Examensarbeit, 2010
121 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Das Verhältnis von künstlerischer Freiheit und Politik
1.2 Literarischen Strategien der Subversion
2 Guillermo Cabrera Infante und Tres tristes tigres
2.1 Einige biographische Daten zu Cabrera Infantes Leben
2.2 Tres tristes tigres als Verschriftlichung von P.M.
2.3 Sprachspiele als Betonung der ästhetischen Funktion von Sprache
2.4 Tres tristes tigres als Widerstand gegen die Kanonisierung von Literatur
2.5 Der Epilog als Metapher für den Kampf um die künstlerische Freiheit während der ersten Revolutionsjahre
2.6 Zusammenfassung der literarischen Strategien der Subversion in Tres tristes tigres
3 Reinaldo Arenas und Antes que anochezca
3.1 Einige biographische Daten zu Reinaldo Arenas
3.2 Demaskierung und Archivierung der Unfreiheit
3.3 Antes que anochezca als Testimonio-Literatur
3.4 Sex als politischer Protest
3.5 Verkehrung der Machtverhältnisse
3.6 Zusammenfassung der literarischen Strategien der Subversion in Antes que anochezca
4 Zoé Valdés und Café Nostalgia
4.1 Einige biographische Daten zu Zoé Valdés
4.2 Die Sprache in Café Nostalgia
4.3 Die Frauenrolle auf Kuba
4.4 Politische Diskurse in Café Nostalgia
4.5 Zusammenfassung der literarischen Strategien der Subversion in Café Nostalgia
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht literarische Strategien der Subversion in ausgewählten Werken kubanischer Autoren wie Guillermo Cabrera Infante, Reinaldo Arenas und Zoé Valdés, um aufzuzeigen, wie diese Schriftsteller die restriktiven gesellschaftlichen und politischen Normen des sozialistischen Kuba in ihren Werken unterlaufen und hinterfragen.
1.2 Literarischen Strategien der Subversion
Um literarische Strategien der Subversion in kubanischen Romanen beschreiben zu können, muss zunächst der inflationär gebrauchte Begriff „Subversion“, der vom lateinischen subvertere = umdrehen, umstürzen stammt, auf seine vier Grunddefinitionen zurückgeführt werden. So beschreibt „Subversion“ ursprünglich nur Gewaltakte gegen einen Herrscher oder Staat, die von Gruppen ausgehen, die vom Staatssicherheitsdienst als „subversiv“ bezeichnet werden, da sie die politische Zielvorstellung eines Umsturzes bzw. der Abschaffung von Herrschaft verfolgen. Oft werden damit Vorgehensweisen und Strategien der Unterminierung und Aushöhlung von innen verbunden, weswegen in dieser Bedeutung der „Maulwurf“ als Symbol des Subversiven gilt. Diese Formen der Subversion können bis in Antike zurückgeführt werden und sind dennoch in der Gegenwart vorzufinden. Als aktuelle Beispiele dienen politische Gruppen wie die ETA oder die Al Quaida.
Doch schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist dieser anfänglich politisch-revolutionäre Begriff auch auf das literarisch-künstlerische Bedeutungsfeld ausgedehnt worden, um neue avantgardistische Kunstbewegungen wie den Dadaismus und Surrealismus zu beschreiben, die die konventionellen Formen in Literatur und Kunst ablehnten und durch einzelne spielerische Akte exemplarisch die herrschenden Zeichensysteme außer Kraft setzten. Diese Verweigerung der etablierten Kommunikationsregeln der Gesellschaft findet sich auch gegenwärtig als eine Form der Subversion, vor allem als kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen gesellschaftlichen Phänomenen wie den neuen Medien.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der literarischen Subversion im kubanischen Roman ein und erläutert das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und dem politischen Dogmatismus der Regierung seit 1960.
2 Guillermo Cabrera Infante und Tres tristes tigres: Das Kapitel analysiert, wie Cabrera Infante durch Sprachspiele und die filmische Struktur seines Werkes die Kanonisierung von Literatur und politische Vorgaben unterläuft.
3 Reinaldo Arenas und Antes que anochezca: Hier wird untersucht, wie Arenas die Autobiographie als Werkzeug zur Demaskierung staatlicher Unfreiheit nutzt und den Akt der Sexualität zu einer Form des politischen Protests stilisiert.
4 Zoé Valdés und Café Nostalgia: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Frau und politische Diskurse im Werk von Valdés, wobei Sprache und die Darstellung der Exilsituation als Mittel der Subversion dienen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die literarischen Gemeinsamkeiten der untersuchten Autoren zusammen und bestätigt die zentrale Bedeutung der Sprache sowie die kritische Aufarbeitung von Machtstrukturen als wirksame subversive Strategien gegen totalitäre Ideologien.
Subversion, kubanische Literatur, künstlerische Freiheit, Sozialistischer Realismus, Exilliteratur, Identitätskonstruktion, politische Unterdrückung, Sprachspiele, Testimonio-Literatur, Zensur, Widerstand, Sexualität, Machtverhältnisse, Kuba, Revolutionsliteratur.
Die Arbeit analysiert die Strategien, mit denen kubanische Schriftsteller nach 1960 die staatlich verordneten ideologischen Normen durch ihre Literatur in Frage stellen und untergraben.
Die Themen umfassen die Rolle der künstlerischen Freiheit, die Machtstrukturen in Kuba, die Auswirkungen der Zensur und die Darstellung von marginalisierten Gruppen.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Literatur in einem totalitären System als Mittel des Widerstands eingesetzt wird, um Freiräume zu schaffen und das offizielle Bild der Regierung zu demaskieren.
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (wie den dekonstruktivistischen Subversionsbegriff oder Bachtins Karnevalstheorie) auf die Romane der gewählten Autoren anwendet.
Der Hauptteil widmet sich drei spezifischen Autoren und ihren Werken: Guillermo Cabrera Infante, Reinaldo Arenas und Zoé Valdés, deren literarische Strategien einzeln untersucht werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Subversion, Zensur, politischer Protest, kubanische Exilliteratur und die Macht der Sprache aus.
Die Sprache fungiert durch den Gebrauch lokaler Dialekte, Wortspiele und die bewusste Missachtung offizieller Stilvorgaben als ein Instrument, das die offizielle Schriftsprache unterwandert.
Arenas' Werk dokumentiert die systematische Verfolgung Homosexueller und gibt den Unterdrückten eine Stimme, wodurch es sich in die Tradition der Testimonio-Literatur einreiht, diese jedoch subversiv gegen den Staat wendet.
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