Diplomarbeit, 2009
79 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND MOTIVATION
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 VORGEHENSWEISE UND AUFBAU DER ARBEIT
2 DER MARKT FÜR NPLS UND DDS ENTSTEHUNG UND TENDENZEN
2.1 BEGRIFFLICHE DEFINITIONEN
2.1.1 Loan
2.1.2 Non-Performing Loans (NPL) - Notleidende Kredite
2.1.3 Distressed Debt / Sub-Performing Loans - Leistungsgestörte Kredite
2.2 DIE MARKTENTWICKLUNG IN DEN USA, ASIEN UND EUROPA
2.3 EINE AKTUELLE ÜBERSICHT DER NPL-VOLUMINA IM LÄNDERVERGLEICH
2.4 DER NPL UND DISTRESSED DEBT-MARKT IN DEUTSCHLAND
2.4.1 Überblick - Der Beginn des deutschen NPL-Marktes
2.4.2 Marktteilnehmer
3 STRATEGIEN UND HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER BANKEN
3.1 DAS INTERNE WORKOUT
3.1.1 Vorteile des internen Workouts
3.1.2 Nachteile des internen Workouts
3.2 KREDITVERKAUF
3.2.1 Singlename-Transaktion
3.2.2 Portfolio Sale
3.2.3 Portfolio Joint Venture (JV)
3.2.4 Debt-Equity Swap (DES) - Die Bank als Intermediär
3.3 RISIKOTRANSFER / VERBRIEFUNG
3.3.1 True Sale
3.3.2 Credit Default Swap (CDS) – Risikounterbeteiligung
3.4 KREDITWÜRDIGKEITSPRÜFUNG - RATING UND SCORING
3.4.1 Definition des Ratingbegriffs und dessen Umfang
3.4.2 Ratingklassifizierung
3.4.3 Aktuelle Ratingproblematik
3.4.4 Die drei Bewertungsprozesse
4 VERKAUF EINES NPL-PORTFOLIOS
4.1 DER NPL-TRANSAKTIONSPROZESS UND DESSEN AKTEURE
4.2 MOTIVATIONEN UND TREIBER
4.2.1 Motivationen der Verkäufer
4.2.2 Motivationen der Käufer
4.2.3 Treiberprozess durch den Markt
4.3 VORBEREITUNG DER TRANSAKTION
4.3.1 Indikation des Bieterverfahrens
4.3.2 Due Diligence in der Datenraumphase
4.3.3 Vertragsverhandlung und Closing
5 RECHTLICHE GRUNDLAGEN ZUM KREDIT- UND FORDERUNGSVERKAUF
5.1 ZULASSUNGEN UND LIZENZEN
5.1.1 Bankaufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen für Investoren
5.1.2 Gewährung von Gelddarlehen als erlaubnispflichtiges Bankgeschäft
5.2 PROZESS DER PORTFOLIOÜBERTRAGUNG
5.2.1 Vertragsübernahme
5.2.2 Sicherungsübereignung
5.2.3 Abtretung der Forderungsrechte
5.3 DIE BESONDERE STELLUNG DES BANKGEHEIMNISSES UND DATENSCHUTZES
5.3.1 Bankgeheimnis
5.3.2 Datenschutz
5.3.3 Arten der Zustimmungseinholung für die Datenweitergabe
5.4 RISIKOBEGRENZUNGSGESETZ UND KREDITNEHMERSCHUTZ
5.4.1 Kapitalmarktrechtliche Regeln für Beteiligungen an börsennotierten Firmen
5.4.2 Erhöhte Transparenz bezüglich Namensaktien
5.4.3 Unterrichtung der Mitarbeiter bei Übernahmen
5.4.4 Schutz der Kreditnehmer vor NPL/SPL/PL-Verkäufen
6 SUBPRIME-KRISE, KREDITKLEMME UND DEREN FOLGEN
6.1 KURZER ÜBERBLICK UND DEFINITION VOM SUBPRIME-SEKTOR
6.2 DIE URSACHE DER SUBPRIME-KRISE
6.3 DIE FOLGEN DER FINANZKRISE
Diese Arbeit untersucht die Handlungsoptionen von Banken beim Management notleidender Kredite (NPL) und leistungsgestörter Kredite (Distressed Debt). Das primäre Ziel ist es, die Effektivität und Risiken verschiedener Exit-Strategien zu vergleichen und die rechtlichen Rahmenbedingungen unter besonderer Berücksichtigung des Risikobegrenzungsgesetzes zu analysieren.
3.1 Das interne Workout
Das traditionelle und am häufigsten praktizierte Verfahren ist das interne Workout, also die eigene Abwicklung der Problemkredite bzw. die Sanierung eines Unternehmens. Überwiegend gründen die Banken für diese Art spezielle Abwicklungseinheiten in Form einer Bad Bank. Eine Good Bank überträgt alle nicht zum ihrem Kerngeschäft gehörenden NPLs und DDs auf die Bad Bank, die sich ausschließlich mit der Abwicklung dieser Forderungen beschäftigt. Hierbei verbleiben die Kredite in den eigenen Büchern. Nach den MaK des BaFin ist eine Workout-Abteilung in jedem Finanzinstitut organisatorisch vorzuhalten. Die rechtliche Grundlage für diese Exit-Strategie regelt § 25a, Abs. 2 KWG.
Falls eine Sanierung geplant ist, bedarf diese im Voraus einer Fähigkeits- und Würdigkeitsprüfung des Schuldners. Hierunter werden alle Maßnahmen verstanden, die bei einem in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen durchgeführt werden sollen. Im Vordergrund stehen dabei die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit, Rentabilität, Wettbewerbsfähigkeit und vor allem der Liquidität. Die Würdigkeit eines Sanierungsprojekts bezeichnet eine unter wirtschaftlichen Aspekten sinnvolle Sanierung, die schließlich einen, über dem Liquidationserlös durch Verwertung, zu erwartenden Ertrag hat. Die geplanten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, dass der Kreditnehmer kontinuierliche Einnahmen verzeichnet, die deutlich höher ausfallen, als die zur Sanierung gewährten Kredite.
Die Grundlage für die Würdigkeitsprüfung der Sanierung basiert auf sich deckenden Interessen der beteiligten Parteien. Die Bank, die Zulieferer, die Angestellten und die öffentliche Hand müssen unter der Abwägung von Chancen und Risiken davon überzeugt sein, dass der Sanierungsprozess sinnvoll ist und nach erfolgreichem Abschluss ihre Forderungen gedeckt werden. Optimal für alle Beteiligten wäre weiterhin eine erfolgreiche Fortführung der bisherigen Geschäftsbeziehung.
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung und Motivation der Arbeit sowie deren Zielsetzung im Bereich des Managements von notleidenden Krediten.
2 DER MARKT FÜR NPLS UND DDS ENTSTEHUNG UND TENDENZEN: Erläutert fachspezifische Begriffe und analysiert die Entwicklung des Marktes für notleidende Kredite weltweit sowie in Deutschland.
3 STRATEGIEN UND HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER BANKEN: Detaillierte Betrachtung verschiedener Exit-Optionen wie das interne Workout, den Kreditverkauf und Risikotransfers, inklusive einer Analyse der Ratingproblematik.
4 VERKAUF EINES NPL-PORTFOLIOS: Beleuchtet den operativen Transaktionsprozess beim Verkauf von NPL-Portfolios, von der Vorbereitung über das Bieterverfahren bis hin zur Due Diligence.
5 RECHTLICHE GRUNDLAGEN ZUM KREDIT- UND FORDERUNGSVERKAUF: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung des Bankgeheimnisses, des Datenschutzes und des Risikobegrenzungsgesetzes.
6 SUBPRIME-KRISE, KREDITKLEMME UND DEREN FOLGEN: Beschreibt Ursachen und Folgen der weltweiten Subprime-Krise und deren Auswirkungen auf den deutschen Kreditmarkt.
Non-Performing Loans, NPL, Distressed Debt, Risikobegrenzungsgesetz, Basel II, Kreditmanagement, Sanierung, Due Diligence, Kreditsicherung, Bankgeheimnis, Portfolioverkauf, Forderungsabtretung, Subprime-Krise, Rating, Eigenkapital.
Die Arbeit analysiert die Strategien von Banken im Umgang mit notleidenden (NPL) und leistungsgestörten Krediten (Distressed Debt) unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Die zentralen Themen sind interne Sanierungsprozesse, der Verkauf von Kreditportfolios, die Bedeutung von Ratings unter Basel II sowie die Auswirkungen des Risikobegrenzungsgesetzes auf den deutschen Finanzmarkt.
Das Ziel ist die Identifikation der tatsächlichen Handlungsoptionen für Banken beim Management notleidender Forderungen und der Vergleich dieser Optionen hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Auswertung aktueller Marktdaten, Gesetzesanalysen sowie die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen im Kontext von NPL-Transaktionen.
Im Hauptteil werden interne Workouts, Kreditverkaufsmodelle, Risikotransfermethoden (wie True Sale und CDS), Due-Diligence-Prozesse und die rechtlichen Aspekte von Forderungsübertragungen tiefgehend erläutert.
Wesentliche Begriffe sind NPL, Distressed Debt, Risikobegrenzungsgesetz, Basel II, Due Diligence, Workout-Management und Forderungsabtretung.
Das Gesetz wird als zentraler Treiber für mehr Transparenz und als Instrument zum Schutz von Kreditnehmern bei Forderungsverkäufen dargestellt, was neue Anforderungen an Finanzinstitute stellt.
Es besteht ein Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit der Datenübermittlung an Investoren im Rahmen einer Due Diligence und dem Schutz der vertraulichen Kundendaten gemäß dem Bankgeheimnis und Datenschutz.
Die Krise hat zu einem sprunghaften Anstieg notleidender Kredite geführt und zwingt Banken zu professionelleren und restriktiveren Kreditvergabepraktiken sowie zur Nutzung moderner Exit-Strategien.
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