Bachelorarbeit, 2010
73 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Analyse
2.1 Kindheit
2.2 Jugend
2.3 Forrests Armeedienst
2.4 Forrests Karriere und Privatleben nach dem Armeedienst
3. Rezeption
3.1 Umfrage unter Sonderpädagogikstudenten
3.2 Auswertung der Umfrage
3.3 Rezensionen
4. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Figur des Forrest Gump im gleichnamigen Spielfilm aus einer sonderpädagogischen Perspektive, um zu analysieren, inwiefern der Protagonist als Darstellung eines Menschen mit Behinderung oder als rein fiktionale „Kunstfigur“ zu verstehen ist. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Darstellung der behinderungsbedingten Einschränkungen und der gesellschaftlichen Interaktionen eine realistische Basis besitzt oder ob sie zugunsten der filmischen Dramaturgie stark stilisiert wurde.
2.1 Kindheit
Der Spielfilm „Forrest Gump“ beginnt mit einer Kameraeinstellung von einer Feder im Wind, die zu Füßen des auf einer Bank wartenden Protagonisten landet, womit direkt zu Anfang die (für die damalige Zeit) herausragenden technischen Möglichkeiten der Macher demonstriert werden. Forrest hebt sie auf, betrachtet sie genau und legt sie dann in ein Bilderbuch für Kinder, das er aus seinem sehr geordneten Koffer holt. Die Kamera fängt seine unsicheren, kindlichen Gesichtszüge ein: Die Augenbrauen sind angehoben, die Mundwinkel zeigen leicht nach unten.
Bereits bei der Betrachtung und Einsortierung der Feder lässt sich Forrests Blick fürs Detail erkennen. Er wirkt dabei sehr konzentriert und es scheint, als ob er in diesem Moment nichts anderes wahrnehme. Der streng geordnete Koffer suggeriert, dass sein Besitzer großen Wert auf Ordnung und Struktur legt.
Als sich eine Passantin nebst Forrest auf die Bank setzt, sucht dieser direkt das Gespräch. Er stellt sich mit „eigenartige[m] Singsang in der Stimme“ (JOST, 2008, S. 35) vor und bietet der Dame eine Praline an. Er lässt sich von der zunächst fehlenden Reaktion von ihr nicht irritieren und bemerkt stattdessen, dass sie „sehr bequeme Schuhe“ trage – erneut ein Blick fürs Detail.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, stellt den Spielfilm „Forrest Gump“ vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Figur aus sonderpädagogischer Sicht zu betrachten.
2. Analyse: In diesem Kapitel wird die Lebensgeschichte des Protagonisten chronologisch in Unterkapiteln nachgezeichnet und hinsichtlich der Darstellung von Behinderung und gesellschaftlichen Bedingungen untersucht.
3. Rezeption: Dieser Abschnitt wertet zeitgenössische Kritiken sowie eine eigens durchgeführte Umfrage unter Studierenden der Sonderpädagogik aus, um verschiedene Wahrnehmungen der Figur Forrest Gump gegenüberzustellen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Figur zwischen der Rolle mit Behinderung und einer der Dramaturgie dienenden Kunstfigur oszilliert.
Forrest Gump, Behindertenpädagogik, Filmwissenschaft, Inklusion, Stigmatisierung, Sonderpädagogik, Repräsentation von Behinderung, Filmkritik, Kognitive Beeinträchtigung, soziale Barrieren, fiktive Identifikationsfigur, Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die Figur Forrest Gump im gleichnamigen Film als Mensch mit Behinderung oder als reine Kunstfigur wahrgenommen werden kann und ob die Darstellung den Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderung entspricht.
Zentral sind die sonderpädagogische Perspektive, die Auswirkungen gesellschaftlicher Bedingungen und Barrieren, die Stigmatisierung des Protagonisten und der Vergleich mit der Romanvorlage.
Das Ziel ist es, den Grad der Realitätsnähe in der Darstellung der Behinderung von Forrest Gump zu bestimmen und zu prüfen, welche Anteile überspitzt für die filmische Wirkung und welche Anteile realistisch gestaltet sind.
Die Autorin oder der Autor wählte eine chronologische Filmanalyse, kombiniert mit einer Auswertung zeitgenössischer Kritiken und einer qualitativen Umfrage unter Sonderpädagogikstudierenden.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Filmanalyse, unterteilt in Lebensphasen (Kindheit, Jugend, Armeedienst, Karriere), sowie die Rezeption der Figur durch Kritik und Fachumfeld.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Behindertenpädagogik, Stigmatisierung, Repräsentation von Behinderung, soziale Barrieren und fiktive Identifikationsfigur.
Der Roman dient als Kontrastpunkt; die Arbeit stellt fest, dass die Filmfigur im Vergleich zum Buch stark verändert wurde, da der Film erfolgreich sein wollte und daher die Behinderung weniger realistisch darstellt.
Der Verfasser tendiert dazu, Forrest Gump eher als Kunstfigur einzustufen, da die Charakterisierung Widersprüche aufweist, die für eine rein realistische Darstellung untypisch sind, auch wenn viele Einzelelemente authentisch wirken.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

