Bachelorarbeit, 2010
61 Seiten, Note: 1,0
KAPITEL I: EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK
1 Vorbemerkungen
1.1 Thematische Einleitung
1.2 Problemstellung und Erkenntnisinteresse
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Konzept der Nord-Süd-Kooperation und das entwicklungspolitische Rollenverständnis der Dependenztheorie
2.2 Logik und Motivation von Liberalisierungsmaßnahmen und Freihandel
KAPITEL II: DIE EU-HANDELS- UND ENTWICKLUNGSPOLITIK UND AFRIKA
3 Historische Entwicklungsstränge und Ausgestaltung der europäischen Afrikastrategie
4 Die neue handels- und entwicklungspolitische Zusammenarbeit: Das Partnerschaftsabkommen von Cotonou
4.1 Grundsätze und Ziele der reformierten Entwicklungszusammenarbeit
4.2 Die neue Handelsregelung der EU: »Economic Partnership Agreements«
5 Zusammenfassung: Theoretische Überlegungen zum reformierten handels- und entwicklungspolitischen Engagement der EU
KAPITEL III: AUSRICHTUNG UND QUALITÄT EUROPÄISCHER ENTWICKLUNGSPOLITIK: DAS FALLBEISPIEL KAMERUN UND CEMAC
6 Die Europäische Union und Kamerun: Die politische Dimension der Handels- und Entwicklungspolitik
6.1 Akteursstrukturen einer asymmetrischen Partnerschaft
6.2 Die offensiven Interessen der EU in den EPAs
7 Auswirkungen von Freihandel in Kamerun und Herausforderungen durch EPAs
7.1 Zunehmende Armut durch Liberalisierungsmaßnahmen
7.2 Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen Freihandel
7.3 Kameruns Interims-EPA und seine Implikationen
8 Zusammenfassung: Wechselwirkung und Spannungsverhältnis zwischen Handel und Entwicklung
KAPITEL IV: RESÜMEE: DIE REFORMIERTE EU-ENTWICKLUNGSPOLITIK ZWISCHEN ANSPRUCH UND REALITÄT
9 »Economic Partnership Agreements«: einseitige Partnerschaft oder fester Referenzrahmen für Kooperation?
10 Zukunftsperspektiven: Theoretische Ansätze für eine Neuorientierung der Entwicklungszusammenarbeit
11 Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht kritisch die europäische Handels- und Entwicklungspolitik nach dem Cotonou-Abkommen, mit besonderem Fokus auf die sogenannten Economic Partnership Agreements (EPAs) und deren Auswirkungen am Fallbeispiel Kamerun und der CEMAC-Region. Das primäre Ziel ist die Analyse der Diskrepanz zwischen den formulierten Partnerschaftsansprüchen der EU und der realen entwicklungspolitischen Wirkung, insbesondere im Kontext von Liberalisierungsmaßnahmen.
6.1 Akteursstrukturen einer asymmetrischen Partnerschaft
Bei allen Anstrengungen in der EU-Entwicklungspolitik, die Bedeutung von afrikanischer »Ownership« und eines Verhältnisses auf Augenhöhe hervorzuheben, ist eine Tatsache unveränderlich: Die EU ist Geber von Entwicklungshilfe, die afrikanischen Staaten sind Empfänger. Das Verständnis dieser Partnerschaft lässt sich auch in semantischen Feinheiten erkennen: die EU geht diese Partnerschaft mit Afrika ein, um für Afrika etwas zu erreichen. Es handelt sich also weniger um eine Partnerschaft mit Afrika, als um eine Partnerschaft für Afrika. Entsprechend war und ist die Vergabe von Entwicklungshilfe stets an Bedingungen geknüpft, die oftmals von der EU diktiert wurden: So konzentriert sich seit 1990 die Konditionierung von Entwicklungshilfe auf die Kriterien Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Menschenrechte sowie nicht zuletzt Good Governance.
Die Vergabe von Entwicklungshilfe an die Einhaltung politischer Normen zu binden, war sicherlich eine richtige Konsequenz aus dem massiven Missbrauch der Entwicklungshilfegelder. Im Partnerschaftsabkommen zwischen Geber und Empfänger - zwischen Europa und Afrika - verstärkte es allerdings die bestehende Asymmetrie.
KAPITEL I: EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK: Einführung in die Thematik, Problemstellung und methodisches Gerüst basierend auf der Dependenztheorie.
KAPITEL II: DIE EU-HANDELS- UND ENTWICKLUNGSPOLITIK UND AFRIKA: Analyse der historischen Afrikastrategie der EU und der neuen Ausrichtung durch das Cotonou-Abkommen inklusive der EPAs.
KAPITEL III: AUSRICHTUNG UND QUALITÄT EUROPÄISCHER ENTWICKLUNGSPOLITIK: DAS FALLBEISPIEL KAMERUN UND CEMAC: Detaillierte Untersuchung der Auswirkungen von Handelsliberalisierung und EPAs am Beispiel Kameruns, einschließlich zivilgesellschaftlicher Reaktionen.
KAPITEL IV: RESÜMEE: DIE REFORMIERTE EU-ENTWICKLUNGSPOLITIK ZWISCHEN ANSPRUCH UND REALITÄT: Abschließende kritische Bewertung der Wirksamkeit der EU-Entwicklungspolitik und Ausblick auf zukünftige Ansätze.
Europäische Union, Entwicklungspolitik, Cotonou-Abkommen, Economic Partnership Agreements, EPAs, Kamerun, CEMAC, Handelsliberalisierung, Dependenztheorie, strukturelle Abhängigkeit, Freihandel, Landwirtschaft, Zivilgesellschaft, Armutsbekämpfung, Good Governance.
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der aktuellen europäischen Handels- und Entwicklungspolitik gegenüber afrikanischen Staaten, insbesondere im Rahmen der neuen Partnerschaftsabkommen.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Freihandel, die strukturelle Asymmetrie in Nord-Süd-Beziehungen, die Rolle von Good Governance und die negativen Auswirkungen von Importliberalisierungen auf lokale afrikanische Agrarstrukturen.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem rhetorischen Anspruch der EU auf eine partnerschaftliche Kooperation und den realen, oft negativen Auswirkungen der EPA-Politik auf die betroffenen afrikanischen Länder aufzuzeigen.
Methodisch stützt sich die Arbeit auf die entwicklungspolitische Dependenztheorie, die zur Analyse der strukturellen Abhängigkeit der afrikanischen Staaten vom industrialisierten Norden herangezogen wird.
Der Hauptteil analysiert die EU-Politik, das Partnerschaftsabkommen von Cotonou und untersucht vertieft die Auswirkungen durch ein Fallbeispiel: Geflügelexporte aus der EU nach Kamerun und der Widerstand der dortigen Zivilgesellschaft.
Kernbegriffe sind EPAs, Handelsliberalisierung, Cotonou-Abkommen, Kamerun, Dependenztheorie, strukturelle Abhängigkeit und Entwicklungshilfe.
Der Autor bewertet EPAs in ihrer jetzigen Form äußerst skeptisch und sieht sie eher als Instrument zur Durchsetzung europäischer wirtschaftlicher Interessen denn als effizientes Mittel zur Armutsbekämpfung.
Kamerun dient als plastisches Beispiel, um die verheerenden Folgen unkontrollierter Liberalisierung des Agrarsektors (Geflügelimport) und die daraus resultierende Notwendigkeit für organisierten zivilgesellschaftlichen Widerstand aufzuzeigen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz der Rhetorik von "Ownership" die Partnerschaft faktisch asymmetrisch bleibt, da die EU ihre Interessen primär durch handelsrelevante Konditionalitäten durchsetzt.
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