Masterarbeit, 2024
129 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der elterlichen Beteiligung auf den schulischen Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern. Das primäre Ziel ist es, einen tiefgehenden Einblick in die Dynamiken elterlicher Beteiligung zu erlangen und deren Einfluss auf den Bildungserfolg zu fokussieren, indem relevante Studien, theoretische Konzepte und empirische Befunde einbezogen werden.
3.1 Bourdieus Kapitaltheorie
Pierre Bourdieu, ein französischer Soziologe, beschäftigt sich in seiner Arbeit mit der Kapitaltheorie. Hierbei handelt es sich um ein „differenziertes Modell“, indem die Positionierung innerhalb einer Gesellschaft festgestellt werden soll (vgl. Brake & Büchner 2012, S. 57). Die Rolle der Familie bei der Festlegung der sozialen Position im sozialen Raum ist nach Bourdieu besonders signifikant. „Das Modell des sozialen Raumes veranschaulicht, in welchem Zusammenhang die Mitglieder einer Gesellschaft zueinanderstehen“ (Van Essen 2012, S. 18). Die Positionen werden über die Kapitalformen, die als Ressourcen bewertet werden können, konstruiert. Somit steht man weiter oben, wenn man über mehr Ressourcen verfügt und weiter unten, wenn man wenige dieser Ressourcen, also Kapitalformen, besitzt. Erwähnenswert ist, dass es sich bei den Kapitalformen nicht nur um das ökonomische Kapital handelt. Bourdieu meint mit den Kapitalformen unter anderem das ökonomische -, soziale -, kulturelle - und das symbolische Kapital (vgl. Brake & Büchner 2012, S. 80).
Somit wird die Position im sozialen Raum beispielsweise durch das ökonomische Kapital (Einkommen) oder das institutionelle kulturelle Kapital (Bildungsabschluss) festgelegt (vgl. Van Essen 2012, S. 18).
Da die Kapitalformen für die vorliegende Arbeit besonders relevant sind, sollen sie im Weiteren kurz skizziert werden.
Vorher sollte hinzugefügt werden, dass es sich bei der Kapitaltheorie um keine Klassentheorie, sondern um ein Darstellungsmodell handelt. Die Positionierung im Modell wird dabei als Momentaufnahme gesehen, in der festgehalten werden kann, ob sich die Position verändert hat (soziale Laufbahn). Die soziale Laufbahn wird hauptsächlich vom Elternhaus geprägt, denn hier findet primär die Übertragung der Kapitalien statt (vgl. Van Essen 2012, S. 23).
3.1.1 ökonomisches Kapital
Das ökonomische Kapital könnte als materieller Besitz definiert werden. Dabei kann dieses Vermögen mehrere Formen einnehmen. Außerdem kann dieses Kapital in Geld umgewandelt werden (vgl. Schwingel 1995, S. 83). Diese Kapitalform besitzt eine besondere Signifikanz für die „arbeitsteilig ausdifferenzierte Gesellschaft“ (Van Essen 2012, S. 19).
Kapitel 1 Einleitung: Stellt die Relevanz der elterlichen Beteiligung für den Bildungserfolg dar und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Masterarbeit.
Kapitel 2 Aufbau und Ziel: Erläutert die Struktur der Arbeit und das Ziel, ein tiefes Verständnis der Dynamiken zwischen elterlicher Beteiligung und Bildungserfolg zu entwickeln.
Kapitel 3 Theoretischer Teil: Skizziert Bourdieus Kapitaltheorie, Boudons primäre und sekundäre Effekte, verschiedene Formen und Eigenschaften zielführender Elternbeteiligung sowie den aktuellen Forschungsstand.
Kapitel 4 Methodischer Teil: Beschreibt das qualitative Forschungsvorhaben, die verwendeten Methoden (Leitfadeninterview, Grounded Theory), die Stichprobe und präsentiert die fallübergreifenden Ergebnisse der Interviews.
Kapitel 5 Fazit: Fasst die Haupterkenntnisse der Studie zusammen, diskutiert die Implikationen für Bildungspolitik und Praxis und betont die Bedeutung einer effektiven Zusammenarbeit aller Akteure.
Elterliche Beteiligung, Bildungserfolg, soziale Herkunft, Kapitaltheorie (Bourdieu), ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, symbolisches Kapital, primäre Effekte (Boudon), sekundäre Effekte (Boudon), qualitative Forschung, Leitfadeninterview, Grounded Theory, Lernmotivation, Bildungsgerechtigkeit
Die Arbeit untersucht, inwiefern und auf welche Weise die Beteiligung der Eltern am Bildungsprozess ihrer Kinder deren schulischen Erfolg beeinflusst.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Kapitaltheorie nach Bourdieu, die primären und sekundären Effekte nach Boudon, verschiedene Formen der Elternbeteiligung sowie deren Eigenschaften und Auswirkungen auf den Bildungserfolg.
Das primäre Ziel ist es, einen tiefgehenden Einblick in die Dynamik der elterlichen Beteiligung zu erlangen und ihre Auswirkungen auf den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern zu fokussieren. Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern beeinflusst die elterliche Beteiligung den schulischen Bildungserfolg der SchülerInnen?“
Der Arbeit liegt eine qualitative Studie zugrunde, die auf Leitfadeninterviews basiert und mittels der Grounded Theory nach Strauss und Corbin ausgewertet wurde.
Der Hauptteil behandelt das theoretische Fundament der Forschung (Kapitaltheorie, Boudon-Effekte, Formen der Elternbeteiligung), den methodischen Teil (Forschungsvorhaben, Stichprobe, Interviewsetting) und eine fallübergreifende Darstellung sowie Begründung der Ergebnisse.
Schlüsselwörter wie Elterliche Beteiligung, Bildungserfolg, soziale Herkunft, Kapitaltheorie, Lernmotivation und Bildungsgerechtigkeit charakterisieren die Arbeit.
Bourdieus Kapitaltheorie hilft, die Positionierung von Familien im sozialen Raum durch ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Kapital zu verstehen, welches den Bildungshintergrund und somit die elterliche Beteiligung prägt.
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