Lizentiatsarbeit, 2010
87 Seiten, Note: 1 (CH: 6)
1. Einleitung
2. Theorie
2.1. Definition von Fairness
2.2. Fairness als Geschützter Wert
2.3. Emotionale Reaktionen auf die Verletzung von Geschützten Werten
2.4. Das Konzept des Primings
2.5. Das ökonomische Verhaltensmodell (Homo Oeconomicus)
2.6. Die Spieltheorie und das Ultimatum-Spiel
2.6.1. Gründe für die Ablehnung von Angeboten
2.7. Soziale Distanz
3. Integration der theoretischen Aspekte
4. Hypothesen
4.1. Reaktionen im Ultimatum-Spiel
4.2. Soziale Distanz
5. Methoden
5.1. Design
5.2. Coverstory
5.3. TeilnehmerInnen
5.4. Vorgehen
5.5. Ablauf der Onlineuntersuchung
5.6. Ablauf des Laborexperiments
6. Resultate
6.1. Verteilung des Geschützten Wertes
6.2. Deskriptive Statistik
6.2.1. Angebote
6.2.2. Soziale Distanz
6.3. Hypothesentestung
6.3.1. Angebote
6.3.1.1. Manipulationscheck
6.3.1.2. Verfahren
6.3.1.3. Lineare Regression
6.3.1.4. ANOVA mit Messwiederholung
6.3.2. Soziale Distanz
6.3.2.1. Reliabilitätsanalyse der Sozialen Distanz – Skala
6.3.2.2. Verfahren
6.3.2.3. ANOVA mit Messwiederholung
7. Diskussion
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Ausprägungen des "Geschützten Wertes" Fairness in Verbindung mit einer Emotionsinduktion (Wut) das Entscheidungsverhalten im Ultimatum-Spiel sowie die soziale Akzeptanz von Verhandlungspartnern beeinflussen.
2.2. Fairness als Geschützter Wert
In der sozialpsychologischen Forschung wird Fairness auch als sogenannter Geschützter Wert thematisiert. Mit dem Konzept der Geschützten Werte (engl. protected values, sacred values) werden Werte bezeichnet, die explizit oder implizit als absolut oder unantastbar angesehen werden und deshalb nicht verhandelbar sind (Tanner, 2009). Geschützte Werte existieren in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens und sind über Personen hinweg unterschiedlich verteilt. Häufig betreffen Geschützte Werte interpersonelle Beziehungen wie Menschenrechte, Ehrlichkeit, Treue oder eben Fairness. Geschützte Werte können aber auch Themen wie Tierhaltung, Umweltschutz oder Organhandel tangieren.
Situationen, die den Austausch eines Geschützten Wertes gegen einen anderen, nicht Geschützten Wert betreffen, werden in der Literatur auch als Taboo Trade-Offs bezeichnet (Tetlock et al., 2000). Solche Austauschbeziehungen sind deswegen tabu, weil Geschützte Werte für viele Menschen nicht substituierbar sind und deshalb „gar nicht oder nur eingeschränkt offen für den Austausch gegen andere Werte (insbesondere gegen Geld)“ (Tanner, 2009, S. 6) sind. Lehnt eine Person das Antasten eines Wertes grundsätzlich ab, verfügt diese Person über einen Geschützten Wert bei diesem Thema. Menschen unterscheiden sich jedoch in Hinblick auf die Ausprägung von Geschützten Werten. So gibt es durchaus Menschen, die bestimmte Werte zwar als wichtig, in bestimmten Situationen und unter Berücksichtigung anderer Interessen jedoch als verhandelbar betrachten. Zur klaren sprachlichen Abgrenzung dieser beiden Personengruppen wird im folgenden von Personen mit einem hohen Geschützten Wert und von Personen mit einem tiefen Geschützten Wert in einem bestimmten Bereich gesprochen.
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Fairness im Alltag sowie in der aktuellen Forschung und begründet die Relevanz der Untersuchung mittels des Konzepts der "Geschützten Werte" und des emotionalen Settings.
2. Theorie: Dieses Kapitel definiert Fairness aus verschiedenen Perspektiven, erläutert das Konzept der Geschützten Werte, die Rolle von Emotionen, das Priming-Konzept sowie die ökonomischen Grundlagen des Ultimatum-Spiels und der sozialen Distanz.
3. Integration der theoretischen Aspekte: Hier werden die theoretischen Ansätze zusammengeführt, um die Basis für die in der Arbeit untersuchten Fragestellungen und die resultierenden Hypothesen zu bilden.
4. Hypothesen: Dieses Kapitel listet die spezifischen Annahmen auf, die bezüglich der Reaktionen im Ultimatum-Spiel und der sozialen Distanz bei unterschiedlichen Ausprägungen des Geschützten Wertes Fairness aufgestellt wurden.
5. Methoden: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Coverstory, die Zusammensetzung der Stichprobe, den Ablauf des Online-Fragebogens sowie das experimentelle Vorgehen im Labor.
6. Resultate: Hier werden die Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der Hypothesentestung präsentiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss des Geschützten Wertes Fairness und des Geschlechts auf das Entscheidungsverhalten liegt.
7. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse, diskutiert die fehlende Bestätigung einiger Hypothesen – insbesondere bezüglich der Emotionsinduktion – und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Fairness, Geschützte Werte, Ultimatum-Spiel, Soziale Distanz, Emotionen, Wut, Priming, Verteilungsgerechtigkeit, Entscheidungsverhalten, Moralische Emotionen, Verhandlungssituationen, Taboo Trade-Offs, Homo Oeconomicus, Experimentelle Sozialpsychologie, Akzeptanz
Die Arbeit erforscht, ob und wie die individuelle Einstellung zum Wert "Fairness" – eingeteilt in hohe vs. tiefe "Geschützte Werte" – Reaktionen in Verhandlungssituationen beeinflusst, wobei zusätzlich untersucht wird, ob Emotionen wie Wut dieses Verhalten modifizieren.
Die zentralen Themen sind Fairness als absolut oder variabel betrachteter Wert, die Auswirkungen von Verhandlungsangeboten auf die soziale Distanz (Akzeptanz in verschiedenen Kontexten) und die Wirksamkeit von Emotionsinduktionen mittels Priming.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, warum Menschen in Verhandlungen unfaire Angebote ablehnen, selbst wenn dies einen finanziellen Verlust bedeutet, und ob die moralische Bewertung von Fairness dabei eine steuernde Rolle spielt.
Die Verfasserinnen nutzen ein zweistufiges experimentelles Design: eine Online-Erhebung zur Messung der Ausprägung des Geschützten Wertes in Fairness, gefolgt von einem Laborexperiment, in dem Probanden als Empfänger im Ultimatum-Spiel fungieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung (Definition von Fairness, Spieltheorie, soziale Distanz), die Ableitung der Hypothesen, die detaillierte Beschreibung der experimentellen Methoden sowie die Auswertung und Darstellung der empirischen Resultate.
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Fairness, Geschützte Werte, Ultimatum-Spiel, soziale Distanz und Emotionen (Wut) charakterisieren.
Die Autoren vermuten, dass die verwendete Priming-Methode für die Induktion der spezifischen Emotion Wut nicht erfolgreich war, was durch die Daten des Manipulationschecks im Fragebogen gestützt wird.
Die soziale Distanz erweist sich als aussagekräftiger Indikator: Personen mit einem hohen Geschützten Wert in Fairness zeigen eine signifikant geringere soziale Akzeptanz gegenüber Personen, die ihnen unfaire Angebote machen, besonders in intimen sozialen Kontexten wie dem Freundeskreis.
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