Diplomarbeit, 2007
101 Seiten
1. Einleitung
2. Problembeschreibung
2.1 Relevanz
2.2 Untersuchungsgegenstand
2.3 Literaturlage und Forschungsstand
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Die HJ
3.1.1 Organisation
3.2 Die FDJ bis 1961
3.2.1 Organisation
3.3 Das Konzept der politischen Religion
4. Analyse
4.1 Die Fahne
4.1.1 Die Fahne in der HJ
4.1.2 Die Fahne in der FDJ
4.1.3 Vergleich der Fahnen
4.2 Die Grußrituale
4.2.1 Der Gruß in der HJ
4.2.2 Der Gruß in der FDJ
4.2.3 Vergleich der Grußrituale
4.3 Das Liedgut
4.3.1 Das Liedgut in der HJ
4.3.2 Das Liedgut in der FDJ
4.3.3 Vergleich des Liedguts
4.4 Die Gelöbnisfeiern
4.4.1 Die Gelöbnisfeier in der HJ
4.4.2 Die Gelöbnisfeier in der FDJ
4.4.3 Vergleich der Gelöbnisfeiern
4.5 Der Personenkult
4.5.1 Der Personenkult in der HJ
4.5.2 Der Personenkult in der FDJ
4.5.3 Vergleich der Personenkulte
4.6 Massenveranstaltungen und Aufmärsche
4.6.1 Massenveranstaltungen und Aufmärsche der HJ
4.6.2 Massenveranstaltungen und Aufmärsche der FDJ
4.6.3 Vergleich der Massenveranstaltungen und Aufmärsche
4.7 Ferienlager und Fahrten
4.7.1 Ferienlager und Fahrten der HJ
4.7.2 Ferienlager und Fahrten der FDJ
4.7.3 Vergleich der Ferienlager und Fahrten
5. Ergebnis
5.1 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines diachronen Vergleichs, inwieweit die Jugendorganisationen des Nationalsozialismus (Hitlerjugend, HJ) und der DDR (Freie Deutsche Jugend, FDJ) Merkmale politischer Religion aufwiesen. Ziel ist es, auf Basis der Theorie der politischen Religion Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Instrumentalisierung der Jugend zu identifizieren und zu analysieren, wie beide Systeme durch ritualisierte Abläufe und Symbole gesellschaftliche Kontrolle ausübten.
3.3 Das Konzept der politischen Religion
Politische Religionen sind eng mit dem Begriff des Totalitarismus verknüpft. Aktuelle Beiträge finden sich hierzu bei Emilio Gentile und Juan J. Linz. Gentile definiert die von Hannah Arendt als bisher unbekannt bezeichnete „Staatsform“ des Totalitarismus als „Experiment politischer Herrschaft, initiiert von einer revolutionären Bewegung mit einem vereinnahmenden Politikkonzept, die nach dem Monopol der politischen Macht strebt und, nachdem sie dieses auf legalem oder nichtlegalem Weg erobert hat, das vorgefundene politische System entweder zerstört oder transformiert und so einen neuen Staat schafft, der auf einem Einparteiensystem basiert und als Hauptziel die Eroberung der Gesellschaft hat, d.h. die Unterdrückung, Integration und Gleichschaltung der Regierten auf Grundlage der vereinnahmenden Politisierung der individuellen und kollektiven Existenz, welche nach den Kategorien, Mythen und Werten einer Erneuerungsideologie interpretiert wird, institutionalisiert als politische Religion, die das Individuum und die Massen durch eine anthropologische Revolution formen, um einen neuen Menschen zu schaffen, der Körper und Seele den revolutionären und imperialistischen Zielen der totalitären Partei widmet, um am Ende eine neue supranationale Zivilisation zu schaffen.“
Linz findet eine dynamische Definition, nach der sich totalitäre von autoritären Diktaturen v.a. durch den Grad des politischen Pluralismus, der ideologischen Ausrichtung, der gelenkten politischen Mobilisation sowie der politischen Repression unterscheiden. Ein totales System zeichnet sich demnach durch Machtzentrum aus und macht sich eine exklusive und ausgearbeitete Ideologie zu eigen. Es forciert die Mobilisierung der Massen und wird durch systematische, willkürliche Verletzung der Menschenrechte bestimmt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der politischen Religion in totalitären deutschen Diktaturen ein und begründet die Wahl der Jugendorganisationen als Untersuchungsobjekt.
2. Problembeschreibung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Untersuchung, den Untersuchungsgegenstand sowie den aktuellen Forschungsstand zum Thema der politischen Indoktrination von Jugendlichen.
3. Methodisches Vorgehen: Hier werden das theoretische Konzept der politischen Religion sowie die methodischen Grundlagen für den diachronen Vergleich zwischen HJ und FDJ festgelegt.
4. Analyse: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Instrumente wie Fahnen, Grußrituale, Liedgut, Gelöbnisfeiern, Personenkult, Massenveranstaltungen und Ferienlager in beiden Organisationen.
5. Ergebnis: Das abschließende Kapitel fasst die Analyseschritte zusammen und bewertet die Rolle politisch-religiöser Merkmale innerhalb der untersuchten Jugendorganisationen.
Politische Religion, Nationalsozialismus, DDR, Hitlerjugend, HJ, Freie Deutsche Jugend, FDJ, Totalitarismus, Indoktrination, Personenkult, Massenveranstaltung, Politische Erziehung, Ideologie, Ritual, Jugendorganisation
Die Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Jugendorganisationen von Nationalsozialismus (HJ) und DDR (FDJ) unter dem Aspekt der Theorie der politischen Religion.
Im Zentrum stehen die Instrumentalisierung von Jugendlichen durch Symbole, Rituale, Lieder, Massenaufmärsche und Personenkult zur Sicherung der totalitären Herrschaft.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass beide Organisationen Elemente politischer Religion nutzten, um ihre Mitglieder ideologisch zu formen und emotional an das jeweilige System zu binden.
Es wird ein diachroner Vergleich auf Basis des Konzepts der „politischen Religion“ durchgeführt, ergänzt durch eine qualitative Quellenanalyse von Primärliteratur, Liedern und Dokumenten der Organisationen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Indikatoren wie Fahnenkulte, Grußrituale, das Liedgut, Gelöbnisfeiern, den Personenkult (Hitler/Stalin) sowie Massenveranstaltungen und Ferienlager im Vergleich.
Die zentralen Begriffe sind politische Religion, Indoktrination, Totalitarismus, Jugendorganisation, Ideologie, Rituale und die vergleichende Analyse zwischen HJ und FDJ.
Während der HJ-Personenkult stark auf eine gottgleiche Verehrung Hitlers als Heilsbringer fokussierte, basierte der FDJ-Personenkult (besonders bei Stalin) zwar auf ähnlichen religiös anmutenden Strukturen, jedoch innerhalb eines explizit atheistischen marxistisch-leninistischen Rahmens.
Diese Feiern sollten analog zu religiösen Riten wie der Konfirmation fungieren und die Jugendlichen verbindlich an die Ideologie und Gemeinschaft binden, indem sie durch Sprechchöre und Liturgie eine kollektive Identität erfuhren.
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