Masterarbeit, 2025
112 Seiten, Note: 1,1
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Identifizierung zentraler Belastungen und Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung und den neuen Arbeitsmodellen der Arbeitswelt 4.0 ergeben. Es wird untersucht, wie diese Faktoren die psychische Gesundheit von Beschäftigten beeinflussen und welche präventiven Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Potenziale der digitalen Transformation zu nutzen.
3.6.1.1 Digitaler Stress
Digitaler Stress, auch als technikinduzierter Stress oder Techno-Stress bezeichnet, stellt eine der zentralen Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 dar. Seine Ursachen liegen in der intensiven Nutzung digitaler Technologien, die einerseits Flexibilität und Effizienz fördern, andererseits jedoch Unsicherheiten und Überforderung hervorrufen können. Besonders problematisch ist die ständige Erreichbarkeit durch digitale Kommunikationsmittel wie E-Mails und Messaging-Plattformen, die zu einer dauerhaften Vermischung von Arbeits- und Privatleben führt. Viele Beschäftigte berichten von Schwierigkeiten, eine klare Abgrenzung zwischen beruflichen und persönlichen Verpflichtungen zu erreichen, was die Work-Life-Balance erheblich belastet und Rollenkonflikte begünstigt (Rustemeyer, 2023, S. 2; Schörpf & Gaitsch, 2024, S. 16).
Ein weiterer wesentlicher Faktor für digitalen Stress ist die zunehmende Komplexität neuer Technologien, die Beschäftigte oft vor erhebliche Herausforderungen stellt. Insbesondere Unsicherheiten im Umgang mit digitaler Software und Tools haben sich als belastend erwiesen. Studien zeigen, dass diese Unsicherheiten nicht nur die Arbeitszufriedenheit verringern, sondern auch die Produktivität hemmen können (Rustemeyer, 2023, S. 2). Die Einführung immer neuer Technologien führt darüber hinaus zu einem anhaltenden Anpassungsdruck auf Mitarbeitende, die sich ständig auf veränderte Arbeitsumgebungen einstellen müssen, was wiederum Stress und Frustration verstärkt.
Die Auswirkungen dieses technologischen Stresses sind sowohl physischer als auch psychischer Natur. Längere Bildschirmzeiten und unzureichende ergonomische Bedingungen tragen zu physischen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeiner Müdigkeit bei (Rustemeyer, 2023, S. 2; Schörpf & Gaitsch, 2024, S. 3). Psychische Symptome manifestieren sich wiederum in Konzentrationsproblemen, Nervosität und emotionaler Erschöpfung, die langfristig das Risiko von Burnout und psychischen Erkrankungen erheblich steigern können (Schörpf & Gaitsch, 2024, S. 3). Die Zunahme von Arbeitsunfähigkeitsfällen aufgrund psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren verdeutlicht diese Problematik. Daten aus dem Jahr 2014 weisen darauf hin, dass psychische Erkrankungen mit 14 % der zweithäufigste Grund für Fehlzeiten am Arbeitsplatz waren, und die Anzahl der Frühverrentungen aufgrund psychischer Störungen stieg zwischen 2001 und 2012 um 41 % deutlich an (Schubert, 2016, S. 1-3).
Kapitel 1 Einleitung und Problemstellung: Erörtert die grundlegenden Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und New Work sowie die daraus resultierenden Chancen und Herausforderungen für Beschäftigte.
Kapitel 2 Zielsetzung: Definiert das Hauptziel der Arbeit, nämlich die Identifizierung zentraler Belastungen durch Digitalisierung und neue Arbeitsmodelle sowie die Ableitung präventiver Maßnahmen.
Kapitel 3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu digitalem Wandel, New Work, Belastungsfaktoren (physisch, psychisch, sozial), digitaler Transformation und Anforderungen an Beschäftigte.
Kapitel 4 Methodik: Beschreibt die systematische Literaturrecherche mittels PEO-Schema, die verwendeten Suchbegriffe sowie die Ein- und Ausschlusskriterien für die Studienaustwahl.
Kapitel 5 Ergebnisse: Präsentiert die systematische Darstellung und Einordnung der eingeschlossenen Studien und beleuchtet die positiven sowie negativen Effekte der Arbeitswelt 4.0 und New Work auf die Gesundheit.
Kapitel 6 Diskussion: Diskutiert die ambivalenten Auswirkungen der Arbeitswelt 4.0 und New Work auf die psychische Gesundheit und betont die Kontextabhängigkeit der Wirkmechanismen.
Kapitel 7 Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, insbesondere die ambivalenten Effekte von Flexibilisierung und Digitalisierung auf die psychische Gesundheit und die Rolle von Führungskräften und BGM.
Digitalisierung, New Work, Arbeitswelt 4.0, psychische Gesundheit, Belastungsfaktoren, Stress, Burnout, Work-Life-Balance, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, digitale Kompetenzen, Selbstorganisation, Anpassungsfähigkeit, Präventionsmaßnahmen, betriebliches Gesundheitsmanagement.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung und moderner Arbeitsformen ("New Work") auf die psychische Gesundheit von Beschäftigten und identifiziert damit verbundene Belastungen und präventive Maßnahmen.
Zentrale Themenfelder umfassen den digitalen Wandel, moderne Arbeitsformen, Belastungen (physisch, psychisch, sozial), die digitale Transformation der Arbeitswelt, Anforderungen an Beschäftigte (digitale Kompetenzen, Selbstorganisation, Anpassungsfähigkeit) und Präventionsmaßnahmen.
Das primäre Ziel ist es, zentrale Belastungen und Herausforderungen im Kontext von Digitalisierung und neuen Arbeitsmodellen zu identifizieren. Die Forschungsfrage lautet: "Inwiefern beeinflussen Merkmale der Arbeitswelt 4.0 die psychische Gesundheit von Beschäftigten?"
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken (PubMed, SpringerLink) und einer unsystematischen Suche (Google, Google Scholar), wobei die Forschungsfrage nach dem PEO-Schema strukturiert wurde.
Der Hauptteil behandelt den gegenwärtigen Kenntnisstand zu digitalem Wandel, New Work, verschiedenen Belastungsfaktoren (technologiebedingt, organisatorisch, sozial), sowie Anforderungen an Beschäftigte und mögliche Präventionsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Digitalisierung, New Work, Arbeitswelt 4.0, psychische Gesundheit, Stress, Burnout, Work-Life-Balance und betriebliches Gesundheitsmanagement charakterisiert.
Die Arbeit zeigt, dass Digitalisierung und New Work sowohl Chancen (z.B. höhere Flexibilität, Produktivität) als auch Risiken (z.B. psychische Belastungen, soziale Isolation, Entgrenzung von Arbeit und Privatleben) mit sich bringen, deren Wirkung stark vom Kontext und der Umsetzung abhängt.
Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle, indem sie durch gesundheitsorientierte Führung, klare Kommunikationsregeln, Unterstützung bei Selbstorganisation und die Förderung von Resilienz dazu beitragen, psychische Belastungen zu mindern und das Wohlbefinden zu stärken.
Identifizierte Belastungen umfassen digitalen Stress, Informationsüberflutung, technische Störungen, die Entgrenzung von Arbeit, Arbeitsverdichtung, Kontrollverlust, soziale Isolation, Kommunikationsbarrieren und Work-Life-Konflikte.
Eine ganzheitliche Betrachtung ist notwendig, da die psychische Gesundheit von Beschäftigten durch ein komplexes Zusammenspiel technologischer, organisatorischer und individueller Faktoren beeinflusst wird. Nur so können effektive und nachhaltige Präventionsstrategien entwickelt werden.
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