Diplomarbeit, 2010
95 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Grundlagen und Publizitätspflichten von Finanzinstrumenten nach IFRS 7
2.1 Definition Finanzinstrumente
2.2 Entstehung und Zielsetzung des IFRS 7
2.3 Anwendungsbereich und Rahmenbedingungen des IFRS 7
2.3.1 Aufbau und generelle Angabepflichten
2.3.2 Bilanzielle Angaben
2.3.3 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
2.3.4 Sonstige Angabepflichten
2.4 Risikoterminologie
3 Risikoberichterstattung von Finanzinstrumenten nach IFRS 7.31-42
3.1 Angaben und Prüfungspflicht
3.2 Reportingansätze
3.3 Qualitative Angaben und deren Anforderungen
3.4 Quantitative Angaben und deren Anforderungen
3.4.1 Übergreifende quantitative Angaben
3.4.2 Kreditrisiken
3.4.2.1 Generelle Angabepflichten
3.4.2.2 Offenlegung überfälliger oder wertgeminderter finanziellen Vermögenswerten
3.4.2.3 Angaben zu Sicherheiten und risikomindernden Vereinbarungen
3.4.3 Liquiditätsrisiken
3.4.4 Marktrisiken
3.4.4.1 Sensitivitätsanalyse
3.4.4.2 Währungsrisiko
3.4.4.3 Zinsrisiko
3.4.4.4 Preisrisiken
3.4.4.5 Value-at-Risk-Analyse
4 Analyse der Umsetzung der Risikoberichterstattung ausgewählter deutscher Banken
4.1 Gegenstand und Inhalt der Untersuchung
4.2 Bestimmung der analyserelevanten Kriterien
4.3 Exemplarische Darstellung des Bewertungsprozesses
4.4 Zusammenfassung und Auswertung der Analyseergebnisse
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Anforderungen an die Risikoberichterstattung für Finanzinstrumente gemäß IFRS 7 und analysiert deren praktische Umsetzung bei den zehn größten deutschen Banken im Zeitraum 2007-2009. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit die Banken die normenkonformen Offenlegungspflichten erfüllen und wie sich die Qualität der Berichterstattung in diesem Zeitraum entwickelt hat.
2.1 Definition Finanzinstrumente
Finanzinstrumente gliedern sich in finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eigenkapitalinstrumente (vgl. Abbildung 1).
Sie sind gem. IAS 32.11 Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und zeitgleich bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verpflichtung oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzinstrumente sind vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen, denen mittelbar oder unmittelbar, finanzielle Sachverhalte zugrunde liegen und diese auf den Austausch von Zahlungsmitteln gerichtet sind. Körperliche, geleaste und immaterielle Vermögenswerte sind aufgrund Ihrer Eigenschaften daher keine Finanzinstrumente, auch wenn diese mit der Option verbunden sind, Finanzmittelzuflüsse zu generieren.
Passivische Abgrenzungen sind ebenfalls nicht als Finanzinstrumente zu behandeln, da aus ihnen Nutzenabflüsse durch Güter und Dienstleistungen resultieren und keine Verpflichtung zur Abgabe von liquiden Mitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten bestehenden. Auch Anzahlungen, die auf den Austausch von Waren und Dienstleistungen gerichtet sind, werden nicht als Finanzinstrumente behandelt. Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht einer vertraglichen Vereinbarung zugrunde liegen, wie bspw. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Steuern, sind keine Finanzinstrumente, da sie auf einem hoheitlichen Akt beruhen und in IAS 12 (Ertragssteuern) behandelt werden. Dies gilt gleichermaßen für faktische Verpflichtungen laut Definition in IAS 37 (Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen), welche nicht durch Verträge begründet werden und keine finanziellen Verbindlichkeiten darstellen. Bürgschaften dagegen sind als Finanzinstrumente i.S.v. IAS 32 zu behandeln, auch wenn diese nicht immer bilanziert werden. Dabei ist es grundsätzlich für Finanzinstrumente unerheblich, dass die Ausübung eines Rechts vom Eintreten zukünftiger Ereignisse abhängig ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des IFRS 7 ein, erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Risikoberichterstattung.
2 Grundlagen und Publizitätspflichten von Finanzinstrumenten nach IFRS 7: Dieses Kapitel definiert Finanzinstrumente, erläutert die Entstehung und Zielsetzung des IFRS 7 und legt die Rahmenbedingungen sowie Publizitätspflichten fest.
3 Risikoberichterstattung von Finanzinstrumenten nach IFRS 7.31-42: In diesem Kapitel erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den qualitativen und quantitativen Angabepflichten zu Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken.
4 Analyse der Umsetzung der Risikoberichterstattung ausgewählter deutscher Banken: Dieses Kapitel prüft anhand eines Kriterienrasters, wie normenkonform die ausgewählten Banken ihre Risikoberichte erstellt haben und bewertet die qualitative Entwicklung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Qualität der Risikoberichterstattung der untersuchten Banken kritisch vor dem Hintergrund bestehender Defizite.
IFRS 7, Risikoberichterstattung, Finanzinstrumente, Banken, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Disclosure, Offenlegung, Bilanzierung, Management Approach, Sensitivitätsanalyse, Wertberichtigung, Risikomanagement, Publizitätsqualität
Die Diplomarbeit befasst sich mit den Anforderungen an die Risikoberichterstattung von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 und deren praktischer Anwendung in deutschen Banken.
Zentrale Themen sind die Definition von Finanzinstrumenten, die detaillierten Offenlegungspflichten für verschiedene Risikoarten (Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken) sowie die Evaluation der tatsächlichen Umsetzung dieser Regeln.
Ziel ist es, die Qualität der Risikoberichterstattung bei den zehn größten deutschen Banken über den Zeitraum 2007-2009 zu analysieren, Umsetzungsdefizite aufzudecken und die Publizitätsqualität zu bewerten.
Es wird eine Praxisanalyse durchgeführt, bei der ein Kriterienraster entwickelt wurde, um die Geschäftsberichte zehn ausgewählter Banken anhand definierter Analysekriterien quantitativ und qualitativ zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der IFRS-Vorgaben für Risikoberichte und eine darauffolgende empirische Umsetzungsanalyse der Praxis bei den betrachteten Banken.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie IFRS 7, Risikoberichterstattung, Finanzinstrumente, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko und Publizitätsqualität.
Der Management Approach fordert die Offenlegung von internen, entscheidungsrelevanten Informationen, was bei Banken oft im Konflikt mit einer rein aufsichtsrechtlichen (Regulatory Approach) Berichterstattung stehen kann.
Während die Sensitivitätsanalyse Auswirkungen spezifischer Risikovariablen betrachtet, erlaubt die VaR-Analyse als weiterführendes Verfahren die Einbeziehung von Korrelationseffekten und wechselseitigen Abhängigkeiten einzelner Risikoparameter.
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