Bachelorarbeit, 2023
34 Seiten, Note: 1,7
Diese Arbeit beabsichtigt, eine Forschungslücke zu schließen, indem sie das Albanienbild, das deutschen Lesern zwischen 1990 und 1999 vermittelt wurde, tiefgehend analysiert. Es wird untersucht, wie Journalisten in dieser Zeit als Geschichtsvermittler agierten und welche Aspekte Albaniens dabei im Vordergrund standen, insbesondere vor dem Hintergrund des Zerfalls des kommunistischen Regimes und des Kosovo-Krieges.
2. Das Albanienbild vor 1990
Bevor wir uns der Analyse der drei großen Leitmedien nähern, werde ich in diesem Kapitel eine „Bestandsaufnahme“ von dem, was vor 1990 über Albanien geschrieben wurde, machen. Der Bestand albanischer Medien im deutschsprachigen Raum ist sehr rar. Zudem ist es wichtig zu nennen, dass Albanien bis zum Jahr 1990 abgeriegelt und ein weißer Fleck auf europäischen Boden war. Im Kosovo wurden die albanische Schrift und Sprache bis zum Ende des Kosovokrieges 1999, unter des jugoslawischen Terror-Regimes, verboten. Unter diesen beiden Voraussetzungen ist eine Sammlung albanischer Literatur im deutschsprachigen Raum daher nicht zu erwarten. Dennoch existiert eine Reihe von Berichten in deutschen Leitmedien über Albanien. 12
Es ist schwierig, eine allgemeingültige Aussage darüber zu machen, wie der SPIEGEL über Albaner und Albanien bzw. den Kosovo berichtet, da die Berichterstattung abhängig von aktuellen Ereignissen und Entwicklungen ist und somit variieren kann. Allgemein bemüht sich der SPIEGEL um eine objektive und gründliche Berichterstattung, die versucht, die verschiedenen Perspektiven eines Themengebiets zu berücksichtigen. Es ist daher wichtig, mehrere Artikel zu lesen, um ein umfassendes Verständnis über die Berichterstattung des Albanienbildes des SPIEGELs zu erlangen.
In diesem Kapitel werden einige Artikel des SPIEGELs untersucht, um das Albanienbild unter den Gesichtspunkten Sprache, Geschichte, Kultur und Bevölkerung vor 1990 darzustellen und im Fazit mit der Analyse des dritten Kapitels gegenüberstellen. Zuerst einige Eckdaten: Der SPIEGEL veröffentlichte erstmals am 10.01.1947 einen Text, in dem Albanien erwähnt wird mit dem Titel „Atomenergie und Abrüstung" aus DER SPIEGEL 2/1947. Das erste Mal, dass ein Artikel über Albanien erschien, war am 12.06.1951 mit dem Titel „Wieder in die Berge“ aus DER SPIEGEL 24/1951.
1. Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert das Albanienbild in deutschen Medien, die Herausforderungen Albaniens auf dem Weg in die EU und die Forschungsfrage, wie Journalisten das Albanienbild einer unkundigen Leserschaft von 1990 bis 1999 vermittelten.
2. Das Albanienbild vor 1990: Hier wird eine Bestandsaufnahme der spärlichen Informationen über Albanien im deutschsprachigen Raum vor 1990 vorgenommen, die die Isolation des Landes und das Fehlen albanischer Literatur hervorhebt.
3. Analyse des Albanienbildes anhand drei großer Leitmedien: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Berichterstattung über Albanien in DER SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutscher Zeitung in den Kategorien Geschichte, Länderkunde und Kultur im Zeitraum 1990-1999.
3.1. Geschichte: Untersucht die Darstellung der albanischen Geschichte, des Übergangs vom Kommunismus und des Kosovo-Konflikts in den Medien, wobei die serbische Perspektive und das Leid der albanischen Bevölkerung besondere Beachtung finden.
3.2. Länderkunde: Beschreibt, wie die Geografie und die Städte Albaniens und des Kosovo in den Medien dargestellt wurden, wobei die Beiträge als unzureichend und einseitig, oft auf Berglandschaften reduziert, befunden werden.
3.3. Kultur: Beleuchtet die Abbildung der albanischen Kultur, einschließlich traditioneller Gewohnheitsrechte wie des Kanuns, der Rolle der Religion und der Sprachdialekte, und zeigt auf, wie diese Aspekte durch politische Einflüsse litten.
4. Fazit: Fasst zusammen, dass deutsche Leser primär über den Kosovo-Konflikt und die Leiden der Albaner informiert wurden, die als Opfer unterdrückender Regime dargestellt, aber auch als resilient in der Bewahrung ihrer Identität und der interreligiösen Harmonie beschrieben wurden.
Albanien, Kosovo, Albanienbild, Deutsche Medien, Journalismus, Geschichtsvermittlung, Kommunismus, Kosovo-Krieg, Geschichte, Länderkunde, Kultur, Medienanalyse, Stereotypen, EU-Beitritt, Kanun.
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung Albaniens in deutschen Leitmedien zwischen 1990 und 1999, um zu verstehen, welches Bild einer deutschen, unkundigen Leserschaft vermittelt wurde.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Geschichte, Länderkunde und Kultur Albaniens, insbesondere im Kontext des postkommunistischen Wandels und des Kosovo-Konflikts.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungslücke zum Albanienbild in deutschen Medien zu schließen. Die Forschungsfrage lautet: Wie Journalisten als Geschichtsvermittler das Albanienbild einer unkundigen deutschen Leserschaft im Zeitrahmen von 1990 bis 1999 vermitteln.
Zur Analyse der Berichterstattung wird eine qualitative Inhaltsanalyse der Artikel aus drei großen deutschen Leitmedien (DER SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung) eingesetzt.
Der Hauptteil analysiert das Albanienbild in den drei ausgewählten Leitmedien anhand der Kategorien Geschichte, Länderkunde und Kultur, wobei die Berichterstattung über den Kosovo-Konflikt und die internen Entwicklungen Albaniens im Fokus stehen.
Albanien, Kosovo, Albanienbild, Deutsche Medien, Journalismus, Geschichtsvermittlung, Kommunismus, Kosovo-Krieg, Geschichte, Länderkunde, Kultur, Medienanalyse, Stereotypen, EU-Beitritt, Kanun.
Vor 1990 galt Albanien als ein abgeriegeltes Land und ein "weißer Fleck" auf europäischem Boden, mit sehr geringem Bestand an albanischer Literatur und Medienberichten im deutschsprachigen Raum.
Der Kanun wird als ein jahrhundertealtes Gewohnheitsrecht beschrieben, das zivilrechtliche Vorschriften und Regeln für Familienstrukturen, Hochzeiten und Etikette bei Festen enthält und das Ansehen in der Gesellschaft maßgeblich beeinflusste.
Die Arbeit hebt hervor, dass Albanien, trotz der Unterdrückung von Religion unter dem Kommunismus, eine friedliche Koexistenz verschiedener Glaubensrichtungen wie Orthodoxie, Katholizismus, Sunnismus und Bektaschismus zeigt, was als vorbildlich dargestellt wird.
In den 1990er Jahren war das Reisen in Albanien aufgrund schlechter Straßen, geschlossener Übernachtungsmöglichkeiten, mangelnder Infrastruktur und der behördlichen Genehmigungspflicht für Inlandsreisen sehr schwierig.
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