Diplomarbeit, 2010
82 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Kulturbegriff
2.2 Kulturstandards und kulturelle Überschneidungssituation
2.3 Wandel des Kulturbegriffs
2.4 Interkulturelles Lernen
2.5 Interkulturelle Kompetenz
2.5.1 Interkulturelle Kompetenz als Strukturmodell
2.5.2 Interkulturelle Kompetenz als Prozessmodell
2.5.3 Interkulturelle Kompetenz in vorliegender Arbeit
3 Interkulturelle Trainings
3.1 Ziele interkultureller Trainings
3.2 Trainingsinhalte
3.3 Trainingsmethoden
4 Evaluation interkultureller Trainings
4.1 Ziele und Funktionen von Evaluationen
4.2 Aktueller Forschungsstand zur Wirksamkeit interkultureller Trainingsmaßnahmen
4.2.1 Das Vier-Ebenen-Evaluationsmodell von Kirkpatrick
5 Das vorliegende Training
5.1 Ziele des vorliegenden interkulturellen Trainings
5.1.1 Hypothesenformulierung
5.2 Inhalte und Methoden des vorliegenden interkulturellen Trainings
6 Methoden
6.1 Statistische Auswertung
6.2 Untersuchungsdesign
6.3 Messinstrument
6.4 Gewinnung der Stichprobe
7 Ergebnisse
7.1 Stichprobenbeschreibung
7.2 Reliabilitätsanalyse der Skalen
7.3 Hypothesentests
7.3.1 Kulturbewusstheit
7.3.2 Wissen über Kulturstandards
7.3.3 Perspektivenwechsel und Empathie
7.3.4 Respekt vor kulturellen Unterschieden
7.3.5 Interkulturelle Kommunikation
7.3.6 Kulturelle Missverständnisse
7.3.7 Offenheit und Interesse
7.4 Zusätzliche Ergebnisse
8 Diskussion
8.1 Diskussion der Reliabilitätsanalyse
8.2 Diskussion der Ergebnisse
8.3 Diskussion der Methoden
8.4 Anwendung – praktischer Nutzen
8.5 Weiterentwicklung des Trainings
8.6 Ausblick
Die Diplomarbeit hat zum Ziel, die Wirksamkeit eines konzipierten und durchgeführten interkulturellen Trainings für Polizeibeamte der Landespolizei Rheinland-Pfalz zu evaluieren. Im Zentrum steht die Untersuchung, ob sich durch das Training die interkulturelle Kompetenz in sieben definierten Facetten verbessern lässt, wozu ein spezifischer Fragebogen entwickelt wurde.
2.1 Der Kulturbegriff
Um den Begriff der interkulturellen Kompetenz bestimmen zu können, ist zunächst eine Bestimmung dessen, was „Kultur“ in diesem Kontext meint, notwendig. Bei einem Konzept, welches sowohl in der Kulturwissenschaft, Kulturanthropologie und Soziologie als auch in der Psychologie und Pädagogik seine Verwendung findet, lässt es nicht verwundern, dass ein sehr heterogenes und vielseitiges Bild zum Konstrukt „Kultur“ existiert (Rathje, 2007). Kroeber und Kluckhohn verzeichnen bereits 1952 mehr als 164 Begriffsverwendungen, die je nach Forschungsdisziplin andere Schwerpunkte setzen.
Der Regensburger Psychologe Alexander Thomas (1993), dessen Forschungsschwerpunkte im Bereich der kulturvergleichenden und interkulturellen Psychologie, speziell der Theorie interkulturellen Handelns, der interkulturellen Kommunikation sowie in der Trainings- und Evaluationsforschung zur interkulturellen Kompetenz liegen, definiert Kultur folgendermaßen:
„Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft, Organisation und Gruppe tradiert. Es beeinflusst Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisches Handlungsfeld und schafft damit die Voraussetzungen zur Entwicklung eigenständiger Formen der Umweltbewältigung“ (S.380).
Diese Kulturdefinition erweist sich nach Thomas (2003 b) zur Erfassung der interkulturellen Kompetenz als geeignet, da sie sich mit dem Aspekt beschäftigt, „wie man die Zusammenarbeit zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen verbessern kann und wie man sich auf eine solche Zusammenarbeit gut vorbereitet“ (S.21). Diese Definition basiert auf handlungstheoretischen Konzepten und ist der „kognitiv orientierten Sozial-und Persönlichkeitspsychologie verpflichtet“ (Thomas, 1993, S. 158).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz für die Polizeiarbeit aufgrund der gesellschaftlichen Globalisierung und definiert das Ziel der Studie.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Kultur, Kulturstandards und interkulturelle Kompetenz, wobei ein prozessorientiertes Verständnis von Kultur als Orientierungssystem im Vordergrund steht.
3 Interkulturelle Trainings: Hier werden die Ziele, Inhalte und Methoden von interkulturellen Trainings beschrieben, wobei die Bedeutung ganzheitlicher Ansätze hervorgehoben wird.
4 Evaluation interkultureller Trainings: Das Kapitel befasst sich mit Evaluationsmethoden und stellt das Vier-Ebenen-Modell von Kirkpatrick als theoretischen Rahmen für die Erfolgskontrolle vor.
5 Das vorliegende Training: Es werden die Konzeption, die spezifischen Lernziele sowie die inhaltliche Sequenzierung des in der Arbeit evaluierten Trainings bei der Polizei dargelegt.
6 Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt das Untersuchungsdesign, die statistischen Auswertungsverfahren und das zur Überprüfung entwickelte Messinstrument.
7 Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung werden präsentiert, wobei die Hypothesentests zur Wirksamkeit der sieben Facetten interkultureller Kompetenz im Vordergrund stehen.
8 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die methodische Vorgehensweise diskutiert und ein Ausblick auf zukünftige Anwendungsmöglichkeiten und die Weiterentwicklung des Trainings gegeben.
Interkulturelle Kompetenz, Polizei, Trainingsevaluation, Kulturstandards, Interkulturelles Lernen, Kulturelle Überschneidungssituation, Perspektivenwechsel, Empathie, interkulturelle Kommunikation, quasiexperimentelle Untersuchung, Kulturbewusstheit, handlungstheoretisches Modell, interkulturelle Sensibilisierung, Evaluationsforschung, Kirkpatrick-Modell
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, Durchführung und wissenschaftlichen Evaluation eines eintägigen interkulturellen Trainings für Polizeibeamte der Landespolizei Rheinland-Pfalz, um deren Kompetenz im Umgang mit interkulturellen Herausforderungen im Berufsalltag zu stärken.
Zentrale Felder sind die interkulturelle Psychologie, die Konzeption interkultureller Trainings für spezifische Berufsgruppen sowie die empirische Evaluationsforschung zur Messung interkultureller Kompetenz mittels selbstkonstruierter Fragebogenskalen.
Das primäre Ziel ist zu untersuchen, ob sich die interkulturelle Kompetenz von Polizisten durch das entwickelte Training signifikant verbessern lässt. Hierzu wurden sieben spezifische Facetten der Kompetenz (z.B. Kulturbewusstheit, Empathie) als Hypothesen operationalisiert.
Es wurde ein quasiexperimentelles 3x2-Untersuchungsdesign (Experimentalgruppe vs. zwei Kontrollgruppen an zwei Messzeitpunkten) gewählt. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte mittels Varianzanalyse mit Messwiederholung und anschließenden t-Tests.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen (Kulturbegriff, interkulturelles Lernen), die Trainingskonzeption, die Methodik der Datenerhebung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der Trainingsbausteine.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Interkulturelle Kompetenz, polizeiliche Fortbildung, Evaluationstraining, Kulturstandards, Perspektivenwechsel und interkulturelle Kommunikation beschreiben.
Aufgrund der spezifischen Ziele des Trainings und des Mangels an bereits bestehenden, passgenauen Fragebögen war es notwendig, ein eigenes Instrument zu konstruieren, das gezielt die im Training vermittelten sieben Facetten interkultureller Kompetenz abbildet.
Das 5-Finger-Feedback dient der qualitativen Evaluation der ersten Ebene (Reaktion) nach Kirkpatrick. Es ermöglichte den Teilnehmern ein schnelles, anonymes und strukturiertes Feedback zu verschiedenen Aspekten der Trainingsqualität, wie z.B. Relevanz oder didaktische Gestaltung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

