Magisterarbeit, 2010
126 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Begriffe Nationalismus und Nation nach Anderson, Hobsbawm und das Drei-Stufen-Modell nach Hroch
3. Historischer Rahmen und die Annäherung an europäische Errungenschaften
4. Die Wiederentdeckung des ‚Türken‘
4.1 Die europäischen Orientalisten
4.2 Die Jungosmanen
4.3 Die Russlandtürken
5. Die Entstehung des türkischen Nationalismus
5.1 Ismail Gaspirali
5.2 Yusuf Akҫuraoǧlu und seine Schrift ‚Üҫ tarz-i Siyaset`
5.3 Die Jungtürken, ihr Zentralkomitee und die nationale Agitation
5.4 Türkische Zeitschriften und Vereine in der jungtürkischen Periode
5.4.1 Die Organe: Türk Derneǧi (Türkischer Verein), Türk Yurdu (Türkenheimat), Genҫ Kalemler (Junge Stifte), Islam Mecmuasi (Islamsiche Zeitschrift) und Türk Ocaǧi (Türkenherd)
5.5 Ziya Gökalp
5.6 Türkischer Natioanlismus im Ersten Weltkrieg
5.7 Vom dynastischen Reich zur Republik
6. Die positiv konnotierte nationale Identität
6.1 Der Islam als oppositionell souveräne Potenz zur Republik
7. Die Schaffung einer neuen-nationalen-Identität
7.1 Reformen und Verwestlichung
7.2 Die Türkifizierung Anatoliens und die Bestimmung des nationalistischen Diskurses
8. Die Begriffe Diskurs und Doktrin nach Foucault und ihre Transparenz hinsichtlich dieser Arbeit
9. Analytische Untersuchung der Auswirkungen des nationalistischen Diskurses auf die türkische Gesellschaft
9.1 Wie sollte mit dem Islam umgegangen werden?
9.2 Die Diskriminierung der Kurden
9.3 Die Diskriminierung der nichtmuslimischen Minderheiten
9.4 Türkischer Nationalismus in der gegenwärtigen Türkei
10. Resümee
Die Arbeit untersucht den türkischen Nationalismus und dessen Einfluss auf die nationale Identität in der Türkei, wobei sie aufzeigt, dass Staatsbürger einem nationalistisch geprägten Diskurs ausgesetzt sind, der staatlich durchgesetzt wird. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie dieser Diskurs entstand, welche Rollen der Islam und die kemalistische Staatsdoktrin dabei einnahmen und welche Konsequenzen dies für die gesellschaftliche Identitätsbildung und den Umgang mit Minderheiten hat.
4.2 Die Jungtürken, ihr Zentralkomitee und die Verwirklichung der Phase B im Sinne Hrochs
Mit Zentralkomitee ist die Ittihad ve Terakki Cemiyeti (ITC) (Komitee für Einheit und Fortschritt) gemeint. Welche Faktoren waren während der letzten Jahre des osmanischen Reichs dafür verantwortlich, dass der türkische Nationalismus die vorherrschende Ideologie unter den Machthabern wurde? Um diese Frage zu beantworten, ist es aufschlussreich, einen Blick auf jene Bewegung zu werfen, die während der letzten Jahre des Osmanischen Reiches die politischen Zügel inne hatte; die Jungtürken.
Entstanden ist die jungtürkische Bewegung aus der Gruppe der Jungosmanen, die ganz im Sinne der Französischen Revolution, Gewaltenteilung, Trennung von Religion und Staat sowie das Prinzip der Volkssouveränität forderten. Die jungtürkische Periode wird vor allem von zwei Strömungen geprägt, zum einen vom Osmanismus und zum anderen vom Tükismus bzw. türkischen Nationalismus. Nach Hanioǧlu hatten diese beiden Strömungen spätestens nach den „Balkan-Kriegen“ keine festen Grenzen mehr, sondern griffen ineinander, sodass sie auch als „neue Interpretation des Osmanismus“ verstanden werden können. Jedoch spricht Hanioǧlu den ethnischen Türken eine „zentrifugale Rolle“ zu. Die Vereinigung bestand in ihren Ursprüngen aus Mitgliedern verschiedener ethnischer Gruppen des Osmanischen Reichs, wie z.B. Albanern, Armeniern, Tscherkessen, Kurden etc. und setzte sich in ihrer gesellschaftlichen Schichtung aus Beamten, Lehrern, Freiberuflern, Armeeangehörigen, Offizieren und Offiziersschülern zusammen.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, den Einfluss des nationalistisch-türkischen Diskurses auf die Gesellschaft sowie dessen Ursprünge zu untersuchen.
2. Die Begriffe Nationalismus und Nation nach Anderson, Hobsbawm und das Drei-Stufen-Modell nach Hroch: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament für die Analyse durch die Heranziehung zentraler politikwissenschaftlicher Referenzwerke.
3. Historischer Rahmen und die Annäherung an europäische Errungenschaften: Es wird die Verwaltung des Osmanischen Reiches als Vielvölkerstaat und der Druck durch europäische Modernisierungsprozesse im 19. Jahrhundert skizziert.
4. Die Wiederentdeckung des ‚Türken‘: Das Kapitel beleuchtet, wie europäische Orientalisten und jungosmanische Denker begannen, den Begriff ‚Türke‘ neu zu definieren und aufzuwerten.
5. Die Entstehung des türkischen Nationalismus: Hier wird der Aufstieg des türkischen Nationalismus durch intellektuelle Vordenker und politische Gruppierungen analysiert.
6. Die positiv konnotierte nationale Identität: Dieses Kapitel behandelt die sozialpsychologischen Prozesse der Identitätsbildung und die Suche nach einem kollektiven ‚Wir-Gefühl‘.
7. Die Schaffung einer neuen-nationalen-Identität: Fokus auf die kemalistischen Reformen und die Bestrebungen zur radikalen Verwestlichung und Türkisierung der Gesellschaft.
8. Die Begriffe Diskurs und Doktrin nach Foucault und ihre Transparenz hinsichtlich dieser Arbeit: Eine theoretische Vertiefung zur Analyse von Machtstrukturen in Diskursen nach Foucault.
9. Analytische Untersuchung der Auswirkungen des nationalistischen Diskurses auf die türkische Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die konkreten Folgen des Nationalismus für Minderheiten und die aktuelle politische Polarisierung.
10. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die Rolle der EU-Integration für die politische Zukunft der Türkei.
Türkischer Nationalismus, Osmanisches Reich, Identitätsbildung, Kemalismus, Minderheiten, Kurden, Religion, Säkularisierung, Ideologie, Diskursanalyse, Michel Foucault, Modernisierung, türkische Republik, politische Polarisierung, Staatsdoktrin.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Entstehung und den Auswirkungen des türkischen Nationalismus auf die Gesellschaft, von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Die zentralen Themen sind die Konstruktion nationaler Identität, der Übergang vom Osmanischen Reich zur Republik, die Rolle des Islams sowie die Diskriminierung ethnischer und religiöser Minderheiten.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein nationalistisch-türkisch bestimmter Diskurs staatlich etabliert wurde, um eine homogene Identität zu erzwingen, und welche politischen Konsequenzen sich daraus für die heutige Türkei ergeben.
Die Arbeit nutzt einen diskursanalytischen Ansatz, primär basierend auf Michel Foucault, sowie historische und politikwissenschaftliche Analysen zur Nationsbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die historische Genese des Nationalismus, die kemalistische Identitätspolitik sowie die spezifische Analyse der Auswirkungen auf Kurden und nichtmuslimische Minderheiten.
Wichtige Begriffe sind Türkischer Nationalismus, Kemalismus, Osmanismus, Minderheitenpolitik, Diskurs nach Foucault und Identitätskonstruktion.
Sie werden als Impulsgeber identifiziert, da sie durch ihre Modernisierungserfahrungen und ihr publizistisches Wirken den Weg von einer bloßen kulturellen Identität hin zu einer aktiven politischen Nationalbewegung ebneten.
Gökalp wird als zentraler Ideologe dargestellt, der wissenschaftliche Theorien wie die Durkheims auf das Türkentum übertrug und maßgeblich daran beteiligt war, den Nationalismus in den Dienst der Staatsdoktrin zu stellen.
Der Autor sieht in einem transparenten EU-Beitrittsprozess die Chance, den autoritären Nationalstaat zu überwinden und eine freiheitlich-demokratische Grundordnung von unten zu etablieren.
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