Diplomarbeit, 2006
52 Seiten
Einführung
1. IT als Investitionsgut
1.1. Definition des IT-Projektes
1.2. Kostenstruktur des IT-Projektes
1.3. Quantitative und qualitative Aspekte der Nutzenermittlung
1.4. Arten von IT-Risiken
2. Bewertung von IT-Projekten mit der NPV-Methode
2.1. Grundlagen von NPV
2.2. Bewertung von IT-Nutzen
2.2.1. Bewertung von immateriellem Nutzen
2.2.2. Berücksichtigung der Volatilität von IT-Nutzen
2.3. Bewertung von IT-Kosten
2.4. Bewertung von IT-Risiken
3. Bewertung von IT-Projekten mit dem Realoptionen-Ansatz
3.1. Definition und Wertgrundlage von Realoptionen
3.2. Klassifikation von Realoptionen
3.3. Methoden für die Optionsbewertung
3.3.1. Modelle zur Bewertung von einfachen Realoptionen
3.3.2. Modelle zur Bewertung von zusammengesetzten Realoptionen
3.4. Bewertung von IT-Nutzen im Realoptionen-Ansatz
3.5. Bewertung von IT-Kosten im Realoptionen-Ansatz
3.6. Bewertung von IT-Risiken im Realoptionen-Ansatz
Schlusswort
Die Arbeit untersucht, welche wirtschaftlichen Bewertungsmethoden für IT-Projekte geeignet sind, da sich diese aufgrund ihrer hohen Komplexität, Unsicherheit und des Anteils an immateriellem Nutzen signifikant von anderen Investitionsgütern unterscheiden. Ziel ist es, die Eignung der traditionellen DCF-Methode (NPV) zu analysieren und den Realoptionen-Ansatz als Methode zur Berücksichtigung von Managementflexibilität und Risikodynamik gegenüberzustellen.
1. IT als Investitionsgut
IT unterscheiden sich von anderen Investitionen durch folgende Merkmale: 1. Ihr Nutzen ist nur schwer zu erfassen; 2. Kosten und Nutzen von IT sind mit Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Größe und Ungewissheit ihrer Eintrittwahrscheinlichkeiten verbunden; 3. Der Technologielebenszyklus beeinflusst die Ausprägungen von Kosten und Nutzeneffekten; 4. Die Einführung neuer IT betrifft die Ablauf- und Aufbaustruktur der Organisation; die Akzeptanz der Mitarbeiter trägt zum Erfolg bzw. Misserfolg des IT-Einsatzes bei.
In der modernen Wirtschaftsliteratur gibt es zurzeit keinen allgemeinen Begriff für Informationstechnologien als Investitionsgut. Häufig bedient man sich des eher technischen Begriffes, der die Informationstechnologien als einen Satz von miteinander gebundenen computerbasierten Komponenten definiert, die Informationen zum Zwecke der Entscheidungs- und Kontrollunterstützung in einem Unternehmen sammeln bzw. gewinnen, verarbeiten, speichern und verteilen. Jedoch scheint solche Definition des Untersuchungsgegenstandes unzureichend zu sein, weil sie die Fehlinterpretation wecken kann, dass es sich lediglich um die Beschaffung und Instandsetzung von Rechner und Software handelt, was allerdings nur ein Teil der Realität ist.
Informationssysteme bestehen aus unzähligen Verbindungen unter verschiedenen Geschäftsprozessen und Datenflüssen, die sicherstellen, dass Daten aus einem Geschäftsbereich von einem anderen erreichbar sein können; sie helfen, überflüssige Aktivitäten zu vermeiden und bessere Entscheidungen zu treffen. Um das zu erreichen, muss man auf die gewaltigen organisatorischen Veränderungen eingehen. Informationen, die früher von verschiedenen Systemen und verschiedenen Abteilungen und Funktionsbereichen bereitgestellt wurden, müssen nun integriert und für das ganze Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Die Geschäftsprozesse müssen eng integriert, die Arbeitsaufgaben neu gestaltet und neue Prozesse geschaffen werden. Die Mitarbeiter sind normalerweise unvorbereitet, ihre neue Rolle einzunehmen. Die Organisationsmitglieder müssen sich das Wissen über die neuen Unternehmensregeln und Geschäftsprozesse aneignen sowie gleichzeitig das, was sie bisher anzuwenden gewohnt waren „verlernen“.
1. IT als Investitionsgut: Analysiert die spezifischen Merkmale von IT-Projekten, ihre Kostenstruktur sowie die Komplexität der Nutzenermittlung und Risikoklassifizierung.
2. Bewertung von IT-Projekten mit der NPV-Methode: Erläutert die Grundlagen des Net-Present-Value-Ansatzes, seine Anwendung auf IT-Projekte sowie die methodischen Herausforderungen bei der Bewertung von immateriellem Nutzen und Risiken.
3. Bewertung von IT-Projekten mit dem Realoptionen-Ansatz: Beschreibt den Realoptionen-Ansatz als Erweiterung der Investitionsrechnung zur Abbildung von Handlungsspielräumen und Flexibilität bei unsicheren IT-Investitionen.
IT-Projekt, Investition, NPV-Methode, Realoptionen, IT-Nutzen, IT-Kosten, IT-Risiken, Projektbewertung, Diskontierungssatz, Volatilität, Black-Scholes-Modell, Binomialmodell, Managementflexibilität, Investitionsplanung, Kostenstruktur
Die Arbeit behandelt die ökonomische Bewertung von IT-Projekten. Sie untersucht, welche Methoden Entscheidungsträger nutzen können, um die Wirtschaftlichkeit dieser komplexen und unsicheren Investitionen korrekt zu beurteilen.
Die zentralen Felder sind die Definition von IT als Investitionsgut, die Anwendung der traditionellen NPV-Methode (Discounted Cash Flow) sowie die Einführung des Realoptionen-Ansatzes zur Bewertung von Managementflexibilität.
Ziel ist es, die Schwächen der klassischen Kapitalwertmethode bei IT-Projekten aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit der Realoptionen-Ansatz eine fundiertere Entscheidungsgrundlage für IT-Investitionen unter Unsicherheit bietet.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und vergleicht quantitative Finanzmethoden wie die NPV-Rechnung mit dem Realoptionen-Ansatz, einschließlich mathematischer Modelle wie dem Binomialmodell und dem Black-Scholes-Modell.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von IT-spezifischen Investitionsmerkmalen, die Analyse der NPV-Methode unter Berücksichtigung von Nutzen, Kosten und Risiken sowie eine detaillierte Erörterung des Realoptionen-Ansatzes und seiner Anwendung auf IT-Projekte.
Wichtige Begriffe sind IT-Projekt, NPV-Methode, Realoptionen, IT-Nutzen, IT-Risiken, Volatilität, Managementflexibilität und Investitionsentscheidung.
Die NPV-Methode gilt als unzureichend, weil sie Risiken statisch betrachtet und unfähig ist, den Wert der Flexibilität des Managements oder strategische Optionen in einer unsicheren Zukunft explizit abzubilden.
Zusammengesetzte Realoptionen bilden mehrere operative Optionen innerhalb eines komplexen Projektes ab, wobei Interaktionseffekte zwischen diesen Optionen den Gesamtwert beeinflussen, was eine einfache Addition der Einzelwerte unmöglich macht.
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