Magisterarbeit, 2004
107 Seiten, Note: 2,3
1 Einführung
1.1 Vorstellung des Themas
1.2 Quellen und Forschungsstand
Das Preußen der Nationalsozialisten
1.3 Der Tag von Potsdam
1.4 Preußen im Film
1.5 Filmische Darstellung Friedrichs des Großen
1.6 Goebbels und Friedrich der Große
2 Die Bedeutung der Propaganda
2.1 Propaganda und Nationalsozialismus
2.2 Bedeutung des Films für die Propaganda
2.3 Was ist ein Propagandafilm?
2.4 Die Instrumentalisierung der Geschichte als Propagandamittel
2.5 Goebbels, der oberste Schirmherr des Films
2.6 Exkurs: Institutionelle Voraussetzungen der Lenkung
2.6.1 Lage der Filmwirtschaft in der Zeit der Machtübernahme
2.6.2 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
2.6.3 Reichsfilmkammer
2.6.4 Filmkreditbank
2.7 Film zwischen Zensur und Prädikat
3 Topoi im nationalsozialistischen Film
3.1 Führerprinzip
3.2 Sterben für Deutschland
3.3 Militär und Krieg
3.4 Die Linke und der Parlamentarismus als Feindbild
4 Preußen im Film: Betrachtung anhand zweier Beispiele
4.1 „Bismarck“ (1940)
4.1.1 Inhalt
4.1.2 Propagandistisches Potenzial der Figur Otto von Bismarck
4.1.3 Zeitgenössischer Kontext
4.1.3.1 Führungspersönlichkeit und Kampf gegen den Parlamentarismus
4.1.3.2 Bismarck – ein Mann der Vorsehung
4.1.3.3 Friedensliebe oder Siegesrausch?
4.1.4 Zeitgenössische Rezeption von „Bismarck“
4.1.5 Zwischenfazit
4.2 „Der große König“ (1942)
4.2.1 Inhalt
4.2.2 Propagandapotenzial der Figur Friedrich II. von Preußen
4.2.3 Zeitgenössischer Kontext
4.2.4 Propagandistische Aspekte und ihre Darstellung im Film
4.2.4.1 Feigheit vor dem Feind
4.2.4.2 Kriegsmüdigkeit
4.2.4.3 Die Vision des Führers
4.2.4.4 Frankreich
4.2.5 Historische Einordnung und Kontext
4.2.6 Zeitgenössische Rezeption von „Der große König“
4.2.7 Zwischenfazit
5 Filmrezeption im Dritten Reich
6 Abschließende Betrachtung
Diese Arbeit untersucht die Instrumentalisierung preußischer Geschichte und Mythen durch die nationalsozialistische Propaganda mittels des Mediums Film. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie historische Figuren wie Friedrich der Große und Otto von Bismarck in Spielfilmen als Projektionsflächen für die nationalsozialistische Ideologie und zur Legitimation des NS-Regimes genutzt wurden.
3.2 Bedeutung des Films für die Propaganda
Das Thema Propaganda im nationalsozialistischen Film weckt Erwartungen von Hetzfilmen antisemitischer Art oder kriegsverherrlichenden Geschichten. Jedoch besteht tatsächlich nur ein kleiner Teil der zwischen 1933 und 1945 entstandenen Produktion aus plumper Volksverhetzung. Es gibt genug Wochenschauberichte und vor allem erfolgreiche Spielfilme, die auf den ersten Blick keine propagandistischen Ziele verfolgen. Denn der nationalsozialistische Film hat sich am Zeitgeschmack orientiert, und es ist auch zweifelhaft, ob jeder Film, der in dieser Zeit in die Filmtheater kam, als Teil des politischen Machtapparats zu sehen ist.78
Die Bedeutung des Films für die nationalsozialistische Propaganda kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Film ist ein durchaus wichtiges Propagandainstrument, wenn nicht vielleicht sogar das wichtigste. Auch wenn er - im Gegensatz zu Radio und Zeitung - nicht ganz aktuell ist, so besitzt er doch eine weitaus größere Tiefenwirkung.
Der Reichsfilmintendant Fritz Hippler schreibt 1944 in der Zeitschrift „Illustrierter Filmkurier“:
„Im Vergleich zu den anderen Künsten ist der Film durch seine Eigenschaft, primär auf das Optische und Gefühlsmäßige, also Nichtintellektuelle einzuwirken, massenpsychologisch und propagandistisch von besonders eindringlicher und nachhaltiger Wirkung. Er beeinflusst nicht die Meinung exklusiver Kreise von Kunstkennern, sondern er erfasst die breiten Massen. Er erzielt damit soziologische Wirkungen, die oft nachhaltiger sein können als die von Schule und Kirche, ja sogar von Buch, Presse und Rundfunk. Es wäre daher auch aus ganz außerkünstlerischen Gründen geradezu frevelhaft und leichtsinnig, wenn ein verantwortungsbewusstes Staatsregiment sich des Führungsanspruchs über dieses wichtige Element begeben würde.“79
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert die Vereinnahmung des Preußenbildes durch die Nationalsozialisten, die zur Rechtfertigung ihrer autoritären Politik historische Figuren wie Friedrich den Großen und Bismarck instrumentalisierten.
2 Die Bedeutung der Propaganda: Dieses Kapitel definiert Propaganda als zentrales Instrument totalitärer Systeme und analysiert die Rolle des Films, der als "modernstes Mittel zur Beeinflussung der Massen" unter Goebbels’ Leitung zur massenpsychologischen Steuerung eingesetzt wurde.
3 Topoi im nationalsozialistischen Film: Hier werden zentrale propagandistische Motive wie das Führerprinzip, die Verherrlichung des Heldentods für das Vaterland sowie die Diskreditierung des Parlamentarismus als ideologische Kerninhalte des NS-Films identifiziert.
4 Preußen im Film: Betrachtung anhand zweier Beispiele: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Untersuchung der Filme "Bismarck" (1940) und "Der große König" (1942), die den historischen Kontext, die propagandistische Ausrichtung und die zeitgenössische Rezeption dieser Produktionen analysiert.
5 Filmrezeption im Dritten Reich: Das Kapitel reflektiert die Schwierigkeiten, die tatsächliche Wirkung der Propagandafilme auf das Publikum zu messen, und weist auf die Diskrepanz zwischen staatlicher Intention und individueller Wahrnehmung hin.
6 Abschließende Betrachtung: Das Fazit resümiert, dass die Nationalsozialisten durch die ständige Berufung auf ein verzerrtes preußisches Tugendideal das Geschichtsbild nachhaltig prägten und das Ansehen Preußens in der Welt langfristig schädigten.
Nationalsozialismus, Propaganda, Film, Preußen, Friedrich der Große, Otto von Bismarck, Führerprinzip, Joseph Goebbels, Filmwirtschaft, Zensur, Kolberg, Bismarck-Film, Geschichtslegitimation, Kriegspropaganda, NS-Ideologie
Die Arbeit analysiert die Instrumentalisierung preußischer Geschichte und Mythen durch die nationalsozialistische Filmpropaganda und deren Funktion als Legitimationsmittel für das NS-Regime.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Definition von Propaganda im Nationalsozialismus, die institutionelle Kontrolle des Filmwesens unter Goebbels und die filmische Darstellung preußischer Identitätsfiguren als Vorbilder für Hitler.
Wie und mit welchen Mitteln haben die Nationalsozialisten preußische Geschichte und Mythen im Film instrumentalisiert, um ihren Machtanspruch und ihr politisches Handeln zu legitimieren?
Es handelt sich um eine medien- und filmwissenschaftliche sowie historische Analyse, die auf der Auswertung von Quellen (Reden, Tagebücher von Goebbels), zeitgenössischen Filmkritiken und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Propaganda, die Analyse der Topoi (Führerprinzip, Sterben für Deutschland) und eine tiefgehende Untersuchung der Filme "Bismarck" und "Der große König".
Zu den prägenden Begriffen gehören Propaganda, Film, Preußen, Führerprinzip, Instrumentalisierung und Geschichtslegitimation.
Goebbels wird als zentraler Akteur ("Filmminister") beschrieben, der die Filmproduktion institutionell kontrollierte, massiv in die inhaltliche Gestaltung eingriff und den Film als strategisches Werkzeug zur Beeinflussung der Volksmoral nutzte.
Der Film wird als "Film der Nation" und Höhepunkt des nationalsozialistischen Führerkultes im Preußenfilm analysiert, da er die Problematik des Krieges explizit thematisiert und das Leidensnarrativ zur Stärkung der Durchhaltebereitschaft während des Zweiten Weltkriegs nutzte.
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