Masterarbeit, 2010
94 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. THEORIE
2.1 Flashmob
2.1.1 Definition
2.1.2 Ästhetische und historische Einordnung
2.2 Diskurs
2.2.1 Diskurs I: Sichtbarkeit und Evidenz
2.2.2 Diskurs II: Live-Performance und medialisierte Performance
2.2.3 Diskurs III: virtueller und urbaner öffentlicher Raum
3. UNTERSUCHUNG
3.1 Dimensionen der Untersuchung: Raum, Zeit, Körper
3.2 Materialisierung: die Live-Aufführung des Flashmobs
3.2.1 Verräumlichung
3.2.2 Verzeitlichung
3.2.3 Verkörperung
3.2.4 Zusammenfassung
3.3 Entmaterialisierung: die Medialisierung des Flashmobs
3.3.1 Enträumlichung
3.3.2 Entzeitlichung
3.3.3 Entkörperung
3.3.4 Zusammenfassung
4. FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht den Flashmob als Strategie zur Produktion von Sichtbarkeit und Evidenz, wobei der Prozess der Live-Aufführung und dessen Medialisierung im Internet im Zentrum steht. Es wird analysiert, wie durch die Materialisierung im physischen Stadtraum und die anschließende Entmaterialisierung durch mediale Aufzeichnung existenzielle Evidenz innerhalb virtueller Gemeinschaften hergestellt wird.
3.2.1 Verräumlichung
Der Raum, in dem der Flashmob in Erscheinung tritt, wurde zuvor als der urbane öffentliche Raum definiert. Dieser ist zunächst einmal ein dreidimensionaler, physischer Raum und durch seine primäre Qualitäten – seine Ausdehnung und sein Volumen - beschrieben. Erika Fischer-Lichte bezeichnet diesen gegebenen Raum als geometrischen Raum. „Als solcher ist er bereits vor Beginn der Aufführung gegeben und hört nach ihrem Ende nicht auf zu existieren.“ (Fischer-Lichte 2004: 187)
Der urbane öffentliche Raum ist jedoch mehr als dieser geometrische Raum. Durch menschliche Konstruktionsleistung wird er, im Sinne des Löw’schen Raumverständnis, zu einem sozialen Raum. Darauf verweisen bereits die Attribute „öffentlich“ und „urban“. Beide beschreiben nichts Naturgegebenes, sondern etwas vom Menschen geschaffenes.
Wie bereits in Kapitel 3.2 dargelegt, beschreibt der öffentliche Raum einen Ort, an dem sich zum einen Öffentlichkeit konstituiert und der zum anderen für jeden Menschen uneingeschränkt nutzbar ist. Als urban gelten heute Orte, an denen urbane Situationen und urbane Öffentlichkeit entstehen. Urbanität, im Sinne einer verfeinerten, intellektualisierten und distanzierten Art des Verhaltens (vgl. Siebel 2004: 25) wie sie Soziologen wie Hans-Paul Bahrdt (1961) oder auch Georg Simmel (1903) beschrieben, ist heute nicht mehr an den städtischen Lebensraum gebunden, sie ist allgegenwärtig. Neuere Konzepte zur Urbanität schlagen deshalb vor, diese als Situation zu begreifen. Urbanität beschreibt sich demnach vielmehr als zeitliches denn als räumliches Konzept.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Flashmobs, Abgrenzung des Begriffs sowie Vorstellung der zentralen Fragestellung und Methode.
2. THEORIE: Theoretische Herleitung durch Definition, historische Einordnung und Diskussion der Konzepte von Öffentlichkeit, Sichtbarkeit und Performance.
3. UNTERSUCHUNG: Hauptteil der Arbeit, der die Phasen der Materialisierung und Entmaterialisierung entlang der Dimensionen Raum, Zeit und Körper analysiert.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Rolle des Flashmobs als Strategie zur Herstellung von Sichtbarkeit und Evidenz in einer mediatisierten Gesellschaft.
Flashmob, Sichtbarkeit, Evidenz, Performance-Kunst, Medialisierung, Materialisierung, Entmaterialisierung, Öffentlicher Raum, Urbanität, Körperlichkeit, Virtueller Raum, Smart Mobs, Performativität, Ereignishaftigkeit, Zusammengehörigkeit
Die Arbeit behandelt den Flashmob nicht nur als kurzzeitiges Ereignis im öffentlichen Raum, sondern als eine bewusste Strategie zur Erzeugung von Sichtbarkeit und zur Bestätigung der Existenz einer virtuellen Gemeinschaft.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von realem und virtuellem Raum, die Rolle des Körpers in der Performance und die Medialisierung kultureller Praktiken im Internetzeitalter.
Die Arbeit fragt nach der Funktion des Gesamtprozesses des Flashmobs, insbesondere wie durch Materialisierung (Live-Aufführung) und Entmaterialisierung (Medialisierung) Evidenz und Sichtbarkeit für immaterielle Netzgemeinschaften hergestellt werden.
Es wird eine kulturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich primär auf die Ästhetik des Performativen (Erika Fischer-Lichte) sowie medientheoretische Ansätze stützt, um den Prozess der "Filmwerdung" eines Flashmobs zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei analytische Phasen: die Materialisierung im physischen öffentlichen Raum (Raum, Zeit, Körper) und die Entmaterialisierung durch mediale Veröffentlichung und Rezeption im Internet.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Flashmob, Sichtbarkeit, Evidenz, Materialisierung, Entmaterialisierung, Performativität und Smart Mobs.
Die Arbeit argumentiert, dass die Medialisierung zwar die physische Aura und leibliche Präsenz des Ereignisses untergräbt, gleichzeitig aber erst die notwendige Verbreitung ermöglicht, um der virtuellen Gemeinschaft globale Sichtbarkeit zu verschaffen.
Entkörperung wird hier als ein Prozess beschrieben, bei dem durch die digitale Repräsentation eines Körpers die leibliche Einheit von Geist und Körper getrennt wird, was insbesondere bei der Rezeption von Flashmob-Filmen am Bildschirm auftritt.
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