Bachelorarbeit, 2024
143 Seiten, Note: 1,0
Diese Bachelor-Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Analyse eines Verfahrens zur Lösung kontinuierlicher, gleichungsrestringierter, nichtlinearer und stochastischer Optimierungsprobleme. Das Hauptziel ist die Konstruktion eines Algorithmus, der vergleichbare Konvergenzeigenschaften wie das stochastische Gradientenverfahren im unrestringierten Fall besitzt und stationäre Punkte der Optimierungsprobleme findet.
4 Ein stochastisches SQP-Verfahren
In diesem Abschnitt werden wir einen Algorithmus entwickeln, der auf der Theorie der sequentiellen quadratischen Programmierung (SQP) und der Theorie der stochastischen Approximation basiert und uns das Lösen komplexer gleichungsrestringierter Optimierungsprobleme ermöglichen wird. Bevor wir in die Theorie unseres SQP-Verfahrens einsteigen, machen wir uns zunächst klar, um welche Klasse von Optimierungsproblemen es sich hierbei handelt (vgl. [5] und [8]).
Definition 4.1. (Problemstellung). Gegeben seien eine Abbildung c : Rn → Rm, ein Wahrscheinlichkeitsraum (V, F, P), ein Messraum (W, B(W)), W ⊆ Rk, und eine Zufallsvariable X : (V, F) → (W, B(W)). Weiter sei PX := P ◦ X−1 die Verteilung von X. Wir betrachten das Optimierungsproblem min f(x) s.t. c(x)=0, wobei die Zielfunktion f : Rn → R gegeben ist durch den Erwartungswert f(θ) = IE[F(θ, X)] mit einer messbaren Abbildung F : Rn ×W→ R. Solche Zielfunktionen treten häufig im statistischen Kontext und beim maschinellen Lernen auf.
Der Inhalt dieses Unterkapitels folgt den Darstellungen von [30], [31], [14], [27] und [22]. Wir werden uns nun anschauen, wie unser Algorithmus arbeitet. Dafür klären wir zunächst, welche Lösung das Verfahren nach einem Durchlauf ausgeben soll. Wir arbeiten dabei mit einer notwendigen Optimalitätsbedingung erster Ordnung für restringierte Optimierungsprobleme. Wir rufen uns zunächst die Definition eines Karush-Kuhn-Tucker-Punkts (KKT-Punkt) in Erinnerung. Die für diese Begriffsbildung benötigte Lagrange-Funktion des Problems (19) sei gegeben durch die Abbildung L : Rn × Rm → R, (x, y) → f(x) + c(x)Ty.
Definition 4.6. (KKT-Punkt). Ein Punkt x∗ ∈ Rn erfüllt die sogenannten Karush-Kuhn-Tucker-Bedingungen, wenn ein Lagrange-Multiplikator y∗ ∈ Rm existiert, so dass gilt 0 = [∇xL(x∗, y∗); ∇yL(x∗, y∗)] = [∇f(x∗) + ∇c(x∗)y∗; c(x∗)]. Mit der Definition 4.6 lässt sich eine notwendige Optimalitätsbedingung erster Ordnung formulieren.
Kapitel 1 Einleitung: Stellt das Problem der kontinuierlichen, gleichungsrestringierten, nichtlinearen und stochastischen Optimierung vor und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Kapitel 2 Grundlagen der Analysis und linearen Algebra: Bietet die notwendigen mathematischen Grundlagen aus der Analysis und linearen Algebra, die für die Konvergenzanalyse essentiell sind.
Kapitel 3 Wahrscheinlichkeitstheoretische Grundlagen: Führt in die Konzepte der Wahrscheinlichkeitstheorie ein, wie Wahrscheinlichkeitsräume, Erwartungswerte, bedingte Erwartungen und Konvergenz von Zufallsvariablen.
Kapitel 4 Ein stochastisches SQP-Verfahren: Entwickelt einen Algorithmus zur Lösung der Problemstellung, der auf der sequentiellen quadratischen Programmierung (SQP) und der stochastischen Approximation basiert.
Kapitel 5 Wahrscheinlichkeitstheoretische Modellierung: Modelliert den SQP-Algorithmus als stochastischen Prozess in einem geeigneten probabilistischen Rahmen, um dessen Konvergenzeigenschaften zu untersuchen.
Kapitel 6 Konvergenztheorie: Analysiert die Konvergenzeigenschaften des entwickelten SQP-Verfahrens unter verschiedenen Annahmen und stellt wichtige Resultate zur Konvergenzrate und -art vor.
Kapitel 7 Zusammenfassung: Fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen, vergleicht sie mit dem stochastischen Gradientenverfahren und gibt Ausblicke für zukünftige Forschung.
Nichtlineare Optimierung, Stochastische Optimierung, SQP-Verfahren, Konvergenztheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie, Analysis, Lineare Algebra, Gradientenverfahren, Merit-Funktion, KKT-Bedingungen, Lagrange-Multiplikatoren, Stochastische Approximation.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Analyse eines stochastischen Sequentiellen Quadratischen Programmierung (SQP)-Verfahrens zur Lösung komplexer nichtlinearer Optimierungsprobleme mit Gleichungsrestriktionen.
Zentrale Themenfelder sind die stochastische Optimierung, die Konvergenztheorie von Algorithmen, die sequenzielle quadratische Programmierung sowie Grundlagen der Analysis, linearen Algebra und Wahrscheinlichkeitstheorie.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Algorithmus zur stochastischen Optimierung, der Konvergenzeigenschaften aufweist, die mit denen des stochastischen Gradientenverfahrens vergleichbar sind, und stationäre Punkte der Optimierungsprobleme findet.
Die Arbeit kombiniert die Theorie der sequentiellen quadratischen Programmierung (SQP) mit der Theorie der stochastischen Approximation und modelliert den Algorithmus als stochastischen Prozess für die Konvergenzanalyse.
Der Hauptteil behandelt die Konstruktion des stochastischen SQP-Verfahrens, dessen Modellierung als stochastischer Prozess und eine tiefgehende Analyse seiner Konvergenzeigenschaften unter verschiedenen Annahmen.
Charakteristische Schlüsselwörter sind: Nichtlineare Optimierung, Stochastische Optimierung, SQP-Verfahren, Konvergenztheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie, Gradientenverfahren und KKT-Bedingungen.
Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Zielfunktion als stochastisch betrachtet und ihr Gradient durch einen Zufallsvektor approximiert wird, anstatt exakt bestimmt zu werden, was zu einem hohen Rechenaufwand führen würde.
Merit-Funktionen, insbesondere die ℓ1-Penalty-Funktion, dienen dazu, die Schrittweiten so zu steuern, dass die Suchrichtung eine Abstiegsrichtung der Merit-Funktion darstellt und die Konvergenz des Algorithmus sichergestellt wird.
Eine P-fast sichere Konvergenz wird unter zusätzlichen Annahmen an die Merit-Funktion (z.B. eine Polyak-Lojasiewicz-Bedingung in lokaler Umgebung) sowie an die Varianz der Zufallsvektoren erreicht, was zu einem stärkeren Konvergenzresultat führt.
Die Annahmen an die Stochastik umfassen insbesondere die Bedingung, dass der bedingte Erwartungswert des Zufallsvektors dem Gradienten der Zielfunktion entspricht und die bedingten Varianzen der Zufallsvektoren gleichmäßig beschränkt sind.
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