Bachelorarbeit, 2007
83 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Kunst- und sozialgeschichtlicher Abriss der Geschichte weiblicher Künstlerinnen in der Malerei und Musik
Künstlerinnen im Bereich der bildenden Kunst
Musikerinnen
3. Exemplarische Frauenbiographien
Artemisia Gentileschi
Valie Export
Exkurs: Mäzeninnen, Musen, cultural workers
4. Die aktuelle Situation weiblicher Künstlerinnen
Ausbildungsssituation und wissenschaftliches Personal
Arbeitssituation heute
Fördersituation des Landes Steiermark im Zeitablauf
Selbstwert und Selbstvermarktung im Wandel
5. Förderungsinitiativen
Private und öffentliche Förderinstitutionen
Fördermöglichkeiten an der Schnittstelle Wirtschaft und Kunst
Künstlerinnen in Unternehmen
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die historische und aktuelle ökonomische sowie soziale Situation von kunstproduzierenden Frauen. Dabei wird erforscht, wie sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf die Stellung von Künstlerinnen ausgewirkt haben und durch welche Maßnahmen Wirtschaft und Kunst gegenseitig voneinander profitieren können.
Artemisia Gentileschi
Artemisia Gentileschi wurde 1593 in Rom als ältestes der fünf Kindern von Prudentia Montone (die bereits 1605 verstarb) und Orazio Gentileschi geboren. Das Rom dieser Zeit war ein Schmelztiegel der Kulturen und bevölkert mit einer Vielzahl an einheimischen und zugereisten Künstlern. Ihr Vater war zu dieser Zeit bereits ein angesehener Auftragsmaler seiner Zeit im Stile der Caravaggesi mit ihrem intensiven Gebrauch und Kontrast von Licht und Dunkel. Orazio erteilte zwei von seinen Söhnen und seiner Tochter Malunterricht, den Beruf des Malers sollte letzendlich aber nur Artemisia ergreifen.
Zu dieser Zeit waren die unterschiedlichen Berufe nach Ständen organisiert, die Kunst des Vaters ging sukzessive an den Sohn über, der seine Lehrjahre meist als Geselle des Vaters verbrachte. Rom dieser Zeit ist eine Stadt des Umbruchs- eine Zeit des Wandels, der Großaufträge in Architektur und Kunst im zuge der Gegenreformation, aber auch des brutalen Konkurrenzkampfes, der Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Die Männerwelt der Zeit war geprägt von Machismen, Saufgelagen, revolutionären Künstlergestalten wie Caravaggio, der Bettler und Prostituierte als Modell nimmt- die Welt der Frauen ist restriktiv und geprägt von strengen Normen und Regeln. Es war äusserst unüblich, als Frau zu malen und in die Fußstapfen des Vaters zu treten, jedoch hatte der Humanismus das jahrhundertealte Bild von der Inferiorität der Frau etwas verbessert (auf rein intellektuell-fortschrittlicher, jedoch nicht auf reformatorischer Ebene).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das soziale Stigma von Kunstschaffenden und ordnet die historische Benachteiligung sowie den Aufschwung weiblicher Kunstproduktion ein.
2. Kunst- und sozialgeschichtlicher Abriss der Geschichte weiblicher Künstlerinnen in der Malerei und Musik: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von der Antike bis zur Moderne nach und verdeutlicht die unterschiedlichen Hürden, die Frauen in verschiedenen Kunstepochen erfahren haben.
3. Exemplarische Frauenbiographien: Anhand von Artemisia Gentileschi und Valie Export werden exemplarische Lebenswege und deren Relevanz für die künstlerische Selbstbehauptung aufgezeigt.
4. Die aktuelle Situation weiblicher Künstlerinnen: Das Kapitel analysiert aktuelle Daten zu Ausbildung, Einkommen und Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen in Österreich.
5. Förderungsinitiativen: Hier werden bestehende Institutionen und Netzwerke untersucht, die gezielt Frauen in der Kunst fördern oder als Schnittstelle zur Wirtschaft fungieren.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Diskriminierungsmechanismen zusammen und plädiert für eine stärkere Integration von Kunst in wirtschaftliche Strukturen als Lösungsansatz.
Frauen in der Kunst, Künstlerinnen, Kunstgeschichte, Musikgeschichte, Genderforschung, Fördermöglichkeiten, Kreativwirtschaft, Kunstmarkt, Gender, Emanzipation, Artemisia Gentileschi, Valie Export, Selbstvermarktung, Sozialgeschichte, Bildende Kunst
Die Arbeit analysiert die sozioökonomische Situation von Frauen in der Kunstwelt, von historischen Vorbildern bis zu zeitgenössischen Bedingungen.
Die Hauptfelder sind die Kunstgeschichte weiblicher Künstlerinnen, aktuelle Arbeitsmarktstatistiken, Förderstrukturen und die Kooperation zwischen Wirtschaft und Kunst.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die gesellschaftliche Stellung und materielle Lage kunstschaffender Frauen gewandelt hat und welche Wege zur Verbesserung existieren.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, vorhandene statistische Quellen, qualitative Studien zu Lebenssituationen und Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung, exemplarische Biographien und eine datengestützte Analyse der aktuellen Situation weiblicher Künstlerinnen.
Künstlerinnen, Kunstförderung, Kreativwirtschaft, Gender, soziale Absicherung und künstlerische Selbstvermarktung.
Sie dient als historisches Beispiel einer „starken“ Frau, die trotz restriktiver gesellschaftlicher Normen ein eigenständiges künstlerisches Werk schuf.
Die Kreativwirtschaft bietet neue Schnittstellen und potenzielle Synergien, um künstlerisches Potenzial in marktrelevante Wertschöpfung zu überführen.
Es wird eine geschlechtergerechte Vergabe von Fördergeldern und die stärkere Einbeziehung von Genderkriterien bei der institutionellen Kunstförderung gefordert.
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