziel, die vielfältigen Anwendungen der Digitalisierung, Künstlichen Intelligenz (KI) und Telemedizin sowie des „Big-Data-Managements“ umfassend darzustellen und zu analysieren. Dabei sollen die Chancen und Risiken für eine europäische Volkswirtschaft aufgezeigt, mögliche Schwachstellen kritisch gewürdigt, technische Begrifflichkeiten geklärt und die symbiotische Beziehung zwischen Technik, Wirtschaft und Medizin resümiert werden. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie Digitalisierung, KI und Big Data Management die Wirtschafts- und Gesundheitsbranche beeinflussen und welche rechtlichen, ethischen und gesellschaftlichen Implikationen sich daraus ergeben.
Fallbeispiele zur Anwendung von Algorithmen und KI
Es kommt immer wieder vor, dass Personen keinen Bankkredit oder Handyvertrag bekommen oder dass Dauerschuldverhältnisse, zum Beispiel Versicherungsverträge, Leasing- oder Franchising-Verträge, von einem Tag auf den anderen gekündigt werden. Die Betroffenen wissen häufig nicht, warum das tatsächlich passiert ist. Aus der eigenen Consultingpraxis kennt der Autor das Problem der Nachvollziehbarkeit, weiß aber auch, dass diese Tatbestände kaum aufgedeckt werden. Die Schwierigkeit dabei liegt im faktischen Vorgehen, weil diese Tatbestände ausnahmslos intransparent sind. Das heißt, der Auftraggeber (Kunde) wird bspw. entgegen den Fakten, mit einem schlechten Rating konfrontiert und kann sich das intransparente Verhalten der Akteure nicht erklären. Das folgende Beratungsgespräch mit dem Ziel einer Lösung scheitert in der Mehrzahl der Fälle ebenso. Es besteht daher der Verdacht, dass das Verhalten der Akteure tatsächlich durch Auswertung von „Big Data“ und Algorithmen bestimmt wird und Handlungen gegenüber dem Kunden zu Unrecht vollzogen werden. Manchmal lassen sich intellektuell nicht nachvollziehbare Handlungen mancher Akteure richtstellen, aber die Frage, woher diese „Negativeinträge“ stammen, bleibt zumeist ungeklärt. Durch ein anwaltliches Schreiben werden häufig diese negativen Einträge ex post gelöscht.
Algorithmen und „Nudges“. In manchen Dienstleistungsunternehmen helfen sogenannten „Nudges“ (Stupse) mehr als Kontrolle. Beispielsweise dann, wenn der Arbeitgeber (AG) möchte, dass der Mitarbeiter (MA) entsprechend mehr oder vielleicht auch länger arbeiten soll. Ein persönliches Beispiel des Autors, aus den Erzählungen von Uber-Fahrern: Die Fahrer können sich offiziell ihre Arbeitszeit frei einteilen. Wenn der Fahrer seine Arbeitszeit beenden will, bekommt er von seinem AG unverzüglich ein weiteres Angebot, das sein Gehalt erhöht, zugestellt, verbunden mit der Frage, ob er nun tatsächlich seine Arbeit beenden wolle. Diese Nachfrage alleine dürfte psychologisch so subtil sein, dass manche MA doch wieder länger arbeiten, was in dem konkreten Fall gewünscht ist.
Algorithmen und verstärkte Kontrolle versus diffuse Verantwortung. Eine weitere Facette ist eine verstärkte Kontrollmöglichkeit versus diffuse Verantwortung. Damit meint der Autor, dass de facto kaum feststellbar ist, warum etwas passiert ist oder so entschieden wurde. Es existiert offenbar ein „Big Brother“, der einen beobachtet und offensichtlich entsprechende Vorschläge macht, die dann zu einem schlechten Ranking bei der Kreditvergabe, zu einem Problem beim Leasingvertrag oder Ähnlichem führen. Big Brother findet sich in Facebook, staatlichen Sicherheitsdiensten und im Onlinehandel - sie alle überwachen Bürger im Internet auf Schritt und Klick (vgl. ORF 2015). Eine spezielle Software ermöglicht unter anderem die ortsunabhängige Überwachung von Computerprogrammen, Netzwerkdiensten, Computern oder die Überwachung im Homeoffice (vgl. Big Brother (Software) 2022).
1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz, deren rechtliche Grundlagen und tiefgreifenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft, insbesondere im Gesundheitswesen, und skizziert die Hauptforschungsfragen und -hypothesen.
2 Digitalisierung: Hier werden zentrale Schlüsselbegriffe wie Digitalisierung, Telekommunikation, Informationstechnologie, Telematik, Telemedizin und Cyber-Angriffe präzise definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt die verwendete Forschungsmethode, ein Literatur-Review, bei dem vorhandenes Wissen gesammelt, analysiert und kritisch gewürdigt wurde, um die Forschungsfragen ohne eigene Datengenerierung zu beantworten.
4 Erkenntnisse: Dieser Hauptteil präsentiert die detaillierten Ergebnisse der Arbeit, wobei die digitale Transformation in Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen sowie die Rolle von Telemedizin und Künstlicher Intelligenz, einschließlich ihrer Risiken, Grenzen und rechtlichen Rahmenbedingungen, ausführlich behandelt werden.
5 Schlussfolgerungen und erkennbare Entwicklungstendenzen (deutsch, englisch): Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, diskutiert ethische Prinzipien intelligenter Systeme, analysiert die Folgen der Digitalisierung für die psychische Gesundheit und beleuchtet politische sowie IT-bezogene Entwicklungstendenzen.
6 Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Dissertation verwendeten und zitierten Quellen detailliert aufgelistet, was die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit und Fundierung der Arbeit gewährleistet.
7 Lebenslauf: Dieses Kapitel enthält den persönlichen und beruflichen Werdegang des Autors, Hans Josef Schön, einschließlich seiner Ausbildung, beruflichen Stationen und akademischen Qualifikationen.
Digitalisierung, Big Data Management, Künstliche Intelligenz (KI), Telemedizin, Wirtschaftsrecht, Gesundheitsrecht, Ethik, Rechtsrahmen, Datenschutz, Algorithmen, Cyber-Angriffe, E-Health, Human-on-the-Loop, Digitale Transformation, Machine Learning, Deep Learning, Transparenz.
Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung sowie des „Big-Data-Managements“ innerhalb einer europäischen Volkswirtschaft, insbesondere im Kontext von Wirtschafts- und Gesundheitsrecht.
Die zentralen Themenfelder umfassen Digitalisierung und Big Data Management, Künstliche Intelligenz und Telemedizin, sowie die daraus resultierenden rechtlichen, gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Folgen.
Das primäre Ziel ist es, die vielfältigen Anwendungen der Digitalisierung, Künstlichen Intelligenz und Telemedizin darzustellen und zu analysieren, Chancen und Risiken aufzuzeigen, mögliche Schwachstellen kritisch zu würdigen und die technischen Begrifflichkeiten sowie die Beziehungen zwischen Technik, Wirtschaft und Medizin zu resümieren.
Zur Beantwortung der Forschungsfragen diente ein Literatur-Review. Dabei wurde kein neues Wissen generiert, sondern bestehendes Wissen gesammelt, gegenübergestellt, kritisch analysiert und im Rahmen des theoretischen Kontextes herangezogen.
Der Hauptteil behandelt die digitale Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft, neue Entwicklungsmöglichkeiten der Digitalisierung, die Rolle von Algorithmen als Bindeglied, Erfolgsfaktoren und problematische Tendenzen der Digitalisierung, Risiken, Grenzen, Digitalisierung und Recht sowie die Facetten von Telemedizin und Künstlicher Intelligenz.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Digitalisierung, Big Data Management, Künstliche Intelligenz (KI), Telemedizin, Wirtschaftsrecht, Gesundheitsrecht, Ethik, Rechtsrahmen, Datenschutz, Algorithmen, Cyber-Angriffe, E-Health, Human-on-the-Loop, Digitale Transformation, Machine Learning, Deep Learning und Transparenz charakterisiert.
Algorithmen können aufgrund intransparenter Programmierung und Datenauswahl zu Diskriminierungen führen, beispielsweise bei Kreditvergaben oder Bewerbungsverfahren. Zudem ermöglichen sie eine Preisdifferenzierung (Preisdiskriminierung), bei der Kunden basierend auf ihrem Profil unterschiedliche Preise für dasselbe Produkt erhalten.
Die Digitalisierung führt zu flexiblen Arbeitsmodellen und ständiger Erreichbarkeit, wodurch die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben verschwimmen. Dies kann zu psychischem Stress, Unsicherheit, Angst, Schuldgefühlen, Depressionen, Burnout und letztlich zu Arbeitsunfähigkeit führen, da die Fähigkeit zur Abgrenzung und zum Abschalten abnimmt.
Herausforderungen umfassen die Sicherstellung der Interoperabilität verschiedener IT-Systeme, die Gewährleistung von Anwenderfreundlichkeit und die Einhaltung strenger Sicherheitsvorgaben sowie gesetzlich definierter Regelwerke. Zudem muss die Verantwortung für medizinische Entscheidungen klar beim Arzt verbleiben, da KI-Systeme lediglich unterstützend wirken sollen.
Der Gesetzgeber hinkt neuen technologischen Entwicklungen wie Digitalisierung und KI systemimmanent hinterher, da Regelwerke oft ex post formuliert werden. Dies führt zu Rechtsunsicherheit, insbesondere in Bezug auf Haftungsfragen, Datenschutz und die Rechtsstellung von KI-Systemen, was eine zeitnahe Anpassung der Gesetzgebung erfordert.
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