Bachelorarbeit, 2023
52 Seiten, Note: 2,0
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welche Unterstützung die Soziale Arbeit in Bezug auf die Symptome von Autismus-Spektrum-Störungen leisten kann, um zu deren Kompensation beizutragen. Dabei werden zwei zentrale Forschungsfragen beantwortet: Warum ist der frühkindliche Autismus die schwerste Form der Entwicklungsstörungen? Und welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Soziale Arbeit, um autistisches Verhalten zu reduzieren?
Symptomatik des frühkindlichen Autismus
Der frühkindliche Autismus ist in der ICD-10 unter der Schlüsselnummer F84.0 wie folgt definiert: „Diese Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörung ist durch eine abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung definiert, die sich vor dem dritten Lebensjahr manifestiert. Sie ist außerdem gekennzeichnet durch ein charakteristisches Muster abnormer Funktionen in den folgenden psychopathologischen Bereichen: in der sozialen Interaktion, der Kommunikation und im eingeschränkten stereotyp repetitiven Verhalten. Neben diesen spezifischen diagnostischen Merkmalen zeigt sich häufig eine Vielzahl unspezifischer Probleme, wie Phobien, Schlaf- und Essstörungen, Wutausbrüche und (autodestruktive) Aggression.“ (ICD-10-GM-2023: F84.- Tief Greifende Entwicklungsstörungen - icd-code.de, n.d.) Im Folgenden werden die Symptome mithilfe der Symptomtriade vorgestellt und das Störungsbild des frühkindlichen Autismus näher erläutert.
Ein klares Symptom, das Eltern bei einem Kind mit frühkindlichem Autismus erkennen, ist Augenkontakt, der deutlich reduziert wahrgenommen wird. Darüber hinaus nutzen betroffene Kinder weder Gestik noch Mimik zur Steuerung sozialer Interaktionen (Kamp-Becker & Bölte, 2014, S. 13). Ein weiteres Symptom ist das Fehlen der geteilten Aufmerksamkeit. Kinder haben Schwierigkeiten darin, die Aufmerksamkeit zwischen ihm/ihr, einer anderen Person und einem Objekt oder Ereignis koordinieren zu können (ebd.). Des Weiteren weigern sich Kinder mit frühkindlichem Autismus mit Gleichaltrigen in Kontakt zu treten. Dies wird häufig kombiniert mit aggressiven Verhaltensweisen gegenüber anderen Kindern. Darüber hinaus können betroffene Kinder soziale Situationen und Emotionen nicht nachvollziehen und zeigen inadäquate Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen (Kamp-Becker & Bölte, 2014, S. 14).
Autistische Kinder weisen das Nichtvorhandensein von symbolischen Gesten auf, wie beispielsweise das Winken zum Abschied. Ein weiteres Symptom in der Kommunikation ist die fehlende oder verzögerte Sprachentwicklung. Bei ca. 50 % der Kinder entwickelt sich die kommunikative Sprache nicht oder es ergibt sich zunächst eine nichtkommunikative Sprache, die möglicherweise im Schulalter oder auch danach nur teilweise durch kommunikative Sprache ersetzt werden kann. Durch das Fehlen der geteilten Aufmerksamkeit sind Kinder mit frühkindlichem Autismus nicht in der Lage, bei interaktivem Spielen teilnehmen zu können (ebd.).
Kinder mit frühkindlichem Autismus haben eine starke Angst vor Veränderungen, d.h. nichts soll sich an ihrer Umgebung und ihrem Lebensstil ändern. Diese Angst vor Veränderung kann sich auf unterschiedliche Umstände richten, die für jedes Kind subjektiv bewertet werden müssen. Diese Ängste zeigen deutlich, dass Kinder mit Autismus ein möglichst stabiles Umfeld sowie starre Routinen und einen festen Rhythmus brauchen (Kamp-Becker & Bölte, 2014, S. 15). Eine Reaktion auf sensorische Reize ist ebenfalls üblich, z. B. dass Kinder zunächst nicht auf Sprach- oder Hörgeräusche reagieren, gleichzeitig kann aber eine punktuelle oder vollständige Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen vorliegen. Viele autistische Kinder haben Stereotypen, die als Selbststimulation sensorischer Bereiche interpretiert werden können, wie beispielsweise den Kopf hin und her schütteln oder mit den Händen an die Ohren klopfen (ebd.).
Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel stellt die steigende Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen dar und begründet das Forschungsinteresse an den Unterstützungsmöglichkeiten durch die Soziale Arbeit, um die Lebensqualität Betroffener zu verbessern.
Kapitel 2: Begriffsbestimmungen: Hier werden Autismus und seine historische Entwicklung definiert, wobei verschiedene Autismus-Typen nach ICD-10 wie frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus und Asperger-Syndrom erläutert werden.
Kapitel 3: Frühkindlicher Autismus: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Darstellung der Symptomatik, Ursachen, Diagnostik, Differentialdiagnose, Komorbiditäten und herausfordernden Verhaltensweisen, die mit frühkindlichem Autismus einhergehen.
Kapitel 4: Unterstützungsmöglichkeiten durch die Soziale Arbeit: Es werden verschiedene Interventionsansätze beleuchtet, darunter Frühförderung, spezifische Elterntrainings (FETASS, TASK, FAUT-E), Soziales Kompetenztraining und der TEACCH-Ansatz mit dem Konzept des Structured Teaching.
Kapitel 5: Soziale Arbeit und ASS: In diesem Abschnitt wird der direkte Zusammenhang zwischen den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit und Autismus-Spektrum-Störungen hergestellt, indem aufgezeigt wird, wie Sozialarbeiter*innen effektiv zur Unterstützung von Betroffenen beitragen können.
Kapitel 6: Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfragen, fasst die wesentlichen Erkenntnisse über frühkindlichen Autismus als schwerste Form der Störung und die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit zusammen und bietet einen persönlichen Ausblick auf zukünftige berufliche Interessen.
Autismus, Frühkindlicher Autismus, Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), Soziale Arbeit, Unterstützungsmöglichkeiten, Frühförderung, Elterntraining, Soziales Kompetenztraining, TEACCH-Ansatz, Structured Teaching, Symptomatik, Diagnostik, Komorbidität, Herausforderndes Verhalten, Lebensweltorientierung
Diese Arbeit untersucht die Natur des frühkindlichen Autismus und die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten, die durch die Soziale Arbeit angeboten werden, um Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen im Alltag zu helfen und ihr Verhalten zu kompensieren.
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und Geschichte des Autismus, seine Symptomatik, Ursachen, Diagnostik, Komorbiditäten und herausforderndes Verhalten, sowie verschiedene Interventionen der Sozialen Arbeit wie Frühförderung, Elterntraining, Soziales Kompetenztraining und der TEACCH-Ansatz.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, welche Unterstützung Soziale Arbeit in Bezug auf die Symptome von Autismus-Spektrum-Störungen leistet, um zu deren Kompensation beizutragen. Dies wird durch die Beantwortung von zwei Forschungsfragen erreicht: Warum ist der frühkindliche Autismus die schwerste Form der Entwicklungsstörungen und welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Soziale Arbeit, um autistisches Verhalten zu reduzieren?
Die Arbeit basiert auf der Analyse wissenschaftlicher Forschungen und Konzepte aus der Fachliteratur, um Begrifflichkeiten, Störungsbilder und Interventionsmöglichkeiten darzulegen. Es handelt sich um eine Literaturanalyse und keine empirische Studie.
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Begriffsbestimmungen, die spezifischen Merkmale des frühkindlichen Autismus (Symptomatik, Ursachen, Diagnostik, Komorbiditäten, herausforderndes Verhalten) und stellt detailliert verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten durch die Soziale Arbeit vor.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Autismus, Frühkindlicher Autismus, Soziale Arbeit, Unterstützungsmöglichkeiten, Frühförderung, Elterntraining, Soziales Kompetenztraining, TEACCH-Ansatz, Symptomatik und Diagnostik charakterisiert.
Frühkindlicher Autismus gilt aufgrund der Symptomtrias, die tiefgreifende Beeinträchtigungen in sozialer Interaktion, Kommunikation und repetitivem Verhalten umfasst und sich vor dem dritten Lebensjahr manifestiert, als schwerste Form.
Der TEACCH-Ansatz ist ein pädagogisch-therapeutisches Konzept, das auf einer klar strukturierten Lernsituation basiert, die Nutzung visueller Hilfen integriert und die Umwelt an die Bedürfnisse der Betroffenen anpasst, um Selbstständigkeit und soziale Integration zu fördern.
Eltern werden als "Co-Therapeuten" und "Helfer" aktiv in die Behandlung und Förderung einbezogen; sie erhalten Schulungen, Beratung und Anleitung, um ihre pädagogischen Fähigkeiten zu verbessern und eine positive Beziehungsgestaltung zu ermöglichen.
"Structured Teaching" ist ein Kernprinzip des TEACCH-Ansatzes, das darauf abzielt, Lernsituationen durch die Strukturierung von Raum, Zeit und Aufgaben sowie den Einsatz visueller Hilfen zu vereinfachen und an die spezifischen Lernweisen von Menschen mit Autismus anzupassen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

