Bachelorarbeit, 2024
48 Seiten, Note: 1,7
Diese Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung und die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf kognitive Entwicklung, die soziale Integration und die sprachlichen Herausforderungen von Kindern. Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage „Was sind die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf die Sprachentwicklung von Kindern?“ zu beantworten und Eltern mit Migrationshintergrund sowie Fachkräften wichtige Informationen über die Sprachentwicklung zweisprachiger Kinder und die Chancen von Mehrsprachigkeit zu vermitteln, um eine unterstützende Umgebung zu schaffen.
2.7 Sprachmischungen: Code-Switching
Ein charakteristisches Merkmal mehrsprachiger Sprecher ist die Fähigkeit, während einer Kommunikation mit einer anderen Person und sogar auch innerhalb eines Satzes die Sprache zu tauschen. Dies wird als Code-Switching bezeichnet (vgl. Riehl 2014, S.100). Dabei handelt es sich um die Änderung der Sprache bzw. den Wechsel der Sprachvarianten in der Kommunikation. Dieser Änderung kann sich auf spezifische Wörter oder sogar auf ganze Abschnitte des Gesprächs beziehen (vgl. ebd.).
Sprachmischungsphänomene können auch auf die individuellen sprachlichen Fähigkeiten eines Sprechers zurückzuführen sein. Die Lernsprache eines Zweitsprachlernenden ist ein System, das sich kontinuierlich entwickelt. Deshalb ist die Diskussion über das Sprachmischungsverhalten als Merkmal des Sprachgebrauchs von Mehrsprachigen eng mit der Frage nach der sprachlichen Kompetenz verbunden (vgl. Chilla/Rothweiler/Babur 2013, S.64). Dies gilt besonders für Kinder mit Migrationshintergrund, die die Herausforderung bewältigen müssen, in einem soziokulturell von der Zweitsprache dominierten Umfeld sprachlich zu agieren. Während des Zweitspracherwerbs unterschieden sie sich in jedem Moment von der Sprachkompetenz monolingualer Gleichaltriger, und Sprachmischungen werden von der monolingualen Mehrheit als Abweichungen von der monolingualen Norm wahrgenommen (vgl. ebd.). Besonders kleine Kinder, die eine zweite Sprache lernen, sind sich oft nicht bewusst, dass sie zwei Sprachen vermischen. Erst durch die Auseinandersetzung mit der zweiten, gesellschaftlich dominanten Sprache erlangen sie die Fähigkeit, ihr Sprachmischungsverhalten entsprechend der Gesprächssituation anzupassen und Sprachmischungen gezielt einzusetzen (vgl. ebd.).
Im Folgenden wird zwischen funktionalem und Nicht-funktionalem Code-Switching getrennt.
Funktionales Code-Switching
Code-Switching spielt eine bedeutende Rolle im sprachlichen Austausch, da es dazu dient, den Kontext zu vermitteln. Es ermöglicht eine umfassende Nutzung des Sprachenrepertoires und ist daher integraler Bestandteil des mehrsprachigen Kommunikationsprozesses (vgl. Riehl 2014, S.101). Es gibt verschiedene Gründe für Code-Switching, die sowohl durch die Situation als auch durch die Konversation bedingt sein können. Situatives Code-Switching tritt auf, wenn sich die Sprache aufgrund einer neuen Situation ändert. Zum Beispiel wechselt eine Person möglicherweise die Sprache, um sich an einen neuen Gesprächspartner anzupassen oder weil das Thema eine andere Sprache erfordert, wie es oft bei Gesprächen über Schulfächer der Fall ist (vgl. ebd.). Auch der Typ der Interaktion oder der Ort kann dazu führen, dass die Sprache gewechselt wird, wie es bei vielen Sprachminderheiten der Fall ist, die zu Hause ihre Minderheitensprache sprechen, aber in öffentlichen Räumen eine andere Sprache verwenden (vgl. ebd.).
Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Mehrsprachigkeit im Kindesalter, stellt die Forschungsfrage der Arbeit vor und gibt einen Überblick über die thematische Gliederung der nachfolgenden Kapitel.
Kapitel 2: Mehrsprachigkeit: Hier werden die Definition und verschiedene Arten von Mehrsprachigkeit vorgestellt, die Bedeutung der Erst- und Zweitsprache erörtert sowie die kognitiven und sozialen Vorteile und Herausforderungen der Mehrsprachigkeit beleuchtet. Auch das Phänomen des Code-Switching wird thematisiert.
Kapitel 3: Sprachentwicklung: Das Kapitel definiert Sprachentwicklung als ganzheitlichen Prozess, illustriert diesen mit der Metapher des „Sprachbaums“ und beschreibt die verschiedenen Phasen der Erst- und Zweitsprachentwicklung sowie deren neurokognitive Aspekte.
Kapitel 4: Sprachstörungen von mehrsprachigen Kindern: Dieser Abschnitt widmet sich der Definition von Sprachstörungen und untersucht, wie sich Sprachentwicklungsstörungen bei mehrsprachigen Kindern manifestieren und welche Hypothesen zur Interaktion von Mehrsprachigkeit und Störung existieren.
Kapitel 5: Förderungen der Mehrsprachigkeit: Das Kapitel behandelt verschiedene Förderansätze für mehrsprachige Kinder, darunter Sprachförderprogramme, Strategien zur Trennung von Sprachen, die wichtige Rolle von Fachkräften und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit Eltern.
Kapitel 6: Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der gesamten Arbeit zusammen, rekapituliert die diskutierten Vorteile und Herausforderungen der Mehrsprachigkeit und betont die Bedeutung adäquater Förderung.
Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Zweitsprache Deutsch, Elementarbereich, Spracherwerb, Code-Switching, kognitive Vorteile, soziale Integration, Sprachförderung, Sprachstörungen, Erstsprache, frühkindliche Bildung, Elternzusammenarbeit, Fachkräfte, Bilingualismus
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Sprachentwicklung von Kindern mit der Zweitsprache Deutsch im Elementarbereich, wobei sie die Bedeutung, Auswirkungen, Vorteile und Herausforderungen der Mehrsprachigkeit untersucht.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Arten von Mehrsprachigkeit, die Entwicklung der Erst- und Zweitsprache, kognitive und soziale Vorteile sowie Herausforderungen, Sprachstörungen bei mehrsprachigen Kindern und verschiedene Fördermaßnahmen.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage „Was sind die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf die Sprachentwicklung von Kindern?“, um Eltern und Fachkräften Informationen und Strategien für eine unterstützende mehrsprachige Entwicklung zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Untersuchung und Synthese bestehender Literatur zu Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung und den relevanten pädagogischen und neurokognitiven Aspekten.
Im Hauptteil werden die Definition von Mehrsprachigkeit, ihre Vor- und Nachteile, die Sprachentwicklung von Erst- und Zweitsprache, neurokognitive Aspekte, Sprachstörungen bei mehrsprachigen Kindern und verschiedene Förderungen der Mehrsprachigkeit im Elementarbereich detailliert behandelt.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Zweitsprache Deutsch, Elementarbereich, Spracherwerb, Code-Switching, kognitive Vorteile, soziale Integration, Sprachförderung, Sprachstörungen, Erstsprache, frühkindliche Bildung, Elternzusammenarbeit, Fachkräfte und Bilingualismus.
Code-Switching bezeichnet die Fähigkeit mehrsprachiger Sprecher, während der Kommunikation zwischen Sprachen zu wechseln. Es ist ein natürliches Phänomen, das zur Kontextherstellung und effektiven Kommunikation dient und bei Kindern oft unbewusst beginnt, bevor sie lernen, es gezielt einzusetzen.
Die Arbeit betont, dass Mehrsprachigkeit selbst keine Sprachstörungen verursacht und auch nicht davor schützt. Sprachentwicklungsstörungen wirken sich auf alle Sprachen eines Kindes aus, unabhängig davon, ob es ein- oder mehrsprachig aufwächst.
Mehrsprachigkeit bietet Kindern kognitive Vorteile, wie eine bessere Aufmerksamkeitskontrolle und kommunikative Kompetenz (z.B. Theory of Mind), sowie soziale Vorteile, indem sie kulturelle Werte vermittelt und die Integration in verschiedene Kulturen fördert.
Eltern sind der erste Ort der Sprachförderung und entscheidend für die Wertschätzung der Erstsprache. Fachkräfte dienen als Sprachvorbilder, beobachten die Sprachentwicklung genau und arbeiten eng mit Eltern zusammen, um eine effektive und zielorientierte Förderung der deutschen und der Erstsprache sicherzustellen.
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