Examensarbeit, 2008
89 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundlagen der Aggressionsforschung
2.1 Definition Aggression
2.2 Aggression und Gewalt
2.3 Theorien der Aggressionsforschung
2.3.1 Trieb- bzw. Instinkttheorien
2.3.2 Frustrations-Aggressions-Theorie
2.3.3 Lerntheorien
2.3.3.1 Klassische Konditionierung
2.3.3.2 Operante Konditionierung
2.3.3.3 Modellernen
3 Erscheinungsformen und Ausmaß der Aggression
3.1 Ausdruckformen und Bedingungen aggressiven Verhaltens
3.2 Arten von Aggressionen
3.3 Auftreten von aggressiven Handlungen
3.3.1 Aggressionen in der Gesellschaft
3.3.2 Aggressionen in der Schule
3.3.3 Aggressionen im (Schul-)Sport
4 Bedeutung des (Schul-)Sports bei aggressiven Kindern und Jugendlichen
4.1 Gesellschaftliche Ansprüche vs. sportpädagogische Position
4.1.1 Überblick über gesellschaftliche Meinungen
4.1.2 Darstellung der sportpädagogischen Position
4.2 Abreagieren bzw. Abbau von Aggressionen – geht das?
4.3 Auswirkungen des (Schul-)Sports
4.3.1 Psychosoziale Wirkungen des (Schul-)Sports
4.3.2 Aspekte des Kampfsports
4.3.3 Jugendliches Engagement in Sportvereinen
4.4 Zusammenhang von Sport, Wohlbefinden und Gewalt
5 Möglichkeiten der Prävention und Intervention von Aggression durch den (Schul-) Sport
5.1 Korrektive und präventive Maßnahmen durch den Schulsport
5.1.1 Pädagogische Konsequenzen der klassischen Aggressionstheorien für den Sportunterricht
5.1.2 Zum Umgang mit aggressivem Verhalten im Sportunterricht
5.1.2.1 Korrektive Intervention
5.1.2.2 Präventive Intervention
5.1.3 „Aggression kultivieren“
5.2 Projekte und Maßnahmen des außerschulischen Sports
5.2.1 Offene Angebote
5.2.2 Geschlossene Angebote
5.2.3 Möglichkeiten und Perspektiven der Trainer und Betreuer
5.3 Präventionsprojekte
5.3.1 „KICK – Sport gegen Jugenddelinquenz“
5.3.2 „Durchboxen im Leben“
5.3.3 „Wir im Verein mit Dir“
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht, ob Sport im Schul- und Vereinskontext einen effektiven Beitrag zur Konfliktlösung und Aggressionsminderung bei Kindern und Jugendlichen leisten kann, wobei theoretische Grundlagen mit praktischen Interventionsmöglichkeiten verknüpft werden.
3.1 Ausdruckformen und Bedingungen aggressiven Verhaltens
Aggressives Verhalten kann sehr unterschiedliche Ausdrucksformen annehmen. Das Spektrum reicht vom „leichten wütend werden“ bis hin zur Delinquenz. Es lassen sich eine Vielzahl von Merkmalen und Formen der einzelnen Verhaltensweisen darstellen, welches auch noch einmal verdeutlicht, warum die Definition des Begriffes Aggression so problematisch ist. Petermann u. a. liefern einen Überblick über die aufgeführten Unterscheidungsmerkmale und Ausdrucksformen aggressiven Verhaltens.
Die Tabelle zeigt einen Überblick über die verschiedenen Formen und Unterscheidungsmerkmale aggressiven Verhaltens. Diese Einteilung ist aber nur ein kleiner Aspekt eines großen Spektrums und mit Sicherheit nicht die einzige Möglichkeit der Aufteilung der Ausdrucksformen.
Es lassen sich nicht nur Ausdrucksformen aggressiven Verhaltens differenzieren, sondern mit zu berücksichtigen sind die Bedingungen, unter denen aggressives Verhalten entsteht und aufrecht gehalten wird.
Eine wesentliche Rolle spielen dabei die personalen Bedingungen. „Für jedes Handeln ist das Zusammenspiel von Situationsauffassung, Bewältigungsrepertoire und die Bereitschaft einer Person bedeutsam, entsprechende Handlungsweisen zu verwirklichen.“ (Miethling 2002, 6). Die personalen Bedingungen müssen immer in dem Kontext, in welchem eine Person reagiert, betrachtet werden, da eine „einäugige“ Betrachtungsweise keine Auskunft über die Entstehungsbedingungen geben kann.
1 Einleitung: Beleuchtung der medialen Wahrnehmung zunehmender Jugendgewalt und Formulierung der Forschungsfrage nach der konfliktlösenden Rolle des Sports.
2 Grundlagen der Aggressionsforschung: Kritische Aufarbeitung klassischer psychologischer Aggressionstheorien wie Trieb-, Frustrations- und Lerntheorien.
3 Erscheinungsformen und Ausmaß der Aggression: Differenzierung von Aggressionsformen und Analyse von Statistiken zur Gewalt in Gesellschaft, Schule und Sport.
4 Bedeutung des (Schul-)Sports bei aggressiven Kindern und Jugendlichen: Untersuchung der Erwartungen an den Sport und kritische Prüfung der Hypothesen zum Aggressionsabbau.
5 Möglichkeiten der Prävention und Intervention von Aggression durch den (Schul-) Sport: Vorstellung pädagogischer Konsequenzen und konkreter Präventionsprojekte im schulischen und außerschulischen Bereich.
6 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Einordnung des Sports als komplexes pädagogisches Handlungsfeld ohne Allheilmittel-Charakter.
Aggressionsforschung, Jugendgewalt, Schulsport, Gewaltprävention, Sozialisation, Konfliktlösung, Sportverein, Kampfsport, Modelllernen, Pädagogik, Aggressionsabbau, psychosoziale Gesundheit, Interventionsmaßnahmen, Jugenddelinquenz, Sportpädagogik
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Aggression bei Kindern und Jugendlichen und dem Potenzial des (Schul-)Sports, hierbei als konfliktlösendes oder präventives Medium zu fungieren.
Die Arbeit umfasst theoretische Modelle der Aggressionspsychologie, statistische Analysen der Gewaltentwicklung, pädagogische Konzepte für den Sportunterricht und die kritische Würdigung bestehender Präventionsprojekte.
Das Ziel ist zu klären, ob und unter welchen Bedingungen sportliche Betätigung aggressive Verhaltensweisen reduzieren kann und welche Rolle Lehrkräfte und Trainer dabei spielen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende Literatur, Studien (z. B. Brettschneider) und pädagogische Curricula systematisch vergleicht und kritisch hinterfragt.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Aggression, stellt die Bedeutung des Sports aus gesellschaftlicher und pädagogischer Sicht gegenüber und untersucht spezifisch den Umgang mit Aggression im (Schul-)Sport sowie Möglichkeiten der Intervention.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Aggressionsprävention, Schulsport, Sozialisation, Konfliktlösung und Gewaltverständnis definieren.
Die Autorin stuft die Katharsis-Hypothese – also die Vorstellung, dass Sport wie ein Ventil Aggressionen abbaut – als wissenschaftlich umstritten und weitgehend überholt ein.
Der Doppelauftrag beschreibt die Erziehung ZUM Sport (Lebensprinzip Bewegung) und die Erziehung DURCH Sport (Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen).
Kampfsport wird als ein ambivalentes Medium betrachtet: Während Kritiker eine Aggressionssteigerung befürchten, betonen Befürworter das Potenzial für Disziplin, Respekt und die Kanalisierung von Spannungen unter professioneller Anleitung.
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