Examensarbeit, 2010
86 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
A: Voraussetzungen
1. Die Literaturverfilmung in der Wissenschaft
1.1. „Literaturverfilmung“ versus „Adaption“ – eine Begriffsbestimmung
1.2. Zur Problematik der Literaturverfilmung
1.2.1. Historischer Abriss der Adaption
1.2.2. Forschungsstand
1.2.3. Film und Buch – ungleiche Partner
1.3. Typologien der Literaturverfilmung
1.4. Schriftliterarisches und filmisches Erzählen
1.4.1. Gemeinsamkeiten
1.4.2. Unterschiede/ filmische Darstellungsverfahren
2. Literaturverfilmungen im Deutschunterricht
2.1. Stellenwert von Filmen
2.1.1. - bei Jugendlichen
2.1.2. - im Deutschunterricht
2.1.3. - im Lehrplan
2.2. Didaktische Standpunkte zur Nutzung von filmischen Adaptionen
2.2.1. Begründung
2.2.2. Ziele eines medienintegrativen Literaturunterrichts
2.2.2.1. Kompetenzdiskussion – Medienkompetenz
2.2.2.2. (Spiel-)Filmkompetenz
2.2.3. Methoden
2.3. Eigenes didaktisches Konzept
2.3.1. Begründung
2.3.2. Zielsetzung
2.3.3. Methoden/Verfahren
B: Die Integration der Literaturverfilmung im Deutschunterricht am Beispiel „Der Besuch der alten Dame“
1. Sachanalyse: Ein Buch und seine Adaption im Vergleich: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ und die gleichnamige Verfilmung von Nikolaus Leytner
1.1. „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt
1.1.1. Entstehung
1.1.2. Handlung
1.1.3. Analyse ausgewählter Aspekte der Darstellung
1.1.4. Interpretation
1.2. „Der Besuch der alten Dame“ von Nikolaus Leytner (2008)
1.2.1. Entstehung
1.2.2. Handlung
1.2.3. Narrations- und filmspezifische Merkmale
1.2.4. Interpretation
2. Didaktische Überlegungen für die Integration des ausgewählten Beispiels in den Deutschunterricht
2.1. Warum „Der Besuch der alten Dame“?
2.2. Zielstellung
2.3. Methodisch-Didaktische Überlegungen
C: Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern Literaturverfilmungen als gleichberechtigte Partner von literarischen Werken im Deutschunterricht eingesetzt werden können. Ziel ist es, ein didaktisches Konzept zu entwickeln, das über die bloße Belohnungsfunktion von Filmen hinausgeht und die Ausbildung von Medien- und Filmkompetenz durch den gezielten Vergleich von Buchvorlage und filmischer Adaption fördert.
1.2.3. Film und Buch – ungleiche Partner
Auch hier beginnt die Kontroverse zwischen Buch und Film bereits zu der Zeit, als die bewegten Bilder noch in ihren Kinderschuhen steckten. Wie der historische Abriss gezeigt hat, fanden die ersten Vorführungen vor allem auf Jahrmärkten statt und erreichten damit ein Publikum der niederen Bildungsschicht, was ihnen die Missgunst gebildeter Bürger einbrachte. Schon damals galt, was sich lange Zeit nicht erheblich ändern konnte und in geringerem Ausmaß bis heute gilt: Die Literatur ist dem Film erhaben. Nicht nur, dass es das ältere beider Medien ist und somit einen ersten Anspruch des Überlegenen rechtfertigte, der Film wurde zudem als reines Industrieprodukt, was einzig der Unterhaltung der Masse dient, gewertet. Der Film barg somit Gefahren für die Gesellschaft, im Gegensatz zu den traditionellen Künsten, die Moral vermittelten und die eigenes Denken anregten. Dem aktiven Lesegenuss stand somit der passive Filmkonsum gegenüber, der das Buch als „reine“ vom Film als „kommerzielle Kunst“ abgrenzte.
Auch wenn, besonders in der ehemaligen Sowjetunion, viele Literaturverfilmungen produziert wurden und dort auch bereits früh Ansätze zu einer Gleichstellung der Medien aufkamen, dauert es bis 1952, als André Bazin einen Versuch wagte, die Literaturverfilmung als eigene Gattung wahrzunehmen, indem er „für ein unreines Kino“ warb. Trotzdem blieb auch er weiterhin der Werktreue verhaftet, die ein Schlagwort für das Verhältnis von Literatur und Kunst ist und bereits mehrfach erwähnt wurde. Gemeint ist damit ursprünglich die unbedingt geforderte Nähe des Filmes zu seiner literarischen Vorlage, um diese nicht zu verraten. Demnach soll der Film keine Grenzen überschreiten und eine eigene Interpretationsleistung liefern, sondern die „richtige“ Deutung des literarischen Werkes nachempfinden.
Einleitung: Es wird die historische Abwertung des Films gegenüber der Literatur skizziert und die Notwendigkeit aufgezeigt, den Film als gleichwertigen, analysierbaren Gegenstand im Deutschunterricht zu etablieren.
1. Die Literaturverfilmung in der Wissenschaft: Das Kapitel klärt grundlegende Begriffe, beleuchtet die Geschichte und Problematik der Adaption sowie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Literatur und Film.
2. Literaturverfilmungen im Deutschunterricht: Es werden der Stellenwert von Filmen bei Jugendlichen und im Unterricht untersucht sowie didaktische Konzepte und die Verankerung im Lehrplan analysiert.
B: Die Integration der Literaturverfilmung im Deutschunterricht am Beispiel „Der Besuch der alten Dame“: Dieses Kapitel bietet eine inhaltliche Sachanalyse beider Werke und leitet daraus ein konkretes, methodisch begründetes didaktisches Konzept für den Literaturunterricht ab.
C: Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Literaturverfilmungen wertvolle Lerngegenstände sind, sofern sie methodisch fundiert eingebettet werden, und fordert eine stärkere Verankerung der Filmbildung in der Lehrerausbildung und im Schulalltag.
Literaturverfilmung, Filmdidaktik, Adaption, Deutschunterricht, Medienkompetenz, Filmkompetenz, Friedrich Dürrenmatt, Der Besuch der alten Dame, Werktreue, Narrationskompetenz, Medienintegration, Filmanalyse, Transformationsprozess, Literaturbetrieb, Schulpraxis.
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die methodische Integration von Literaturverfilmungen im Fach Deutsch, um den Film als gleichwertigen Partner neben der Literatur zu etablieren.
Die zentralen Felder sind die wissenschaftliche Definition von Literaturverfilmungen, die aktuelle Didaktik der Filmarbeit, der Stellenwert von Medien im Unterricht sowie die praktische Umsetzung am Beispiel von Dürrenmatts Werk.
Die Autorin fragt, ob sich Literaturverfilmungen für den Deutschunterricht eignen und wie man sie sinnvoll integrieren kann, ohne den Fokus auf die Literaturlektüre zu verlieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenführung medienwissenschaftlicher und literaturdidaktischer Erkenntnisse, die in einem eigenen didaktischen Konzept gipfeln.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Grundlagenabschnitt zu Film und Adaption sowie einen praktischen Teil, der die Integration von Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ mitsamt Film- und Textvergleich detailliert darlegt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturverfilmung, Filmdidaktik, Medienkompetenz, Werktreue und Narrationskompetenz.
Das Stück ist im Abiturkanon fest verankert, bietet vielfältige aktuelle Themen und erlaubt aufgrund seiner Struktur einen effektiven Vergleich zwischen dramatischer Vorlage und filmischer Umsetzung.
Schüler sollen durch einen vergleichenden Prozess – vom Szenenprotokoll zum eigenen Drehbuch bis hin zum Abgleich mit dem Original – lernen, den Transformationsprozess vom Text zum Film zu verstehen und eine fundierte Filmkompetenz zu entwickeln.
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